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Home > 110 Mannheimer Wellensittiche in Not (Aktion abgeschlossen) | |||
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Alle Jahre wieder ... Vor etwas mehr als einem Jahr gab es bereits eine recht große Vogelrettungsaktion, siehe "43 Wellis in Not". Dieses Jahr hat das Schicksal erneut zugeschlagen, und das in noch größerer Dimension. Meine damalige Vereinskollegin Dagi aus dem VWFD
Sie lebten in einer Wohnung, die extrem verdreckt war und in der sich etliche Vögel frei bewegen konnten. Es gab auch Wellensittiche, die in Käfigen untergebracht waren. Solch winzige Käfige verwenden echte Tierfreunde allenfalls zu Transportzwecken, um einen kranken Vogel zum Tierarzt zu bringen, aber nicht, um darin mehrere Vögel unterzubringen und obendrein unkontrolliert brüten zu lassen.
Aus anfangs vier bis sechs Wellensittichen waren weit über 100 Vögel geworden. Weil die Vögel tun und lassen konnten, was sie wollten, haben sie in Besteckkästen, in Schränken und sogar in Löchern im Putz der Wände gebrütet, die sie mit ihren Schnäbeln gegraben haben. Und überall war Dreck, entsetzlich viel Dreck. Die Gesundheitsbehörte erklärte, die Besitzerin der Tiere sei das, was man landläufig unter einem Messie verstehe (siehe Link
Weil Dagi schon im Vorfeld befürchtete, die Rettungsaktion für die Vögel, deren genaue Zahl sich am Ende auf 113 belief, könne mit hohen Tierarztkosten verbunden sein, wandte sie sich an den Vorstand des VWFD, um zu klären, ob der Verein helfen könne. Weil der VWFD im vergangenen Jahr sehr viele Erfahrungen mit der 43-Wellis-Aktion gesammelt hatte, war es rasch beschlossene Sache, dass zehn der Mannheimer Vögel auf Vereinskosten auf die ansteckenden Virusinfektionen PBFD und Polyoma untersucht werden sollten. Der Amtstierarzt ordnete seinerseits einen Test auf Psittakose an, der zum Glück negativ ausfiel. Allerdings wurden in den Abstrichen einiger Vögel Darmbakterien gefunden, weshalb die Tiere medikamentös behandelt werden mussten.
Die Vögel konnten inzwischen aus der Wohnung geholt werden und wurden vorübergehend im Mannheimer Tierheim
Bevor die Tiere vermittelt werden können, muss natürlich geklärt sein, ob wirklich keine Erkrankungen vorliegen. Deshalb hat der Amtstierarzt vorsichtshalber noch einmal einen Psittakosetest angeordnet. Ferner wurden die Tiere stichprobenartig auf Würmer, Megabakterien, Trichomonaden und Pilze untersucht. Drei der zehn auf Anweisung des VWFD untersuchten Vögel hatten Milben, wogegen sofort entsprechende Maßnahmen eingeleitet wurden.
Weil der VWFD mit einem bestimmten klinischen Labor im vergangenen Jahr bei der 43-Wellis-Aktion bereits gute Erfahrungen gemacht hat, wurden die Proben in diesem Jahr wieder dorthin geschickt, die Untersuchung auf PBFD und Polyoma läuft zurzeit. Leider ist es so, dass ein einmaliger Test jedoch keine Sicherheit bezüglich des Ergebnisses bringt, denn vor allem die Erreger der Krankheit PBFD sind sehr tückisch und nicht immer nachzuweisen. Zwar zeigt keines der Tiere Gefiederschäden, dennoch ist es sinnvoll, zumindest diesen einen Test durchführen zu lassen.
Sehr wahrscheinlich werden in den kommenden Wochen noch weitere Behandlungskosten entstehen, weil eine solche Rettungsaktion erfahrungsgemäß nie so abläuft, dass anschließend alle Vögel gesund sind und bleiben. Aus eigener Erfahrung weiß ich zudem, dass Vögel aus schlechter Haltung mitunter nach dem Umzug in ihr neues Zuhause besondere Pflege brauchen, was für einen echten Tierfreund jedoch kein Problem darstellen sollte.
Das Mannheimer Tierheim kann die Vögel nicht beliebig lange in seinem Quarantäneraum belassen. Deshalb sollen sie nun möglichst rasch zu ihren neuen Besitzern vermittelt werden. Aber auch Pflegestellen, in denen vorübergehend einige Tiere unterkommen können, bis sie endgültig vermittelt sind, werden gesucht.
Bitte geben Sie sich einen Ruck und treten Sie mit Dagi (suedwest@vwfd.de) oder dem VWFD-Vorstand in Kontakt, wenn Sie ein Zuhause oder eine Pflegestelle bieten können. Bei der endgültigen Vermittlung der Vögel aus Ihrer Pflegestelle heraus ist der VWFD Ihnen selbstverständlich behilflich. Dagi arbeitet momentan an der Erstellung einer Excel-Datei, in der jeder einzelne Vogel mit einer Nummer und einem Kurzsteckbrief (Farbe, Geschlecht, Behinderungen, Verpaarungsstatus, Charakter, sofern der zu beurteilen ist) aufgeführt sein soll. Sobald diese fertiggestellt ist, können Interessenten darin die Nummer ihrer Wunschvögel finden. Die Datei bzw. der entsprechende Link wird in Kürze online für jedermann zugänglich sein, ich werde an dieser Stelle darüber berichten.
Und falls das Christkind Ihnen ein wenig Geld da gelassen hat, das Sie gern spenden möchten, um dem VWFD oder dem Mannheimer Tierheim unter die Arme zu greifen, finden Sie hier die entsprechenden Kontakt- und Kontodaten. Das Tierheim nimmt übrigens auch gern Futter- und Sachspenden entgegen:
Tierheim Mannheim
VWFD e. V. Danke für Ihre Unterstützung, liebe Tierfreunde! 23.12.2006
Nachtrag vom 10.01.2007 Leider hat es einige Quertreiber gegeben, die die Aktion schlecht geredet haben. Aber davon sollte man sich nicht beirren lassen. Die Vögel sind nicht schuld daran, dass sie unter solch schlechten gelebt haben. Sie dafür einzuschläfern, wie es manche Leute gefordert haben, ist tierfeindlich und zeugt für meine Begriffe davon, dass diese Menschen ihr Gehirn nicht eingeschaltet haben, bevor sie diese ungeheuerlichen Äußerungen von sich gegeben haben. Man schläfert nur Tiere ein, die tödlich erkrankt oder nicht aus eigener Kraft überlebensfähig sind. Alles andere verstößt nicht nur gegen die Berufsethik der Tierärzte, sondern gegen die Ethik im Allgemeinen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich meine beiden von ihren Behinderungen einmal abgesehen kerngesunden Vögel aufgenommen habe.
Nachtrag vom 12.01.2007
Nachtrag vom 13.02.2007
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