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  Es gibt einige Vogelarten, die man problemlos gemeinsam mit Wellensittichen halten kann. Der den Tieren zur Verfügung stehende Platz sollte jedoch großzügig bemessen sein, damit Rückzugsmöglichkeiten für sämtliche Pfleglinge bestehen. Und es ist unbedingt zu beachten, dass die Vögel nicht gemeinsam in einem Käfig wohnen sollten. Pro Vogelart sollte ein eigener geräumiger Käfig zur Verfügung stehen. Sogar in Volieren kann es zu Unverträglichkeiten kommen, wenn die räumlichen Verhältnisse zu beengt sind. Die in diesem Kapitel genannten Arten, die sich zur Vergesellschaftung eignen, sollten deshalb nach Möglichkeit immer separat von Wellensittichen untergebracht werden, wobei gemeinsamer Freiflug oder die gemeinsame Haltung in sehr, sehr großen Volieren hingegen kein Problem darstellen sollten. 

Andere Sittich- und Papageienarten
Nandaysittich Bei der normalen Haltung, von der Zucht- und Brutsituationen ausgenommen sind, vertragen sich Wellensittiche und Nymphensittiche (Nymphicus hollandicus) in aller Regel sehr gut miteinander. In ihrer australischen Heimat sind diese beiden Vogelarten unmittelbare Nachbarn in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. Ebenfalls zur Gesellschaftung geeignet sind die auf dem Fünften Kontinent vorkommenden Grassittiche (Neophema). Diese munteren Gesellen sind in etwa so groß wie Wellensittiche und harmonieren mit ihnen in Volieren hervorragend. Während der Brut sollte man die Arten jedoch unbedingt trennen! Die Aggression steigt bei allen Arten während dieser Periode und es kann zu heftigen Beißereien kommen. Übrigens werden auch brutlustige Wellensittiche aggressiv, das gilt somit nicht nur für die Neophema-Arten.

RosellasittichZu den Neophema gehören: Bourkesittich (Neophema bourkii), Schmucksittich (N. elegans), Feinsittich (N. chrysostoma), Klippensittich (N. petrophila, wird jedoch so gut wie nie zum Verkauf in Zoofachgeschäften angeboten), Orangebauchsittich (N. chrysogaster, siehe Klippensittich), Schönsittich (N. pulchella) und Glanzsittich (N. splendida). Neben den oben genannten Sitticharten kann man Plattschweifsittiche (Platycercus) mit Wellensittichen vergesellschaften. Das Zusammenleben gestaltet sich jedoch nur dann harmonisch, wenn die Tiere in einer sehr geräumigen Voliere untergebracht sind. Plattschweifsittiche sind ein gutes Stück größer als Wellensittiche, so dass man unbedingt genügend Raum für Rückzugsmöglichkeiten einplanen sollte. Bekannte Vertreter der schönen größeren Gattung sind: Adelaidesittich (Platycercus adelaidae), Blauwangenrosella (P. adscitus), Pennantsittich (P. elegans), Rosellasittich (P. eximius, siehe Foto in diesem Absatz), Strohsittich (P. flaveolus) und Stanleysittich (P. icterotis). Obwohl Plattschweifsittiche und Wellensittiche gut miteinander harmonieren, sofern genügend Platz besteht, kann es in Einzelfällen dennoch zu blutigen Zwischenfällen kommen. Dessen sollte sich ein Halter bewusst sein.

Das Foto unter diesen Zeilen zeigt einen Wellensittich, der von einem Rosella angegriffen worden ist. Weil der Wellensittich zu schwer verletzt worden ist - unter anderem ist sein Oberschnabel komplett weggebissen worden -, musste er bedauerlicherweise eingeschläfert werden. Das Foto ist in der Tierarztpraxis unmittelbar vor dem Einschläfern entstanden.

Tödlich verletzter Wellensittich nach Rosellaangriff
Tödlich verletzter Wellensittich nach Rosellaangriff

Merlin, Bianca und Max Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, gestaltet sich das Zusammenleben von Katharinasittichen und Wellensittichen normalerweise als problemlos und harmonisch - viel Platz ist dabei aber die Grundvoraussetzung. Seit einiger Zeit teilen sich diese beiden Vogelarten mein Vogelzimmer. Katharinasittiche stammen aus Mittel- und Südamerika, sie sind in etwa so groß wie Wellensittiche und meist recht friedliebend. In der nebenstehenden Abbildung sind meine beiden Katharinasittiche Merlin und Bianca zusammen mit ihrem Freund Max zu sehen. Weitere Infos über meine Katharinasittiche finden Sie in deren Rubrik.

Regelrecht gefährlich kann es dagegen werden, wenn man Unzertrennliche (Agaporniden) mit Wellensittichen in einer Gemeinschaftsvoliere hält. Die massigeren Unzertrennlichen haben einen bemerkenswert kräftigen Schnabel, den sie gegenüber den kleineren Wellensittichen durchaus bei Bedarf einsetzen. Pflegen Sie die Kombination Agaporniden-Wellensittiche daher bitte ausschließlich in sehr geräumigen Volieren, oder noch besser: Verzichten Sie aus Sicherheitsgründe lieber darauf, diese Vögel und Wellensittiche in derselben Behausung unterzubringen! Zu den aus Afrika und Madagaskar stammenden Unzertrennlichen gehören: Grauköpfchen (Agapornis canus), Pfirsich-Köpfchen (A. fischeri), Erdbeer-Köpfchen (A. lilianae), Rußköpfchen (A. nigrigenis), Schwarzköpfchen (A. personata), Orangeköpfchen (A. pullaria) und Rosenköpfchen (A. roseicollis).

