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In diesem Kapitel erfahren Sie mehr über potenzielle Gefahren von A bis Z, die auf Wellensittiche und andere Ziervögel lauern. Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.
Sollten Sie selbst eine weitere Gefahrenquelle kennen, die hier
nicht aufgeführt ist, schicken Sie mir bitte eine
E-Mail, Sie erreichen mich über die
Kontaktseite von Birds Online.
Danke für Ihre Hilfe!
Entfliegen
"Ich öffne das Fenster
nur einen kleine Spalt breit, es wird schon nichts
passieren!" Dass diese Annahme oftmals einem fatalen Irrtum
entspricht, halten die wenigsten Sittichhalter für
möglich. Der sonst eher träge Vogel spürt
einen Windhauch, wird neugierig, und ist schneller
aus dem Fenster geflogen, als man
hinterher schauen kann. Zudem ist es erstaunlich, durch welch
schmale Öffnung sich ein Wellensittich zwängen kann!
Geöffnete Balkontüren, vor denen
ein leichter Vorhang weht, stellen eine Einladung für den
Freiflug der besonderen Art dar. Ich beobachte meine Sittiche von
Zeit zu Zeit dabei, wie sie in der Gardine landen und neugierig
dahinter schauen.
Es tut den Tieren gut, wenn sie im Sommer ein wenig
Sonnenstrahlung (und vor allem auch Schatten!) erhalten. Nehmen
Sie sie im Käfig mit auf den Balkon oder in den
Garten, sollten Sie zur Sicherheit ein
Vorhängeschloss am
Türchen befestigen. Vor einigen Jahren beobachtete ich
meine beiden "Ausbrecher-Sittiche"
Mira und
Ceti in der Wohnung
dabei, wie sie den Käfig gemeinsam systematisch von
innen aufhebelten.
Im Freien gibt es viele den Wellensittichen unbekannte Geräusche
und Gestalten. Wilde einheimische Vögel hoch oben
am Himmel können einen Sittich im Käfig verängstigen,
wodurch er wild zu flattern beginnt. Dabei kann das Türchen
aufspringen, und der Vogel verschwindet schnell auf
Nimmerwiedersehen. Bitte lassen Sie den Käfig
außerhalb geschlossener Räume nicht unbeaufsichtigt,
da eine Katze aus der
Nachbarschaft über das neue "Spielzeug" in ihrem Revier vermutlich
regelrecht entzückt sein dürfte.
Erhängen
Während des Freiflugs
kann es zu folgenschweren Unfällen kommen, wenn sich bestimmte Gegenstände
in der Reichweite des Vogels befinden. Wellensittiche sind neugierig und
spielen gern mit lose baumelnden Textilien oder Fasern, also mit den Fransen
von Teppichen, mit Kordeln von Vorhängen oder mit so manchem im Fachhandel
verkauftem Vogelspielzeug, das lose Baumwollfäden enthält. Beim Spielen
wickeln sich die Vögel mitunter in die Fäden ein und sie können sich um den
Hals der Tiere legen. Versucht ein derart gefangener Vogel zu entkommen,
zieht sich die Schlinge zu und erdrosselt das Tier. Je nachdem, wo die
tödliche Falle platziert ist, verliert der Vogel den Halt mit den Füßen
und erhängt sich dadurch an seinem Spielzeug.
Erschrecken
Wellensittiche sind in manchen
Situationen ziemlich schreckhaft, viele sterben an den
Folgen eines Schocks. Zartbesaitete Tiere erleiden in einer
beängstigenden Situation einen tödlichen Schreck (schwaches Herz). Oder der Vogel
flattert wild herum und bricht sich Flügel oder Genick.
Sittiche reagieren überaus empfindlich auf plötzliche
Geräusche, die nicht einmal
sonderlich laut sein müssen. Ein Vogel meiner Eltern
erschrickt beispielsweise, sobald er die schrillen Töne hört,
die jene akustischen Geburtstags-Grußkarten von sich geben, wenn sie
ein Liedchen plärren.
