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Home > Vögel mit Handicap > Fehlende Gliedmaßen: Angeborene Defekte | |||
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Erfahrungsbericht von Gaby Schulemann-Maier
Einer meiner leider inzwischen verstorbenen Wellensittiche hatte einen solchen angeborenen Defekt. Rhea, siehe Foto rechts, war zeitlebens ein ebenso munteres wie stolzes Weibchen, vor dem sämtliche Schwarmgenossen größten Respekt hatten. Mit ihrem starken Willen sowie ihrer körperlichen Kraft setzte sie sich immer durch, egal, um was es ging. Daran vermochte auch die Tatsache nichts zu ändern, dass sie leicht behindert war. An ihrem linken Fuß fehlte am äußeren, hinteren Zeh das letzte Glied, siehe Foto unten rechts. Demnach hatte Rhea an jenem Zeh keine Kralle, wie man in der Abbildung unten erkennen kann, die ihren Fuß zeigt.
In der Fachliteratur heißt es, dass derlei angeborene Defekte sich unter Umständen vererben können, weshalb von der Zucht mit Vögeln abgeraten wird, denen Gliedmaßen fehlen. Mein Weibchen Rhea wurde ungeplant Mutter dreier kerngesunder Kinder. Ihre älteste Tochter machte sie gut drei Jahre später zur Großmutter, und auch Rheas einzige Enkelin erfreute sich bei der Geburt bester Gesundheit. Keiner der Nachkommen war in irgendeiner Weise versehrt, alle Jungtiere hatten vollständig intakte Gliedmaßen. Es scheint demnach nicht grundsätzlich der Fall zu sein, dass sich die genetische Veranlagung für fehlende Gliedmaßen vererbt, wobei ich dennoch davon abraten würde, absichtlich mit einem behinderten Vogel zu züchten. In Rheas Fall ist es passiert, ohne dass ich es gewollt hätte, und ich habe unmittelbar nach dem Schlupf der Jungtiere als erstes mit der Lupe deren Füße untersucht. Wie groß meine Erleichterung war, als ich bei den Nestlingen sämtliche Zehenglieder und Krallen entdeckte, dürfte wohl jedem Vogelhalter klar sein, der eine ähnlich enge Beziehung zu seinen Tieren pflegt wie ich.
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