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  In der Fachliteratur fallen immer wieder Begriffe wie "Handschwinge" oder "Wangenfleck". Die Begriffsvielfalt ist für die meisten Laien eher verwirrend als hilfreich, wenn es darum geht, den Farbschlag eines Wellensittichs mit Hilfe jener Fachbegriffe zu identifizieren. Die folgenden Abschnitte erläutern in Wort und Bild vom Kopf der Vögel bis zu ihrem Schwanz die wichtigsten Begriffe rund um das Gefieder.

Die Kehltupfen
Feder mit einem Kehltupfen Kehltupfen Im unteren Bereich des Gesichts tragen Wellensittiche fast aller Farbschläge schwarze, runde Flecken auf dem Gefieder. Jeder dieser so genannten Kehltupfen befindet sich auf einer einzelnen Feder. Der äußerste der Tupfen auf jeder Seite wird bei den meisten Wellensittichen von den länglichen Wangenflecken (siehe unten) verdeckt. Bei einigen Farbschlägen sind die einzelnen Kehltupfen nicht schwarz wie in der Abbildung rechts, sondern braun oder grau gefärbt beziehungsweise nur teilweise vorhanden. Es existieren darüber hinaus einige Schecken, bei denen sämtliche Kehltupfen fehlen. Je nachdem, ob es sich bei einem Wellensittich um einen Ausstelungsvogel (Schauwellensittich) oder einen zierlichen Stubenvogel handelt, trägt das Tier unterschiedlich viele Kehltupfen. Besonders viele Kehltupfen tragen die Ausstellungsvögel; die Wildform des Wellensittichs trägt in jeder Gesichtshälfte nur drei Kehltupfen.

Die Wangenflecken
Blauer Wangenfleck Geringfügig oberhalb der Kehltupfen liegen leicht schräg die Wangenflecken, die Genau genommen keine Flecken sind, sondern eher Streifen. Je nach Farbreihenzugehörigkeit sind sie entweder dunkelblau, hellblau, violett, weiß oder grau gefärbten Wangenflecken der Wellensittiche; nur bei grauen Wellensittichen können die Wangenflecken grau gefärbt sein. Manche Spangles und Schecken weisen gesprenkelte oder farblich gemischte Wangenflecken auf. Bei doppelfaktorigen Australischen Schecken sind die Farben der Wangenflecken in beiden Gesichtshälften unterschiedlich.

Wangenfleck-Feder Die Wangenflecken setzen sich aus mehreren, etwa drei bis fünf Millimeter langen Federn zusammen, die im unteren Bereich je nach Farbschlag weiß oder gelb sind. Oben in Richtung Spitze gibt es eine scharfe Grenze. Von ihr bis zur Spitze sind die Federn dunkelblau oder hellblau, je nach Körperfarbe des Vogels. In der Abbildung rechts ist eine einzelne Feder eines Vogels aus der Blaureihe zu sehen, die zusammen mit etwa zwanzig weiteren Federn einen Wangenfleck bildet.

Das Körper- oder Kleingefieder
Wellenmuster-Feder Zum so genannten Kleingefieder, das zuweilen auch Körpergefieder genannt wird, gehören sämtliche kleineren Federn der Wellensittiche. Das sind unter anderem die Federn des Kopfes, des Bauches und des Rückens. Auf den Federn des oberen Rückens ist das charakteristische Wellenmuster zu sehen, wie es die Abbildung rechts zeigt.

Die Federn am Bauch eines Wellensittichs und im Bereich seines Unterrückens sind einfarbig. Sie tragen die Farbe, die für den Vogel charakteristisch ist. Bei Sittichen aus der Blaureihe ist dies ein Blauton, bei denen aus der Grünreihe ein Grünton und bei den grauen Wellensittichen folglich ein Grauton.

Im Gesicht tragen die Wellensittiche kleine, einfarbige Federn in weiß oder gelb, je nachdem, welcher Farbreihe sie angehören.

Das Großgefieder
Unter dem Begriff "Großgefieder" fasst man all jene Federn eines Wellensittichs zusammen, die auffallend lang sind. Dies sind die Schwung- und Schwanzfedern (siehe unten).

Die Schwungfedern
Schwungfeder Von besonderer Bedeutung für die Wellensittiche sind ihre Schwungfedern. Diese steifen, bis zu acht Zentimeter langen Federn wachsen ihnen an den Flügeln. Folglich sind es exakt diese langen und stabilen Federn, die einen Wellensittich beim Fliegen in der Luft halten.

Je nach Farbreihenzugehörigkeit weisen die Schwungfedern gelbe (Grünreihe) oder weiße (Blaureihe, graue Wellensittiche) Bereiche auf. Darüber hinaus kann man bei den meisten Farbschlägen auch die Körperfarbe in der Färbung der Schwungfedern ausmachen. Die Abbildung rechts zeigt eine Schwungfeder eines normalen, dunkelblauen Wellensittichs, dessen Körperfarbe im rechten Bereich der Feder sichtbar ist.

Die Schwanzfedern
Große Schwanzfeder Der eigentliche Schwanz der Wellensittiche besteht aus zwei normalerweise gleich langen, schmalen, relativ steifen Federn. Diese Schwanzfedern sind je nach Farbreihenzugehörigkeit dunkelblau (Blaureihe), dunkelblau bis dunkelgrün (Grünreihe) oder dunkelgrau bis schwarz (bei den grauen Wellensittichen) gefärbt. Es kommen auch helle Schwanzfedern bei den Vögeln vor. Beispielsweise bei den Hellflügeln, Grauflügeln oder bei Spangles, Opalin-Spangles sowie einigen Schecken sind die Federn weiß, gelb oder gar bunt gemustert.

Kleine Schwanzfeder bzw. Steuerfeder Zusammen mit den beiden langen Schwanzfedern sind die kürzeren Steuerfedern für die Kontrolle und Stabilisierung des Fluges von großer Bedeutung. Mit Hilfe der kleineren Steuerfedern, die sich rechts und links von den langen Schwanzfedern befinden, navigieren die Wellensittiche bei ihren Flügen, und was noch viel wichtiger ist: sie bremsen mit diesen Federn. Bei Wellensittichen aus der Grünreihe sind diese kleinen Federn gelb und schwarz (siehe Abbildung rechts), bei Sittichen aus der Blaureihe und bei grauen Wellensittichen sind sie weiß und schwarz. Vögel mancher Farbschläge weisen andersfarbige Steuerfedern auf. Hellflügel beispielsweise können pastellfarbene Steuerfedern haben; bei Schecken können sie einfarbig sein.

Haben Sie Fragen zu den Farbschlägen Ihrer Vögel? Dann wenden Sie sich doch einfach an die vielen Experten im Forum des Vereins der Wellensittichfreunde Deutschlands (VWFD) Externer Link.

 
 
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