An der Zimmerdecke entlang wandernde Lichter
versetzen Wellensittiche in Todesangst. Bitte lassen Sie nie den
Schein einer Taschenlampe oder die Reflexion des Sonnenlichts
(entsteht beispielsweise durch Spiegelungen an Armbanduhren) über dem Sittich
an der Decke entlang wandern. Er könnte dies für einen
über ihm kreisenden Fressfeind (= Greifvogel) halten, so
merkwürdig dies vielleicht klingen mag. Auch ein unvorhergesehener
Lichteinfall (die Vögel sitzen im Dunkeln und Sie schalten
das Licht ein) kann die Tiere erschrecken.
Ersticken
Bitte lassen Sie keine
Plastiktüten oder -folien dort
herumliegen, wo sich Ihre Sittiche aufhalten. Die Neugier
verleitet Wellensittiche dazu, sich das vermeintliche Spielzeug
aus der Nähe anzuschauen. Falls sie hinein krabbeln,
besteht akute Erstickungsgefahr! Auch das Schlucken von Plastikfolie kann
zum Ersticken führen.
Ertrinken
Da Wellensittiche ausgesprochen
neugierige Zeitgenossen sind, untersuchen sie gern herumstehende
Trinkgläser. Setzen sie sich auf den
Rand, können sie bei ihren Trinkversuchen leicht vorn
über stürzen. Ein geöffnetes WC im
Badezimmer stellt eine weitere Gefahrenquelle dar. Darüber
hinaus kann sämtliches Putz- und
Spülwasser zur tödlichen Falle werden. Der Schaum
auf dem Wasser mutet wie eine feste Oberfläche an, auf der
die Tiere landen wollen. Aus einem Putzeimer
oder Spülbecken können sie sich nicht mehr aus eigener Kraft
befreien, wenn sie einmal durchnässt sind.
Auch Blumenvasen und vor allem
Gießkannen sollten Sie nicht in der
Reichweite unbeaufsichtigter Wellensittiche stehen lassen.
Aquarien sollten Sie stets mit einem Deckel
versehen. Ich habe selbst als Kind meinen Wellensittich
Pünktchen
aus seiner "Seenot" retten müssen, als der Vogel meinte, meine
Goldfische unbedingt aus nächster Nähe betrachten zu müssen.
Feststecken
Als Höhlenbrüter sind
Wellensittiche hin und wieder auf der Suche nach geeigneten
Brutplätzen. Selbst in Gefangenschaft lassen sie von dieser
Angewohnheit nicht ab, wobei es meist die Weibchen sind, die
sich in alle erdenklichen Spalten zwängen. Aber auch so
mancher Sittichmann quetscht sich gern in dunkle Ecken. Dieses
"Hobby" kann den Vögeln im Haushalt schnell zum
Verhängnis werden, falls sie irgendwo stecken bleiben
und der Besitzer sie nicht rechtzeitig findet. Sehr oft stürzen
Wellensittiche hinter Schränke, weil sie dort eine
große Bruthöhle vermuten. Mancher Besitzer entdeckt
seinen verunglückten Vogel dort erst, wenn es für
diesen längst zu spät ist. Am besten verschließen
Sie sämtliche Hohlräume und Spalten, in die Ihre
Vögel krabbeln könnten.
Bitte denken Sie hierbei auch an Heizungkörper, denn meist sind sie einige Zentimeter weit von der Wand entfernt befestigt. In diesen Spalt können neugierige Vögel stürzen und dort feststecken. Während der Heizperiode können Panik und Hitze innerhalb kürzester Zeit tödlich sein.
Sittichmann Derrick, siehe Foto rechts, zwängt sich gern zwischen einen Stapel
CDs, aus dem er sich selbst wieder befreien kann. Viel
gefährlicher für Wellensittiche sind versteckte
Spalten. Stecken sie darin fest, findet man sie oft
erst, wenn sie bereits aufgrund ihrer Angst gestorben sind.
