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Liebe Vogelfreunde,
leider ist gestern einer der geretteten Vögel in seinem neuen Zuhause gestorben. Die
zauberhafte
Bianca,
die am 18. November 2005 von meiner Cousine Tanja und ihrem Mann Christian zusammen mit
ihrem Partner
Bernhard
adoptiert worden ist, starb beim Frühstücken ganz friedlich. Es war ihr seit ihrem
Einzug ins neue Zuhause immer gut gegangen, sie hat bis zum vergangenen Wochenende keinerlei
Anzeichen einer Erkrankung gezeigt. Am Wochenende und vorgestern hat sie für einige Sekunden
apathisch gewirkt und war außer Atem, außerdem hatte sie kurzzeitig keine Kontrolle
über ihre Füße, aber es ging ihr nach wenigen Sekunden wieder gut. Diese beiden
Schwächeanfälle waren die einzigen Anzeichen dafür, dass etwas mit ihr
nicht in Ordnung sein könnte.
Meine Cousine sagte, Bianca habe gestern Morgen gefrühstückt und sei dabei
urplötzlich für immer eingeschlafen. Sie hatte noch ein Körnchen im Schnabel, als sie ihren
letzten Atemzug tat, so schnell kam der Tod. Gelitten hat sie nicht, Tanja beschrieb Biancas
Abschied aus dieser Welt als ausgesprochen friedlich. Das spendet uns Trost, denn die schöne Vogeldame
hat nicht gelitten, sie ist ohne Qualen aus dem Leben geschieden.
Natürlich wollten Tanja und Christian wissen, woran Bianca gestorben ist. Tanja hat ihre
sterblichen Überreste deshalb abgetastet und dabei eine überraschende Entdeckung
gemacht: Bianca hatte mehrere kleine Tumoren, die sich in den vergangenen Tagen und Wochen
sehr wahrscheinlich rasch gebildet hatten, und das völlig unbemerkt.
Wenn in einem Vogelkörper gleich an mehreren Stellen
Tumoren wachsen, dann ist mit Sicherheit auch mindestens ein inneres Organ betroffen. Wir
vermuten, dass sich in Bianca unter anderem ein Hirntumor gebildet hatte, der ihren sehr
schnellen Tod erklären könnte. Selbst wenn Tanja und Christian die Tumoren eher
bemerkt hätten, so hätte man Bianca leider nicht mehr retten können.
Es ist schade, dass sie nicht mehr
lebt, denn bei Tanja und Christian hatte sie es bestens angetroffen. Zusammen mit einem
großen Welli-Schwarm und zwei Katharinasittichen hat sie tagein, tagaus ein artgerechtes
Leben gelebt - und sie hat viel Liebe erfahren. Ganz sicher hat ihr dieses Leben gefallen.
Ihr Witwer Bernhard trauert übrigens kaum, er hat viel Ablenkung durch die anderen Vögel und
wird nicht nur von seinen Freunden, sondern auch von Tanja und Christian verwöhnt.
Für uns Menschen wird Bianca unvergessen bleiben. Ihr sanftmütiger Gesichtsausdruck,
die schelmischen Streiche, die sie den anderen Vögeln gespielt hat, und auch ihre
lässige Weise, auf ihrer Lieblingsstange zu liegen, waren einzigartig.
Essen, 8. Februar 2006
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