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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Wellensittiche und viele andere Ziervogelarten sollte man immer mindestens paarweise, besser noch in kleinen Schwärmen halten. Nur in den seltensten Fällen erkranken gleich mehrere Vögel, meist ist nur ein Tier betroffen. Man sollte dann einen sogenannten Krankenkäfig parat haben, um den Vogel von der Gruppe separieren zu können. Viele kranke Vögel brauchen Ruhe, weshalb es unumgänglich ist, mindestens einen solchen zusätzlichen Käfig zur Verfügung zu haben. Der Krankenkäfig sollte mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet sein, die den Tieren aus ihrem Alltag bekannt sind. Glücklicherweise ist es nicht grundsätzlich so, dass kranke Vögel nahezu den gesamten Tag schlafen, so dass man ihnen für die Zeit ihres Aufenthalts im Krankenkäfig keinen gewohnten Komfort verwehren sollte, außer natürlich, der aktuelle Gesundheitszustand verbietet bestimmte Dinge.

Geräumiger Krankenkäfig für zwei Vögel
Geräumiger Krankenkäfig für zwei Vögel

Größe des Krankenkäfigs
Der Krankenkäfig sollte so groß sein, dass sich ein Sittich darin auch über längere Zeit wohl fühlt. Manche Krankheiten erfordern eine wochenlange Unterbringung im Krankenkäfig, weshalb die Behausung auf keinen Fall zu klein sein darf. Zu groß darf der Krankenkäfig hingegen ebenfalls nicht sein, da man ihn normalerweise zum Transportieren des Vogels benutzt, wenn der Tierarzt aufgesucht wird. Einen großen Papageienkäfig in ein Auto zu schaffen, mag gerade noch gelingen. Ihn darin aber sicher zu befestigen, damit er nicht gleich beim ersten Bremsmanöver umfällt, ist oft kaum machbar. Ferner ist es für den Vogel erheblich mehr Stress, in der Tierarztpraxis aus einem großen Käfig mit zahlreichen Fluchtmöglichkeiten gefangen zu werden. Wählen Sie für den Krankenkäfig bezüglich der Größe am besten den goldenen Mittelweg.

Näpfe und Co. für den Krankenkäfig
Im Krankenkäfig sollten Näpfe für Futter und Leckereien zur Verfügung stehen. Einen weiteren Napf für Grit sollten Sie in Reserve haben, falls die Erkrankung es verbietet, den Käfigboden mit Sand und Grit zu bedecken. Da der Grit wichtig für die Verdauung ist, muss er in einem solchen Fall in einem Napf gereicht werden. Selbstverständlich sollte der Krankenkäfig auch mit einem Trinkröhrchen oder -napf ausgestattet sein.

Achtung:
Vögel, die zum Beispiel an einer Gehirnerschütterung leiden, können aufgrund ihrer Gleichgewichtsstörungen in zu großen Näpfen leicht ertrinken! Daher ist es ratsam, in Fällen wie diesen Trinkröhrchen von außen am Gitter anzubringen.

Ebenso wichtig sind artgerechte Sitzstangen, dies sind im Idealfall Naturäste. Auf eine Schaukel verzichten kranke Vögel meist nur ungern, wenn ihnen eine solche schwingende Sitzgelegenheit ansonsten ständig in ihrem Käfig zur Verfügung steht. Gefiederte Patienten, die an Koordinationsstörungen leiden, sollten hingegen unter keinen Umständen eine Schaukel im Krankenkäfig vorfinden, sondern lieber breite Sitzbrettchen und Liegeplattformen. Um den Mineralstoffhaushalt des Vogels ausreichend zu versorgen, darf ein Mineralstein im Krankenkäfig nicht fehlen.

Einstreu im Krankenkäfig
Je nach Erkrankung ist es nicht sinnvoll, den Käfigboden mit Sand zu bedecken. Hat der Vogel beispielsweise eine schwere Verletzung an den Füßen, würde Sand diese Wunde nur verschmutzen, sobald sich das Tier auf den Boden begibt. In solchen Fällen sollten Sie auf jegliche Einstreu verzichten. Legen Sie Zeitungs- oder Küchenpapier auf den Boden des Käfigs, sobald Ihr Vogel nicht mehr blutet, denn es bindet die Feuchtigkeit der Kotbällchen. Niemals sollte Küchenpapier ausliegen, so lange ein Vogel blutet, da er sich sonst eventuell auf das sehr saugfähige Papier setzt und es an der Wunde festtrocknet. Beim Lösen des Küchenpapiers von der Blutkruste könnte diese leicht wieder aufreißen.

Besteht der Verdacht auf einen Befall mit inneren Parasiten, sollten Sie nichts auf den Käfigboden legen oder streuen. Kotproben, die der Tierarzt zur Bestimmung der Parasitenart benötigt, dürfen weder an Papier haften, noch durch Sand verunreinigt sein. Dasselbe gilt übrigens auch für Kotproben, die auf Bakterien oder Pilze untersucht werden sollen.

Leidet der kranke Vogel an einem Knochenbruch, müssen Sie den Käfigboden gut auspolstern. Dafür eignen sich zusammengedrückte Zeitungspapierblätter oder noch besser zerknäultes Küchenpapier. Benutzen Sie bitte keine Wolle oder faserige Stoffe, da sich die einzelnen Fäden um die Gliedmaßen des Vogels schnüren und diese absterben lassen könnten. In der Birds-Online-Rubrik über gehandicapte Vögel finden Sie eine bebilderte Beschreibung zum Thema Polsterung des Käfigbodens.

Vogel im Krankenkäfig

Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum Externer Link von Welli.net.

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