Ein weiterer Gegenstand, in dem Vögel feststecken können, sind so genannte Futterbälle oder Salatkugeln, siehe Foto rechts. Dieses Zubehör wird vom Fachhandel angeboten und es soll dazu dienen, den Tieren Frischkost wie Salatblätter auf möglichst bequeme
Weise anzubieten. Prinzipiell ist die Konstruktion recht clever, aber leider ist sie alles andere als unfallsicher, wie die Birds-Online-Leserin Elke Roos berichtete: "Meine Wellensittiche fanden die Kugel auch sehr interessant. Durch die vergrößerte Öffnung an der oberen Seite (Einfüllöffnung) ist mein Jamy dann allerdings innen in der Kugel gelandet und kam alleine nicht mehr raus."
Die Kugel hätte ihm zum tödlichen Verhängnis werden können, wenn seine Halterin seine Notlage nicht rechtzeitig bemerkt hätte.
Andere Haustiere
Unterschätzen Sie nie die
Gefahren, die von der gemeinsamen Haltung von
Katzen und
Vögeln ausgehen, ebenso können
Hunde den Wellensittichen
gefährlich werden. Insbesondere beim Freiflug sollte man diese
Vierbeiner und Vögel nie unbeaufsichtigt lassen, da ein
flatternder Sittich im sonst so friedlichen Stubentiger oder
Schoßhund den Jagdinstinkt wecken könnte.
Auch Aquarien können zur tödlichen
Falle werden, siehe unter "Ertrinken".
Selbst von kleinen Nagetieren kann für
Wellensittiche eine Gefahr ausgehen. Landet der Vogel beim
Freiflug auf dem Käfig eines Nagers, kann dieser aus Neugier
oder Aggression in die Füße des Sittichs beißen,
was zu schweren Blutungen oder zum Verlust von Zehen und damit zu einer
lebenslangen Behinderung führen kann. Beim Freiflug
kommen Wellensittiche hingegen in aller Regel
sehr gut mit kleinen Nagern aus (siehe Foto in diesem Absatz).
Achtung, im Speichel von Säugetieren (Hunde, Katzen, Nager, etc.) befinden sich Bakterien, die den Säugern normalerweise nichts ausmachen. Aber für einen Vogel können sie zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, wenn sie in eine Wunde gelangen. Das heißt, nach einem Säugetierbiss besteht für einen Vogel unter Umständen Lebensgefahr. Katzenspeichel enthält zum Beispiel sogenannte Pasteurellen. Gelangen diese in die Blutbahn eines Vogels und wird das Tier nicht schnellstmöglich mit einem Antibiotikum behandelt, kann im schlmmsten Fall eine Blutvergiftung innerhalb von rund 24 bis 48 Stunden zum Tod führen. Auch der Speichel anderer Säugetiere kann zu dieser schweren gesundheitlichen Komplikation führen. Deshalb sollten Säugetierbissverletzungen grundsätzlich sehr ernst genommen werden. Der betroffene Vogel ist umgehend einem Tierarzt vorzustellen, damit der kleine Patient mit einem Antibiotikum behandelt werden kann. Das gilt auch dann, wenn die eigentliche Wunde sehr klein ist.
Hängenbleiben
Vor allem mit den Krallen, aber mitunter auch mit den Zehen können Vögel an verschiedenen Gegenständen hängen bleiben. Sehr groß ist die Gefahr, die von locker gewebten Stoffen wie Gardinen oder von Materialien mit Schlingen (Teppiche, Handtücher) ausgehen.
