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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen! Viele Ziervögel sind echte Feinschmecker, die Abwechslung in ihrer Ernährung lieben. Leider wissen aber nicht alle Vogelhalter, welche Frischkost für ihre gefiederten Mitbewohner bekömmlich ist. Deshalb finden Sie in diesem Kapitel einige grundlegende Informationen zu diesem Thema. Achtung, sehr viele Tipps und Infos zur Vogelernährung finden Sie in der entsprechenden Rubrik von Birds Online.
1) Viele Leute raten von der Fütterung mit Blattsalat ab, da dieser bei Ziervögeln angeblich Durchfall auslöst. Dies ist ein populärer Irrtum und man kann seinen Vögeln ruhigen Gewissens ungespritzten (!) Salat anbieten. Da Salat und anderes Blattgemüse zu großen Teilen aus Wasser bestehen, nehmen die Vögel beim Fressen viel Flüssigkeit auf. Jenes Wasser gelangt zusammen mit den Kotballen oder gelegentlich in Form eines Urintropfens, der keinen festen Kotanteil enthält, aus dem Vogelkörper. Nicht alles, was die hintere Körperöffnung der Wellensittiche sehr flüssig verlässt, ist gleich Durchfall. Nach dem Genuss von Blattsalat oder anderer stark wasserhaltiger Frischkost müssen die Tiere lediglich häufiger Urin absetzen. Spätestens eine Stunde nach dem Verzehr von Salat müsste sich der Urinanteil im Kot wieder normalisiert haben. Leider enthält Blattsalat wenige Nährstoffe. Deshalb sollte man nicht zu viel von diesem Gemüse reichen und stattdessen lieber andere, vitaminreichere Frischkost anbieten. 2) Am besten vertragen Vögel sehr feine Röschen, noch besser verträglich ist dieses Gemüse, wenn es (ohne Salz!) gekocht wurde. Außerdem sollten diese Gemüsesorten nicht zu oft gereicht werden, siehe unter Punkt 3. 3) Kohlsorten können Blähungen und Darmprobleme hervorrufen, weshalb nur sehr zarte Blätter und keine Blattrippen gereicht werden sollten. Kohl sollte zudem nur gelegentlich in kleinen Mengen auf dem Speiseplan stehen. 4) Obwohl sich hartnäckig das Gerücht hält, Kohlrabi sei zu schwer verdaulich, kann man dieses Gemüse bedenkenlos an Vögel verfüttern. Es führt normalerweise nicht zu Verdauungsbeschwerden und wird in Krankenhäusern sogar heikelsten menschlichen Patienten als Schonkost serviert. 5) Unter dem Namen Pak Choi ist in Asien, vor allem in Thailand, eine botanisch mit dem Chinakohl verwandte Kohlsorte bekannt. Im Unterschied zum Chinakohl bildet dieser Kohl keine geschlossenen Köpfe, sondern ist ein Blattstielgemüse, dessen Aussehen entfernt an Mangold erinnert. Pak Choi ist in Asia-Shops erhältlich und wird mitunter auch in der alternativen Schreibweise "Pak-Choi" geführt. 6) Anders als wir Menschen, verfügen Vögel nicht über einen Geschmackssinn für "scharf". Deshalb kann man ihnen bedenkenlos Peperoni anbieten.
1) Es gibt ungezuckerte getrocknete Datteln, sogenannte Soft-Datteln; auch solche Feigen sind erhältlich. Diese können Sie Ihren Vögeln gelegentlich als Futter reichen. Geben Sie sie ihnen nicht zu oft, da sie aufgrund ihres hohen natürlichen Zuckergehalts ziemliche Dickmacher sind. Außerdem ist darauf zu achten, dass Soft-Datteln und -Feigen nicht geschwefelt sein dürfen! 2) Viele Wellensittiche und andere Ziervögel essen nicht nur gern die Beeren selbst, sondern auch die Blätter des Maulbeerbaums. 3) Jede Art von Melone ist bei Wellensittichen und anderen Vögeln gleichermaßen beliebt. Von der Wassermelone über die Galia bis hin zur Honigmelone sind sämtliche Sorten für die Tiere gesunde Leckerbissen.
1) Meist müssen sich Vögel erst an das sehr aromatische Kraut gewöhnen, nehmen es dann aber gern als Grünfutter an. Bitte verfüttern Sie diese Kräuter nur in geringen Mengen, da sie reich an ätherischen Ölen sind, die in höheren Dosen reizend auf die Schleimhäute der Vögel wirken können. 2) Immer wieder hört man, Petersilie sei giftig für Vögel. Es stimmt tatsächlich, dass in Petersilie giftige Stoffe wie Apinol und Myristicin enthalten sind. Diese beiden Stoffe machen jedoch nur einen geringen Teil der gesamten Inhaltsstoffe aus. Um es zu verdeutlichen: Damit sich ein Vogel an Petersilie vergiften kann, müsste er mehrere Sträuße auf einmal essen. Wer nur gelegentlich geringe Mengen Petersilie reicht, bringt seine Vögel also nicht in Gefahr, denn die Dosis macht bekanntlich das Gift. Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
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