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Home > Vögel mit Handicap > Augenprobleme: Bericht über blinden Agaporniden | |||
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Erfahrungsbericht von Petra Gavras, Mai 2007
1. und 2. Woche:
Die neuen Halter gingen zunächst davon aus, dass es sich bei der Drehbewegung möglicherweise um ein Symptom einer Nervenentzündung handeln könne, die in der Regel heilbar ist. Im Haushalt der Halter leben bereits zwei Rosenköpfchen, so dass der Vogel in Gesellschaft von Artgenossen leben kann.
Eine ältere Verletzung am linken Flügel lag vor, die schon verwachsen war. Aufgrund der Tatsache, dass der Vogel bereits 15 Jahre alt war, sahen sowohl Tierarzt als auch Halter von einer Operation des Flügels ab, zumal der Vogel auch offenkundig schmerzfrei war. Sein Zustand war leicht bis mittel geschwächt. Er wurde mit hochwertigen Vitaminen und pflanzlichen Präparaten behandelt. Es war klar erkennbar, dass die Kopf-Drehbewegungen dem Tier zur Orientierung dienten. Schließen Sie die Augen und bewegen Sie sich vorwärts, Sie werden Ihre Hände zur Hilfe nehmen – der Vogel nutzt hierzu seine Kopfdrehbewegung. Bereits nach wenigen Tagen zeigte sich ein deutliche Verbesserung: die Kopf-Drehbewegungen im Käfig ließen nach (also kannte er sein Gebiet), seine Gefiederfarben "lebten" auf und langsam und allmählich zeigte sich der Charakter eines Agaporniden wieder. Der Vogel erhielt den Namen "Oraio" (griech. Schöner).
Natürlich sollte der blinde Oraio nicht den ganzen Tag in seinem Käfig verbringen, daher wurde ein Brotkörbchen "geopfert", welches sein neues Transportmittel wurde. Von seinem Körbchen aus erkundete Oraio seine nähere Umgebung. Nach und nach kam immer mehr das eigentliche, pfiffige Verhalten eines Rosenköpfchens wieder zum Vorschein, Oraio blühte sichtlich auf!
Heute:
Seine Kopf-Drehbewegungen sind verschwunden und tauchen nur dann auf, wenn er an einem ihm unbekannten Ort ist (beispielsweise das erste Mal in einem Zimmer). Da alle anderen Sinne nicht eingeschränkt sind, weiß Oraio genau, wo er sich befindet und auch mit seiner schwachen Sehfähigkeit findet er sich überall zurecht. Alles neu Erlernte bleibt in seinem Gedächtnis erhalten und er profitiert beispielsweise am Folgetag schon davon (zum Verständnis: er hat einmal das Sofa erkundet, seitdem weiß er genau, wenn das Brotkörbchen auf dem Sofa steht und marschiert los, und zwar ohne herunter zu fallen).
Wir als neue Halter können Ihnen gar nicht beschreiben, wie viel Freude wir täglich mit unserem kleinen Sonnenschein haben. Wir haben unser Entscheidung, Oraio bei uns aufzunehmen nie bereut und würden es jederzeit wieder tun. Ihnen, lieber Leser, können wir versichern, dass auch ein gehandicaptes Tier noch eine sehr gute Lebensqualität haben kann und möchten Sie bitten, an einem solchen Tier nicht einfach vorbei zu gehen.
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