Klebenbleiben
Zwar sind klebende Fliegenfänger heute bei weitem nicht mehr so populär wie in früheren Zeiten, aber sie kommen in machen Haushalten nach wie vor zum Einsatz. Außerdem verwenden viele Menschen zur Bekämpfung von Schädlingen an Zierpflanzen klebende Farbtafeln (Gelbsticker). An solchen selbstklebenden Insektenfängern können auch Wellensittiche haften bleiben. Sie können sich unter Umständen nicht selbst befreien und das Gefieder verklebt großflächig. Hat sich der Klebstoff erst einmal im Gefieder verteilt, ist es schwierig, ihn wieder zu entfernen und oft hilft es nur, die betroffenen Federn abzuschneiden, damit sich der Vogel beim Versuch des Reinigens nicht am Klebstoff vergiftet. Siehe hierzu auch der Erfahrungsbericht von Sandra Hencl.
Kollisionen (gegen ein Hindernis fliegen)
Eine große Gefahr für Wellensittiche stellen
Fensterscheiben, Spiegel
und andere Glasflächen dar. Zwar
mag ein Vogel normalerweise an die unsichtbare Barriere
gewöhnt sein. In einer Paniksituation aber könnte der
Fluchtinstinkt siegen, was den Sittich unter Umständen
dazu veranlasst, gegen das Glas zu fliegen. Im schlimmsten Fall
bricht er sich das Genick und ist auf der Stelle tot.
Aber es kann ebenso zu schweren Blutungen der Nase, zu gefährlichen
Platzwunden
am Kopf, zu
Gehirnerschütterungen
und
Knochenbrüchen kommen.
Eine dieser schweren Verletzungen stellt für Wellensittiche
ein Bruch
des Schnabelhorns dar (siehe Abbildung unten),
denn es wächst - wenn
überhaupt - nur überaus langsam nach. Verläuft der Bruch
nahe der Schnabelwurzel, kann der Vogel mit großer
Wahrscheinlichkeit nicht mehr selbstständig fressen
und muss eingeschläfert werden. Das Nachwachsen des
Schnabels dauert mitunter Jahre, so lang hält selbst ein
übergewichtiger Sittich bedauerlicherweise nicht ohne
Nahrung durch.
Verhindern kann man Kollisionsunfälle nur, indem man
Gardinen oder Rollos vor Fensterscheiben hängt und den
Sittich möglichst nicht dort fliegen lässt, wo es
große, ungeschützte Glas- oder Spiegelflächen
gibt. Aufkleber in Form von Greifvogelsilhouetten oder Windowcolorbilder
helfen meist nicht, Kollisionsunfälle zu verhindern!
Der rechts gezeigte Vogel Kiki hatte Glück
im Unglück. Als er gegen eine Glastür flog, brach sein
Oberschnabel ab. Der Bruch bildete jedoch keine gerade
Kante. Ein kleines Stück Schnabel, das länger war als der
Rest, ermöglichte ihm das selbstständige Fressen und
damit sein Überleben.
Quetschungen
Achten Sie immer darauf, ob
Ihr Vogel auf einer Tür sitzt, bevor
Sie diese schließen. Klemmen Sie ihn dort versehentlich ein,
führt das in den "harmlosesten" Fällen zu Quetschungen.
Im schlimmsten Fall verliert das Tier seine Zehen und mit ihnen
viel Blut, weshalb es innerhalb kürzester Zeit stirbt.
Die Abbildung rechts zeigt die Spätfolgen einer Quetschung.
Die Zehe ganz rechts im Bild war gebrochen und blieb später
schief.
Manche Wellensittiche sind passionierte Spaziergänger, die
mit Vorliebe über den Fußboden
wandern. Sollte Ihr Tier gelegentlich diesem Hobby nachgehen,
seien Sie stets vorsichtig, damit Sie nicht unbeabsichtigt auf
den Sittich treten.
