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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang
zum Tierarzt ersetzen!
Vogelkot ist nicht nur ein Haufen Dreck. Anhand der Ausscheidungen
eines Vogels lassen sich viele nützliche Informationen über
den Gesundheitszustand des Tieres gewinnen. Farbe, Konsistenz und
nicht zuletzt die Verteilung auf dem Käfig- oder Volierenboden
verraten dem aufmerksamen Vogelhalter, ob der gefiederte Pflegling
eventuell an einer Krankheit oder gar an einem Befall mit Parasiten leidet.
Konsistenz der Kofhäufchen
Ein normales Kothäufchen eines Wellensittichs besteht aus einem
dunklen, festen Bereich, in dessen Mitte der weiße Urinanteil
liegt. Dieser hat eine cremige bis feste Konsistenz, wenn der Vogel
nicht kurz zuvor viel getrunken oder Frischkost zu sich genommen hat. Weicht
die Beschaffenheit der Häufchen über einen längeren
Zeitraum als zwei Stunden von der oben beschriebenen
Konsistenz ab, könnte dies eine beginnende Krankheit anzeigen.
Sehr flüssige Kotballen, die mehr
Feuchtigkeit als festen Kotanteil enthalten, deuten auf ein Problem
mit den Nieren
hin. Ist hingegen der Kotanteil flüssig, hat der Vogel
wahrscheinlich
Durchfall.
In beiden Fällen besteht Grund zu erhöhter Wachsamkeit. Sie
sollten schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen, da mitunter
gefährliche Infektionen hinter den Beschwerden stecken.
Es ist sinnvoll, eine Kotprobe von einem Labor auf Bakterien untersuchen zu lassen, um herauszufinden, welcher Krankheitserreger die Verdauungsbeschwerden verursacht.
Wirken sämtliche Kotballen sehr
voluminös, bröckelig und unterschiedet sich
die Farbe des Kotanteils kaum von der des Urins - der gesamte Kot ist
demnach hellgrau oder hell graubraun gefärbt -, deutet dies auf
eine Infektion
oder Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse hin. Suchen Sie bitte umgehend
einen Tierarzt mit Ihrem Vogel auf, da diese Infektion oder Fehlfunktion des inneren Organs dringend behandelt
werden muss.
Auch bei manchen bakteriellen Infektionen des Verdauungstraktes kann es vorübergehend dazu kommen, dass der Kot wie auf dem Foto aussieht. Es muss also nicht zwingend ein Bauchspeicheldrüsen-Problem hinter dieser Kotveränderung stecken.
Veränderungen in der Farbe des Kotes
Bei rötlichem oder
dunkelbraun-schwarzem Kot könnte Blut für die Verfärbung
verantwortlich sein, sofern Sie
nicht zuvor stark rot färbendes Futter gereicht haben. Rote Beete oder
Kirschen sowie einige Beerenarten führen beispielsweise zeitweilig
zu rötlichem Kot. Auch der Verzehr von rötlich gefärbtem Sand, wie
er beispielsweise von einem namhaften deutschen Futtermittelhersteller
im Fachhandel angeboten wird, kann den Kot vorübergehend rötlich färben. Bleiben die Häufchen jedoch
über einen längeren Zeitraum derart verfärbt, sollten
Sie den Kot auf eventuell vorhandene Blutspuren untersuchen lassen. In der
Abbildung rechts sind große Mengen Blut im sehr feuchten Kotballen zu erkennen.
Die Ursache war eine Darmblutung, die bei dem betroffenen Wellensittich aufgrund eines Tumors entstanden ist.
Ist der Kot grün verfärbt,
kann dies mehrere Ursachen haben. Wellensittiche, die längere Zeit
nichts gefressen haben, setzen grünen, klebrigen Kot mit
nahezu normal gefärbtem Urinanteil ab. Man bezeichnet diese Erscheinung
auch als Hungerkot. Vor allem bei gerade
flügge gewordenen Jungtieren kann der Kot zuweilen grün sein,
ohne dass eine Erkrankung vorliegt. Sie fressen mitunter zu wenig,
weil sie noch nicht ausreichend geübt in der eigenständigen Nahrungsaufnahme sind, allerdings ist dies nicht in jedem Fall der Grund für den grün verfärbten Kot.
Sie sollten unbedingt klären, weshalb Ihr (Jung-)Vogel nichts oder
zu wenig frisst,
sonst verhungert er möglicherweise. Eventuell leidet er an einer
Infektion des Kropfes,
die mit Erbrechen einhergeht, was Sie am verklebten Gefieder im Kopfbereich erkennen können.
