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| Home > Allgemeine Informationen > Trauer nach dem Tod eines Vogels | |||
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Meist bringt die Vogelhaltung den größten Teil der Zeit sehr viel Freude, wenn man von den gelegentlichen kleinen Ärgernissen absieht, weil der gefiederte Mitbewohner beispielsweise die Tapete angefressen oder anderen Unsinn angestellt hat. Ein Großteil der Tierbesitzer lässt die Vögel nicht nur in ihr Leben, sie werden viel mehr ein wichtiger Teil davon und ein Dasein ohne sie ist kaum vorstellbar. Irgendwann kommt jedoch leider immer der Moment, vor dem sich etliche Menschen sehr fürchten: Der Augenblick, in der sich die kleine Seele auf die letzte Reise begibt. Der Tod ist die Schattenseite der Tierhaltung, die im Alltag oft verdrängt wird, aber mit der man sich eines Tages gezwungenermaßen auseinandersetzen muss. Viele Vogelhalter haben ihre Tiere so sehr ins Herz geschlossen, dass für sie eine Welt zusammenbricht, wenn ein geliebter Vogel aus dem Leben scheidet. Sie haben mit ihm lange Zeit Seite an Seite gelebt und eine innige Freundschaft aufgebaut. Deshalb ist nicht irgendwer gegangen, sondern ein guter Freund - vielleicht sogar der beste Freund. Wenn man begreift, dass der gefiederte Liebling für immer fort ist, trifft einen diese Erkenntnis wie ein Stich ins Herz und man glaubt, ins Bodenlose zu fallen. Diese tiefe Trauer, die einen Tierhalter nach dem Verlust seines gefiederten Freundes überkommt, ist normal. Aber sie wird häufig vom sozialen Umfeld nicht verstanden. Nach Ansicht mancher Außenstehender ist "nur ein Vogel" gestorben und es werden Ratschläge gegeben wie: "Kauf Dir doch einen neuen." Oder: "Was bist Du denn so traurig, Du hast doch noch andere Vögel." Ganz besonders kränkend sind in einem solchen Moment die Worte: "Jetzt lass Dich nicht so hängen, stell Dir mal vor, es wäre ein Mensch gestorben." Solche Aussagen sind das Letzte, was ein Tierhalter, der gerade ein geliebtes Tier verloren hat, hören möchte und verkraften kann. Der Trauernde fühlt sich unverstanden und allein gelassen, er empfindet vielleicht sogar einen Verrat an seinem aus dem Leben geschiedenen Freund, weil der Vogel von seinem sozialen Umfeld als unwichtig abgetan wird. Das tut weh und verschlimmert die Trauer meist erheblich. Ein Tierhalter darf es in einer solchen Situation nicht zulassen, sich von seinen traurigen und negativen Gefühlen völlig übermannen zu lassen. Stattdessen sollte man sich an Gleichgesinnte wenden, zum Beispiel in einem Internetforum für Vogelliebhaber. In solchen Online-Gemeinschaften trifft man Menschen, die wie man selbst dazu fähig sind, tiefe Gefühle für Vögel zu empfinden und die den Verlustschmerz nachvollziehen können. Meist fällt es viel leichter, um ein Tier zu trauern und dessen Tod zu verarbeiten, wenn man weiß, man steht nicht allein da und wird von anderen Tierfreunden verstanden. Darüber hinaus gibt es einige weitere Dinge, mit deren Hilfe sich die schwere Zeit nach dem Tod eines geliebten Vogels etwas leichter bewältigen lässt. Die wichtigste Regel lautet: Stehen Sie zu Ihren Gefühlen! Wenn Sie beispielsweise mit einem schwer kranken Vogel in einer Tierarztpraxis sind und Ihr Schützling eingeschläfert werden muss, dann sollten Sie nicht unbewegt tun und sich verstellen. Jeder normale Mensch reagiert in einer solchen Situation mit Trauer oder gar mit Tränen, das weiß auch der behandelnde Tierarzt. Sofern Sie in normalem Maße weinen und nicht gleich schreiend in der Praxis zusammenbrechen, wird es Ihnen niemand übel nehmen, dass Sie um ihren Liebling weinen. Im Gegenteil: Ein Tierarzt hat mir vor einigen Jahren gesagt, dass er es für nicht normal hält, wenn jemand über den Tod seines Tieres einfach so hinweg geht, als wäre