Bei kleinen Kindern ist besonders große
Vorsicht geboten. Sie wollen einen zahmen Vogel sicher nur
streicheln, und das Tier kennt vermutlich keine Angst. Auf diese
Weise verlor einer meiner Goldfische in einem unbeaufsichtigten
Moment sein Leben. Mein damals sehr junger Cousin wollte den
armen Kerl im Aquarium eigentlich nur streicheln ... Kinder
können ihre Kraft noch nicht sicher genug dosieren. Besser,
Sie lassen es nicht drauf ankommen! Mehr zum Thema
"Wellis und Kinder"
finden Sie im gleichnamigen Kapitel von Birds Online.
Schlechte Raumluft
Vor allem im Winter ist die Raumluft nicht immer von bester
Qualität. Trockene Heizungsluft setzt
den Schleimhäuten der Sittiche genauso wie den unseren zu.
Wie Sie das Raumklima verbessern können, entnehmen Sie bitte
diesem Kapitel.
Denken Sie daran, sich und den Vögeln stets ausreichend
Frischluft zuzuführen. Lüften Sie regelmäßig,
sonst leidet das Immunsystem Ihrer Haustiere.
Stromschlag
An vielen Stellen in der Wohnung kann es zu einem folgenschweren Unfall kommen, wenn sich Vögel durch ihre Neugier einen Stromschlag zuziehen. Wer beispielsweise Kronleuchter einer bestimmten Bauart unter der Zimmerdecke befestigt hat und darin
einige Glühlampen fehlen, dann könnte ein Vogel sich durch das Erzeugen eines Kurzschlusses einen (tödlichen) elektrischen Schlag zuziehen. Auch das Benagen von Kabeln (z. B. an Lampen oder Computerkabel) kann tödliche Folgen nach sich ziehen. In der Weihnachtszeit stellen Lichterketten eine besonders große Gefahr dar, denn deren Kabel können sogar von kleinen Papageienvögeln wie Wellensittichen problemlos durchgenagt werden.
Verbrennungen
Offene Kamine und
Kerzenflammen
können für Wellensittiche tödlich sein. Auch eine
Landung auf einer heißen Herdplatte
würde ein Vogel sicher nicht überleben.
Heiße Dunstschwaden in der Küche
verbrennen dem Tier beim Einatmen die Lunge. Große Gefahr
geht darüber hinaus von heißem
Öl aus.
Offene Töpfe sind eine sehr gefährliche Gefahrenquelle, denn ein neugieriger Vogel könnte auf dem Rand landen und in heiße Flüssigkeiten (Suppen) oder Speisen stürzen. Auch die Landung auf einem heißen Deckel eines Topfes kann zu schweren Verbrennungen führen.
Halogen-Deckenfluter verleiten die Sittiche
dazu, auf ihnen zu landen. Manche Tiere tun dies nicht, weil die
Lampen sehr hell strahlen. Andere ignorieren die Helligkeit und
fliegen unter Umständen in ihr Verderben. Durch die hohen
Temperaturen weit jenseits von 100 Grad Celsius würde der
Vogel augenblicklich an der Lampe fest brennen und qualvoll sterben!
Lassen Sie niemals ein auskühlendes
Bügeleisen in der Reichweite Ihrer
Wellensittiche stehen. Die Vögel sehen in diesem Gerät
keinerlei Gefahr und könnten sich daher schlimmste
Verbrennungen zuziehen. Dasselbe gilt für Lötkolben.
Sie sollten Ihre Sittiche keinesfalls praller
Sonne aussetzen. Die Tiere könnten an einem Hitzschlag sterben,
sofern sie keine Möglichkeit haben, sich in den Schatten
zurückzuziehen.
Vergiftung
Entfernen Sie in den Freiflugzimmern zur
Vorsicht alle Bleibänder aus den
Gardinen/Vorhängen. Knabbert ein Sittich an solchen
Bändern, ist die Wirkung in den meisten Fällen
tödlich. Leider werden immer wieder Tiffany-Schmuckgegenstände
im Haus gehaltenen Vögeln zum tödlichen Verhängnis,
weil dieser Zimmerschmuck hohe Bleimengen enthält.