Schildsittiche und WellensitticheSperlingspapageien (Forpus) können gegenüber Wellensittichen trotz ihrer geringen Körpergröße ausgesprochen aggressiv werden. Diese Arten sollte man deshalb nicht mit Wellensittichen vergesellschaften. Manche größere Sitticharten sind dagegen meist ruhig und freundlich, was beispielsweise für Schildsittiche (Polytelis swainsonii) gilt. Diese aus Australien stammenden schönen Vögel sind mittelgroße Papageien und sie können außerhalb der Brutzeit in sehr geräumigen Freiflugzimmern mit Wellensittichen gemeinsam gehalten werden. Das Foto in diesem Absatz zeigt zwei Schildsittiche und zwei Wellensittiche auf dem gemeinsamen Kletterbaum.

Alle größeren Papageienarten sollte man besser nicht zusammen mit Wellensittichen halten, da die Tiere die Körpersprache der ihnen unterlegenen Sittiche nicht zu entschlüsseln wissen. Ein Schnabelhieb eines Großpapageis reicht unter Umständen aus, um einen Wellensittich auf der Stelle zu töten!

Andere Vogelarten
Männlicher ZebrafinkProblemlos gestaltet sich das Zusammenleben zwischen Wellensittichen und Zebrafinken (Taeniopygia guttata), die in freier Natur das Habitat miteinander teilen. Die quirligen Zebrafinken mischen einen Wellensittichschwarm regelrecht auf und sind mit ihren niedlichen Rufen ("Mäp-mäp") sicher eine interessante Erweiterung der Geräuschkulisse im heimischen "Vogelzoo". Das Foto in diesem Absatz zeigt ein Zebrafinkenmännchen. Folgende weiteren Prachtfinkenarten eignen sich gut zur Vergesellschaftung mit Wellensittichen: Muskatfinken (Lonchura punctulata), Japanische Möwchen (Lonchura striata), Reisfinken (Padda oryzivora), Ringelastrilde (Stizoptera bichenovii), Feuerweber und Schmetterlingsfinken (Uraeginthus-Arten).

Diamanttaube mit zwei WellensittichenSofern sehr viel Platz zur Verfügung steht, können auch Diamanttauben (Geopelia cuneata) mit Wellensittichen vergesellschaftet werden. Das heißt, in einem gemeinsamen Freiflugzimmer oder in einer sehr großen Voliere (keine kleine Zimmervoliere!) kommen die beiden Spezies gut miteinander aus, sofern keine Bruten stattfinden. Bei Käfighaltung mit gemeinsamem Freiflug benötigen beide Arten jeweils separate Käfige, sie sollten nicht in derselben Behausung untergebracht werden. Denn die Wellensittiche würden den aus Australien stammenden kleinen Ziertauben schwer zusetzen und ihnen keine Ruhe lassen. 

KanarienvögelWeniger gut eignen sich Kanarienvögel (Serinus canaria), weil diese den Wellensittichen normalerweise körperlich unterlegen sind. Bei einem Streit tragen sie in aller Regel Wunden davon, die mitunter tödlich für die zarten Tiere sein können. Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Wird ein eher ruhiger, schwächerer Wellensittich gemeinsam mit mehreren Kanarienvögeln untergebracht, können diese auf ihn losgehen und ihm zusetzen. Darauf hat der Birds-Online-Leser Sven Briese hingewiesen. Er hat einen Fall erlebt, bei dem ein zuvor aus schlechten Haltungsbedingungen gerettetes Wellensittich-Pärchen in einer Voliere mit 20 Kanarienvögeln untergebracht worden ist. Die kleinen Vögel haben die Wellensittiche dermaßen attackiert, dass das Männchen beinahe gestorben wäre.

Vogelhaltern mit einer geräumigen Voliere dürfte die Gemeinschaftshaltung von Wellensittichen und Wachteln sehr viel Freude bereiten. Die netten Bodenbewohner halten die Voliere (sofern sie sich im Garten befindet) stets frei von Insekten wie Ameisen, die auf ihrem Speisezettel stehen.

Erfahrungsbericht von Michael Weber
Gemeinschaftshaltung "In meiner Voliere leben auf 100m3 Wellensittiche (30 Stück) mit Schmetterlingsfinken (12 Stück), Braunrückengoldsperlingen (2 Stück), Katharinasittichen (4 Stück), Glanzsittichen (5 Stück), Schönsittichen (2 Stück) sowie vier Meerschweinchen ohne Probleme zusammen.

Wichtig ist nur, dass keine Nistkästen aufgehängt werden. Sonst ist mit blutigen Streitereien zu rechnen."

Sollte jemand Erfahrung in der gemeinsamen Haltung von Wellensittichen und einer hier nicht erwähnten Vogelart haben, wäre es großartig, wenn mir die-/derjenige eine E-Mail mit einem kurzen Erfahrungsbericht schicken könnte. Danke!

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