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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang
zum Tierarzt ersetzen!
Den Zeitpunkt für den Tod eines geliebten Tieres festzulegen, ist für viele Vogelhalter ausgesprochen schwierig. Sie plagen sich mit dem Gedanken, eventuell zu früh den Schlussstrich zu ziehen und den Vogel um Lebenszeit zu betrügen. Oder aber sie sehen die Lage zu optimistisch und nehmen die Anzeichen für starken Schmerz nicht wahr. Das Tier leidet längst entsetzliche Qualen, aber der Halter glaubt, weil es zwischenzeitlich vorübergehend fit wirkt, wäre der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen.
Es ist sinnvoll, die Situation des erkrankten Vogels so objektiv wie möglich zu betrachten und sich einige Fragen zu stellen. Die Antworten auf diese Fragen ergeben ein Bild, das mit dem Tierarzt diskutiert werden sollte. Mitunter ist das Bild jedoch so klar, dass es nur eine richtige Entscheidung gibt: den erkrankten Vogel umgehend einschläfern zu lassen.
Die folgenden Fragen sollen bei der Entscheidungsfindung helfen:
- Hat das Tier dauerhaft Schmerzen?
Wird diese Frage mit Ja beantwortet, ist die Lebensqualität stark
eingeschränkt. Der Vogel leidet, und als gewissenhafter Halter sollte man zumindest eine angemessene Schmerztherapie vom Tierarzt einleiten lassen.
- Falls das Tier Schmerzen hat, ist mit einer Besserung/Heilung zu rechnen oder nicht?
Wird diese Frage mit Nein beantwortet, dann sollte eine Euthanasie, also das Einschläfern, ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Welcher Tierhalter will schon, dass einer seiner Vögel unter
Schmerzen leiden muss, wenn abzusehen ist, dass sich dieser Zustand nie
mehr ändern wird? Ob ein Tier Schmerzen hat oder nicht, ist vom Laien allerdings oft nur schwer zu beurteilen. Deshalb ist es wichtig, diesen Punkt mit dem behandelnden Tierarzt genau zu erörtern. Im Idealfall handelt es sich um einen Vogel-Fachtierarzt. Ein solcher Spezialist kann Erkrankungen von Vögeln meist sehr gut beurteilen und die Lage richtig einschätzen.
- Kann sich der Vogel auf die Dauer (mit einer gewissen Hilfestellung) selbstständig
ernähren?
Wird diese Frage mit Nein beantwortet, ist es schon recht kritisch und
man sollte das Ganze hinterfragen wie die erste Frage. Ein Tier, das sich dauerhaft nicht mehr richtig selbst ernähren kann, hat eine sehr stark eingeschränkte Lebensqualität. Es muss zwangsernährt werden, was für den Vogel unangenehm ist. Hier hilft es, mit dem behandelnden Tierarzt die Situation ganz genau durchzusprechen.
- Nimmt der Vogel noch am Sozialleben in seinem Schwarm teil?
Wird der Vogel von seinen Artgenossen ignoriert und/oder reagiert er
nicht auf sie, dann ist es sehr schlecht um ihn bestellt. Es zeugt von mangelnder
Lebensqualität, wenn ein Vogel nicht mehr am Schwarmleben teilnimmt, sich absondert oder gar von seinen Gefährten gehackt und verjagt wird.
- Führt der Vogel noch seine tägliche Gefiederpflege durch?
Meist hören Vögel mit der Gefiederpflege auf, wenn sie
es entweder aus Kraftmangel nicht mehr schaffen, die Federn zu reinigen,
oder aber wenn sie keinen Lebenswillen mehr haben. Natürlich kann auch
eine vorübergehende, durch eine akute Erkrankung bedingte Schwächung
dahinter stecken, dass ein Vogel sein Gefieder nicht pflegt. Dieser Spezialfall ist aber im Zusammenhang mit dem Einschläfern nicht gemeint!
Wird die Frage mit Nein
beantwortet, ist das ein Indiz dafür, dass eine Euthanasie in Erwägung
gezogen werden sollte.
Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum von .
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