Auch an Alkohol,
Klebstoff, Tinte
(siehe Bild unten), Kugelschreiber- und
Filzstiftminen sowie
Blumendünger,
Insektenspray, Duftlampen
und -öle sowie
Reinigungsmittel sollten Wellensittiche
nicht gelangen können.
Ebenso sollte es sich von selbst
verstehen, dass Sie Ihr Tier keinen Abgasen oder
Dämpfen aussetzen. Besonders gefährlich sind
darüber hinaus Zigarettenstummel in Aschenbechern. Knabbern
Sittiche daran, besteht akute Vergiftungsgefahr.
Zigarettenrauch ist auf die Dauer sehr
gesundheitsschädlich für die Tiere.
Nikotin ist und bleibt ein Gift, obwohl
diese Tatsache vielen Rauchern absolut nicht gefällt.
Aufgrund seiner schnellen Atmung und der Anatomie seines Atmungssystems
(Lunge und Luftsäcke) ist ein
Vogel durch Nikotin erheblich stärker
gefährdet als ein Mensch. Also: Nicht in der Nähe
Ihrer Vögel rauchen!
Die normalerweise weiß gefärbte Sittichdame
Rhea kletterte
auf der Suche nach einer Brutgelegenheit auf meinem Schreibtisch
in einen Stiftständer, in dem zuvor Tinte ausgelaufen war.
Noch Wochen später klebte die zum Glück ungiftige Tinte
in ihrem Gefieder und verschwand erst mit der nächsten Mauser.
Durch eine E-Mail erfuhr ich vom traurigen Tod eines Wellensittichs,
der an einer Vergiftung verursacht durch
eine Antihaftbeschichtung
gestorben ist. Seine Besitzer hatten eine Pfanne auf dem eingeschalteten Herd
vergessen, und sie heizte sich stark auf. Als sie es rochen,
litt der Vogel bereits an Krämpfen. Selbst frische Luft
konnte ihm nicht mehr helfen, und der Sittich starb unter größten Qualen.
Eine Antihaftbeschichtung kann ein Tier auch schleichend vergiften, zum
Beispiel wenn es sich oft in der Küche aufhält und
die Dämpfe einatmet. Seien Sie also vorsichtig mit
antihaftbeschichteten Pfannen! Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in
diesem Kapitel.
Große Gefahr geht von einigen
Zimmerpflanzen aus. Etliche beliebte Pflanzenarten, die in der Wohnung kultiviert werden, sind giftig. Benagt ein Vogel eine solche Pflanze, kann dies im schlimmsten Fall tödliche Folgen haben. Eine umfangreiche Liste
giftiger Pflanzen finden Sie hier. Aber auch die Blumenerde birgt ein Risiko. Häufig findet sich auf der Erde ein leichter Schimmelrasen. Wühlt ein Vogel in einem Blumentopf in der verschimmelten Erde und schluckt er etwas davon, kann er sich an dem Schimmel vergiften. Zudem besteht die Gefahr, dass das Tier Sporen des Schimmels einatmet und sich dadurch eine Schimmelpilzinfektion der Atemwege, eine sogenannte Aspergillose, zuzieht. Manche Düngemittel, die in Blumenerde enthalten sind, können für Vögel ebenfalls zur Gefahr werden. Deshalb ist dringend darauf zu achten, dass die Blumenerde grundsätzlich nicht verschimmelt oder mit giftigen Düngemitteln behandelt sein sollte, denn ein neugieriger Vogel könnte irgendwann auf die Idee kommen, die Erde zu durchwühlen.
Die Gesundheitsrubrik von Birds Online enthält Hinweise zum Thema
Vergiftungen und gibt Tipps, was im Notfall zu tun ist.