Besteht ein Verdacht auf eine solche Infektion, muss der Vogel
dringend vom Tierarzt mit einem Antibiotikum oder einem ähnlich wirksamen
Mittel behandelt werden.
Grüner Kot mit gelbem Urinanteil oder gelblicher, nicht
aufgeblähter Kot weist auf eine massive Störung der inneren Organe hin. Ist
die Leber geschädigt, scheidet der Organismus vermehrt Gallenstoffe aus, die
zur Verfärbung von Kot und Urin
führen. Auch beim Auftreten derart verfärbten Kots sollten Sie
möglichst bald ihren Tierarzt zu Rate ziehen.
Leberstörungen
sollten behandelt werden, sie werden oft von Bakterien, aber auch von Viren verursacht oder rühren von einer Verfettung des Organs her.
Hat ein Vogel stark färbende Frischkost zu sich genommen - in diesem Zusammenhang
seien beispielsweise Karotten oder rote Paprika erwähnt -, so kann es vorübergehend
zu einer Farbveränderung des ausgeschiedenen Kots kommen. Die Fotos rechts zeigt
Kothäufchen eines Katharinasittichs, der sehr viel Karotte zu sich genommen hat.
Die linke Teilabbildung entstand kurz nach der Mahlzeit, die rechte eine Stunde später.
Man sieht deutlich, dass die Intensität der Orange-Färbung nach dieser Zeitspanne bereits abgeklungen ist.
Durch das Fressen von Frischkost verursachte vorübergehende Farbveränderungen
des Kotes sind normal, sie stellen keinen Grund zur Sorge dar!
Beimengungen im Kot
Findet sich im Kot unverdautes
Körnerfutter, siehe Abbildung rechts, oder können Sie
gar Stücke von Gemüse oder anderer Frischkost ausmachen,
ist die Verdauung des Vogels schwer gestört oder eingeschränkt.
Der Vogel droht zu verhungern oder an Mangelerscheinungen zu
erkranken, wenn Sie ihn nicht schnell zu einem Tierarzt bringen.
Die Ursachen für derart gravierende Verdauungsstörungen sind vielfältig, und nicht in jedem Fall stecken die gefürchteten Megabakterien dahinter. Mitunter sind es andere Krankheitserreger, die zu den Beimengungen im Kot führen.
Gelegentlich kommt es vor, dass Ziervögel mit ihrem Kot
Parasiten wie
Spulwürmer
ausscheiden. Meist geschieht dies erst während oder nach einer
Entwurmungsbehandlung. Sollten Sie plötzlich einen Wurm im Kot ihres Vogels
finden, ohne dass Sie zuvor eine Entwurmung durchgeführt haben,
muss der Sittich dringend zum Tierarzt. Leider sind innere Parasiten
meist sehr klein und man erkennt sie mit dem bloßen Auge nur
äußerst schlecht.
Im Fall der Spulwürmer ist es jedoch so, dass sie einige Zentimeter lang werden können. Aufgrund ihrer Körperlänge können sie im schlimmsten Fall zu einem tödlichen Darmverschluss führen!
Verteilung des Kots im Käfig beziehungsweise in der Voliere
Die Verteilung der Kotbällchen auf dem Boden des Käfigs oder der Voliere ist ein Hinweis darauf, ob und wann sich der Vogel ruhig verhält und schläft. Hierbei gilt es, die Tageszeit zu berücksichtigen, da nachts während der natürlichen Ruhephase
andere Verteilungsmuster üblich sind als
am Tage.
Nachts sollte ein
gesunder Vogel möglichst an derselben Stelle sitzen und fest
schlafen. Der Kot sammelt sich folglich auf engem Raum, wie Sie
es im linken Teil der nebenstehenden Abbildung erkennen können.
Ist der Vogel hingegen unruhig und schläft er schlecht, bewegt
er sich nachts im Käfig oder in der Voliere und verteilt seinen
Kot auf einer größeren Fläche, was der rechte Teil
der schematischen Abbildung verdeutlicht. Ist der Kot so verteilt,
könnten beispielsweise Parasiten wie
Blut saugende
Milben Ihrem Vogel den Schlaf rauben.
Genau umgekehrt stellt sich die Situation
tagsüber dar. Ein gesunder und
aktiver Sittich verteilt seine Kotbällchen über eine
große Fläche im Käfig oder in der Voliere, da er sich
ständig bewegt. Konzentrierte Anhäufungen des Kotes am Tage
wie in nebenstehender Abbildung im rechten Teil gezeigt, deuten auf
überdurchschnittlich lange Ruhephasen und damit auf eine
eventuell bestehende Erkrankung hin.
Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum von .
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