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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen! Jeder neue Vogel, der in einen Haushalt einzieht, könnte versteckte Krankheitserreger mitbringen. Ganz unabhängig davon, ob das Tier gesund wirkt oder nicht, sollte es nicht gleich mit den bereits im Haushalt lebenden Vögeln in direkten Kontakt kommen. Eine mindestens zweiwöchige Quarantäne ist unbedingt zu empfehlen. Kurz nach dem Einzug sollte man den Vogel darüber hinaus zu einem fachkundigen, auf die Behandlung von Vögeln spezialisierten Tierarzt (siehe Adressliste Zu bedenken ist hierbei insbesondere, dass Vögel durch den mit dem Umzug verbundenen Umgebungswechsel unter Stress leiden, der ihr Immunsystem schwächt. Häufig vermehren sich deshalb ganz normale Umgebungskeime, also in der Umwelt immer vorkommende Krankheitserreger, über alle Maßen im Vogel. Das, was ihn unter normalen Umständen nicht krank werden lässt, weil sein Immunsystem stark genug ist, kann ihn in einer Stresssituation spontan und ohne weitere äußere Einwirkung erkranken lassen. Was gehört zu einem Eingangs-Check? Darüber hinaus können auch innere Parasiten den Vogel besiedeln, die mit dem bloßen Auge normalerweise nicht zu sehen sind. Zu den häufigsten inneren Parasiten, die bei Wellensittichen und anderen Ziervögeln auftreten, gehören Trichomonaden und Spulwürmer. Um Trichomonaden nachzuweisen, die sich normalerweise im Kropf eines Vogels aufhalten, muss der Tierarzt einen Abstrich entnehmen und diesen direkt vor Ort unter dem Mikroskop betrachten. Trichomonaden sind normalerweise sofort zu erkennen. Dasselbe gilt für Spulwürmer beziehungsweise deren Eier, sie können vom Arzt unter dem Mikroskop nachgewiesen werden. Es empfiehlt sich, eine Sammelkotprobe des Vogels untersuchen zu lassen. Das bedeutet, der Halter sollte Kot seines Tieres sammeln, der zu verschiedenen Tageszeiten abgesetzt wurde, denn nicht mit jedem Kothäufchen werden Wurmeier ausgeschieden. Kropf- und Kloakenabstriche können unter dem Mikroskop zudem grob auf Bakterien und Pilze untersucht werden. Megabakterien beispielsweise lassen sich auf diese Weise in vielen Fällen aufspüren, obwohl sie leider nicht in jedem Abstrich zu finden sind, selbst wenn sie den Vogel besiedeln. Fallen dem Tierarzt unter dem Mikroskop Bakterien oder Pilze auf, kann er sie oft nicht genau bestimmen, weil sie zu klein sind oder weil sich die Arten optisch zu sehr ähneln. Aus diesem Grunde werden Proben an ein Labor geschickt, falls der Verdacht auf eine Infektion besteht. Diese Proben werden dort auf Nährböden angezüchtet, so dass sich die Krankheitserreger vermehren und leichter identifiziert werden können. Meist wird gleichzeitig überprüft, welches Medikament besonders wirksam ist. Diese Untersuchungsmethode bezeichnet man als Erstellung eines Antibiogramms, wenn es sich um Bakterien handelt, die den Vogel besiedeln. Ergänzend dazu sollte der Tierarzt den Vogel natürlich insgesamt genau betrachten, abtasten und gegebenenfalls abhören, wenn beispielsweise ein Verdacht auf eine Atemwegsinfektion besteht. Wie viel kostet diese Untersuchung? Für eine umfassende Eingangsuntersuchung ohne Laboruntersuchung sollte ein angehender Tierhalter jedoch mindestens 30 bis 35 Euro einplanen - mitunter können Zusatzuntersuchungen notwendig sein, so dass sich der Preis im Einzelfall verdoppeln kann. Dies sollte bei der Anschaffung eines Vogels unbedingt bedacht werden. Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
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