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Liebe Vogelfreunde,
ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll. Seit 322 Tagen oder anders gesagt seit
zehneinhalb Monaten habe ich auf diesen Moment gewartet. Darauf, Ihnen die folgende, wunderbare
Nachricht zu überbringen:
Alle Vögel sind vermittelt! Die Aktion ist abgeschlossen!
Nach so langer Zeit tut es einfach gut, das endlich schreiben zu können und es ist
für mich das allerschönste Geburtstagsgeschenk. Als ich vor einigen
Tagen erfuhr, dass alle Vögel ein neues Zuhause gefunden haben und sogar dorthin umgezogen
sind, rannen mir die Freudentränen übers Gesicht. Eine zentnerschwere Last wurde mir
vom Herzen genommen, denn ich habe mir für diese Vögel nichts sehnlicher gewünscht,
als dass ihre Odyssee endlich ein Ende haben würde.
Zuletzt waren nur noch sechs Vögel nicht vermittelt, sie warteten in einer Pflegestelle in
Kalletal bei Bielefeld auf ein neues Zuhause. Die Pflegerin hat sich monatelang liebevoll um
die Vögel gekümmert, sie hat auch ziemliche Anstrengungen auf sich genommen, um
Sternchen
und Sam,
Edda und
Ian sowie
Bonita
und Dolores
zum weit entfernten Tierarzt zu fahren, damit die sechs munteren Gesellen erneut auf PBFD
getestet werden konnten. Bei allen fielen die Tests negativ aus, weshalb wir endlich mit der
endgültigen Vermittlung beginnen konnten. Was hierbei im Detail alles schief gelaufen ist,
können Sie im Bericht des VWFD-Vorstands lesen, der im
Vereinsforum
veröffentlicht wurde.
Während die Pflegerin der Vögel ihren wohl verdienten Sommerurlaub genoss, kümmerte
sich ihre Freundin um die Wellensittiche. Zeitgleich erfuhren wir, dass der Vogelhalter, der sich
vor Monaten als Interessent für Sam und Sternchen registrieren lassen hat, die Vögel
nun doch nicht aufnehmen würde. Glücklicherweise waren die beiden Gefiederten
außerordentlich geschickt, die Freundin
der Pflegerin dermaßen um den Finger zu wickeln, dass sie sich Anfang Juli dazu entschied,
dem niedlichen Paar ein endgültiges Zuhause zu geben. Sternchen und Sam leben nun also im
Raum Bielefeld.
Für Edda und ihren geliebten Ian war der 15. Juli 2006 der ganz große Tag. Zunächst
fuhr die VWFD-Vorsitzende (im Vereins-Forum als
Pinguin bekannt) von Dortmund nach Kalletal,
um dort das hübsche Paar abzuholen. Wieder in Dortmund angelangt, traf sie die
zukünftige Besitzerin der Wellis, eine Vogelfreundin aus Bottrop. Sie nahm ihre neuen
Mitbewohner entgegen und brachte sie auf dem schnellsten Wege ins neue Zuhause, wo sie allerdings
zunächst in Quarantäne bleiben. Wie mir die Vogelfreundin berichtete, unterhalten sie
sich schon munter quer durch die Wohnung mit den anderen Wellis, die sie in Kürze kennen
lernen werden. Edda und Ian erfreuen sich bester Gesundheit und sind sicher froh darüber,
bald zu einem kleinen Vogelschwarm zu gehören.
Drei Tage später, also am 18. Juli 2006, war es auch für Dolores und Bonita
so weit: Sie zogen zu einer Dame nach Bochum. Sie sind dort ebenfalls gut angekommen und
sind kerngesund. Ihre neue Besitzerin war schon vor Monaten sehr an ihnen interessiert und hat
die ganze Zeit geduldig darauf gewartet, dass die zwei hübschen Sittichdamen endlich zur
Vermittlung freigegeben würden. Ich bin ihr sehr dankbar für ihr Durchhaltevermögen,
denn ich kann mir vorstellen, dass es mitunter verlockend gewesen sein muss, einfach in der
Zwischenzeit andere Vögel aufzunehmen, weil alles so lange gedauert hat. Aber die Vogelfreundin
blieb standhaft und hielt zum Glück ihr Wort.
Am Ende möchte ich gern noch einmal eine kurze Zusammenfassung liefern. Von den
ursprünglich 43 Wellensittichen, die wir am 6. September 2005 entgegen nahmen,
sind leider zehn Vögel in den vergangenen Monaten aus dem Leben geschieden. Das Schicksal des
liebenswerten
Sam
ist leider ungewiss, er ist vermutlich auch tot. Am 7. Juni 2006 entwischte er durch einen winzigen
Spalt durch die Balkontür nach draußen und ist seitdem nicht mehr gesehen worden.
Die verbliebenen 32 Vögel leben nun alle bei ihren neuen Besitzern, einige von ihnen schon
seit vielen Monaten. Es geht ihnen gut und sie haben viele neue Freunde in den jeweiligen
Vogelschwärmen gefunden.
Einziger Wermutstropfen: Bei der wilden
Brunhilde
wurde vor einigen Tagen ein Tumor im Bauchraum diagnostiziert. Sie hat mir seit ihrem Einzug in mein
Vogelzimmer Ende des vergangenen Jahres sehr viel Freude bereitet und der Gedanke, sie bald
hergeben zu müssen, fällt mir unendlich schwer. Aber das ist leider der Lauf
der Dinge, fürchte ich. Vielleicht hat sie ja noch einige schöne Wochen oder
Monate hier, denn so lange sie keine Schmerzen hat, darf sie selbstverständlich weiter
mit ihren Freunden durch mein Vogelzimmer toben.
Abschließend bleibt mir nur noch eins zu sagen: Ohne all die Helfer und Vogelfreunde,
die an der Aktion beteiligt waren, wäre es nicht möglich gewesen, den Vögeln ein
Happyend zu schenken. Und all jene geretteten Wellis, die nicht mehr unter uns weilen, werden
trotz alledem für immer einen Platz in meinem Herzen haben.
In Gedenken an zehn zauberhafte Vögel, die Opfer widriger Umstände
geworden sind und ihr Schicksal trotzdem tapfer getragen haben.
Essen, 24. Juli 2006
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