Verstecken in Möbeln und Küchengeräten
Vögel,
die frei durch eine Wohnung fliegen, erkunden mitunter die unmöglichsten Orte und
Verstecke. Zum Beispiel Schranktüren, die nur einen Spalt breit geöffnet sind, oder
Schubladen laden neugierige Wellensittiche zu Erkundungstouren ein. Wird das
Möbelstück dann gänzlich geschlossen, kann es geschehen, dass der Vogel
unbemerkt bleibt und gefangen ist. Im schlimmsten Fall kann er in seinem "Gefängnis"
verhungern.
Sehr gefährlich sind geöffnete Spülmaschinen. Die Birds-Online-Leserin
Verena Schlögel schrieb hierzu: "Ich hatte vor ein paar Jahren zwei Wellis
und einer, Micki, hatte immmer den Tick, sich in die Spülmaschine zu setzen,
weil die innen so schön verspiegelt war ... Die beiden durften nämlich
immer überall rumfliegen. Das wäre aber beinahe mal ganz schön schief gegangen,
als Micki drinnen saß und meine Mom die Spülmachine angeschalten hat ...
Irgendwie hatte sie aber so eine Intuition und hat nach ein paar Minuten
noch mal nachgeschaut. Ich bin so richtig zu Tode erschrocken, als mein
Vogel da raus kam."
Wildtiere
Wellensittiche, die in ihrem Käfig
oder in ihrer Voliere im Freien sind, können von Wildtieren
attackiert und dabei getötet werden. Rabenvögel wie etwa
die Elstern sind ausgesprochen neugierig und landen gern auf
Vogelkäfigen, wenn sie diese beispielsweise auf Terrassen
erspähen. Wellensittiche können sich dabei zu Tode
fürchten oder gar einer Elster zum Opfer fallen, obwohl Rabenvögel nur
sehr selten andere Vögel angreifen. Alle
Elstern oder Rabenvögel deshalb für Wellensittichmörder
zu halten, wäre somit maßlos übertrieben!
Große Gefahr geht von Wespen, Bienen und Hornissen aus. Der
Stich einer Wespe kann einen Wellensittich töten, wie ich im
Sommer 2002 in einem Wellensittichforum
erfuhr. Der von einer Wespe attackierte Wellensittich Bobby
erstickte nach dem Stich langsam, ohne dass ihm hätte geholfen werden können.
Zugluft
Setzen Sie ihren Wellensittich niemals Zugluft
aus, da er sich dadurch schwere
Atemwegsinfektionen
mit tödlichem Verlauf zuziehen kann. Testen Sie mit einer
Kerzenflamme oder einem Feuerzeug, ob der Standort des
Käfigs zugluftfrei ist. Viele Sittichhalter gönnen ihren
Vögeln einen hellen Platz am Fenster, der in den seltensten Fällen zuvor nicht auf
eventuell vorhandene Zugluft überprüft wird.
Gegebenenfalls lassen sich undichte Fenster leicht reparieren.
Von Zugluft geht noch eine weitere, nicht zu unterschätzende
Gefahr für in der Wohnung frei fliegende Vögel aus.
Wenn ein Wellensittich beispielsweise auf einer Tür sitzt
und sich diese aufgrund eines Luftzuges schließt, kann
es zu schweren Verletzungen oder gar zum Tode kommen.
Zerquetschte Zehen sind eine sehr häufige
Verletzung bei Vögeln, die auf Türen saßen, die
durch einen Luftzug plötzlich zugefallen sind.
Noch extremer ist der Fall, den eine Birds-Online-Leserin
schilderte. Ihr Wellensittich hatte auf einer Tür gesessen,
als diese sich durch einen Luftzug zu schließen begann. Der
Vogel erkannte die Gefahr zu spät und geriet bei seinem
Fluchtversuch zwischen Tür und Rahmen. Er brach sich dabei
das Genick und war auf der Stelle tot. Unter derart unglücklichen
Umständen kann es anstelle des Genickbruchs zu schweren
inneren Verletzungen aufgrund der starken Quetschung kommen, die
einen qualvollen Tod für einen Vogel bedeuten.
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