nichts geschehen. Wenn Sie zu Hause sind und der Vogel dort gerade gestorben ist oder wenn Sie vom Tierarztbesuch mit tragischem Ende zurückgekommen sind, dann werden vermutlich viele, viele Tränen fließen. Lassen Sie es zu, denn wenn man weint, fühlt man sich meist anschließend etwas besser. Können Sie dagegen nicht weinen, weil sie nach wie vor zu schockiert sind, ist das ebenfalls in Ordnung. So etwas kommt vor, niemand muss sofort weinen. Irgendwann, wenn Sie so weit sind, werden Sie weinen können. Setzen Sie sich deshalb nicht selbst unter Druck. Man kann auch tiefe Trauer empfinden, ohne dabei zu weinen. Nachdem der erste Schock überwunden ist, können Sie versuchen, mit einem kleinen Ritual Abschied zu nehmen. Wie dieses Ritual aussieht, bleibt Ihnen überlassen. Viele Tierhalter stellen beispielsweise eine Kerze auf und zünden sie für ihren verstorbenen Freund an, wobei sie ihm liebevollen Gedanken schicken. Sollte seine Seele noch irgendwo sein, so werden diese guten Wünsche sicher ankommen, weil zwischen dem Halter und dem Tier einmal eine enge Verbindung bestanden hat - das glauben viele Menschen und die Vorstellung ist wirklich angenehm. Ganz bewusst an die schönen Momente mit dem verstorbenen gefiederten Freund zu denken, ist ebenfalls wichtig. Außerdem kann eine Vorbereitung des Begräbnisses, sofern man den Vogel selbst bestatten kann und möchte, hilfreich beim Abschiednehmen sein. Eine hübsche Blume für das Grab auszusuchen und sie zu pflanzen, ist ebenso legitim wie das Aussuchen von Grabbeigaben wie eine kleine Portion des Lieblingsfutters des verstorbenen Vogels. Das Schlimmste sind die Tage und Wochen nach dem Verlust. Denn Trauer ist ein Gefühl, das naturgemäß eine Weile anhält. Oft hilft die sogenannte Trauerarbeit. Eine Tierärztin, die ein Buch über den Abschied vom geliebten Tier veröffentlicht hat (siehe weiter unten), empfiehlt beispielsweise, einen Brief an das verstorbene Tier zu schreiben, in dem man das sagt, was man der kleinen Seele gern noch mit auf den Weg geben möchte. Ein schöner Ort für einen solchen offenen Brief oder einen Nachruf ist zum Beispiel eine virtuelle Gedenkstätte eines Forums, in dem sich Vogelfreunde treffen, sofern man seine Trauer öffentlich aufarbeiten möchte. Ansonsten tut es auch ein Brief, den man niemandem zeigt. Hauptsache, man formuliert einmal, was man dem Tier sagen möchte. Wann immer Sie der Verlustschmerz überkommt, denken Sie an etwas Schönes, das Sie mit Ihrem Vogel erlebt haben. Führen Sie sich vor Augen, welches Glück es gewesen ist, ihn gekannt und ihm ein Zuhause gegeben zu haben. Halten Sie an der Vorstellung fest, dass diese schönen Momente Geschenke an Sie und die geliebte Seele gewesen sind, die Ihnen das Schicksal oder eine höhere Macht zuteil werden lassen hat. Seien Sie dankbar dafür und tragen Sie diese schönen Erinnerungen in Ihrem Herzen. So wird ein Teil des geliebten Tieres weiterleben. Wie lang die Trauerphase dauern sollte, lässt sich pauschal nicht sagen. Jeder Mensch verarbeitet von ihm als schlimm empfundene Verluste anders. Ist man nach dem Tod des Vogels aber beispielsweise nach einer Woche noch immer so sehr vor Schmerz gelähmt, dass man krank im Bett liegt und nicht unter Menschen gehen kann, benötigt man höchstwahrscheinlich fachkundige Hilfe. Scheuen Sie sich nicht, eine psychologische Hilfsdienststelle zu kontaktieren. Jemanden zu verlieren, der einem nahe steht, ist ein Trauma und in bestimmten Lebenssituationen lässt es sich unter Umständen nicht allein verarbeiten. Geistliche, die Telefonseelsorge und andere fachkundige Ansprechpartner geben hierbei gern Hilfestellungen und lachen normalerweise nicht darüber, wenn man um ein Tier trauert. Literaturtipp Dr. med. vet. Carmen Stäbler
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