Brutzeit ist Wutzeit …

Flügel eines Rostkappenpapageis während der Brutzeit

In der letzten Zeit werde ich vermehrt angeschrieben, weil die Rostis oder Grünzügel sehr aggressiv geworden sind. Heute mache ich also mal wieder den Erklärbär.

😉

Weißbauchpapageien sind während der Brutzeit (auch ohne Eiablage) noch schwieriger zu halten als normal, soweit man bei Weißbäuchen überhaupt von „normal“ reden kann …

Das Männchen jagt das Weibchen, wobei dieses übelst schreit. Bitte keine Angst haben: Solange es keine ernsthaften Verletzungen gibt, ist das Verhalten absolut normal. Auch, dass das Weibchen bereits laut schreit und sich auf den Rücken wirft, wenn das Männchen noch weiter entfernt ist. Nachts kuscheln beide wieder unzertrennlich zusammen in der Schlafkiste. Zur Sicherheit gibt es nicht nur zwei sondern vier Futternäpfe in der Voliere verteilt und einen zusätzlichen in der Küche, damit beide jederzeit genügend Futter erhalten. Das ist wichtig, weil durch die Anstrengungen mal eben zehn bis 20 Gramm Gewicht „flöten gehen“, und das ist in Relation zum Körpergewicht wirklich viel. Also wird noch häufiger als sonst gewogen und eventuell mit energiereichem Futter gegengesteuert.

Brutzeit ist Wutzeit und dauert bei Erna und Oscar jeweils ungefähr drei Monate. Das Gefieder von Erna leidet während dieser Wochen sehr. Sie rupft sich zudem in der Kropfgegend und etwas am Bauch teilweise die weißen Federn aus. Auch das ist normal und dient der „Nestpolsterung“. Auf dem Foto sieht man deutlich, wie sehr die Federn in Anspruch genommen werden. So sind die Schwungfedern teilweise abgeknickt, ausgefallen oder total zerfranst. Die Schwanzfedern sind ebenfalls lädiert. Deshalb ist das Fliegen etwas eingeschränkt.

Aber das ist alles vollkommen normal. Sobald sich die Lage entspannt, setzt die nächste Mauser ein, und das Federkleid erstrahlt dann wieder in aller Schönheit.