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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!
Bloß keine Schwäche zeigen!
Auch in Menschenobhut gehaltene Wellensittiche beherrschen diese "Schauspielkunst" hervorragend. Der entsprechende Instinkt ihrer wilden australischen Vorväter ist nicht verloren gegangen, obwohl die Stubenwellensittiche bereits seit sehr vielen Generationen in Gefangenschaft leben. Oft erkennt man eine Erkrankung deshalb bedauerlicherweise erst dann, wenn es schon fast zu spät für das Tier ist. Seien Sie deshalb stets wachsam, nehmen Sie nichts auf die leichte Schulter! Zu diesem Thema habe ich einen Comic erstellt, der zwar auf den ersten Blick humorvoll ist, sich aber mit dem ernsten Thema auseinander setzt, dass Vögel ihre Krankheiten oft verbergen.
Seltsam, das macht er doch sonst nie ...
Bei verpaarten Vögeln fällt es besonders auf, wenn sich ein normalerweise sehr verschmustes Individuum immer öfter von seinem Partner abwendet und in Ruhe gelassen werden möchte. Mausert das Tier gerade, liegt der Grund für sein Verhalten auf der Hand. Anderenfalls ist extreme Wachsamkeit geboten, da sich körperliches Unwohlsein unter anderem in einem verstärkten Ruhebedürfnis äußert. Allerhöchste Alarmbereitschaft sollte bestehen, wenn ein Vogel nicht mehr dazu in der Lage ist, sich auf einer Stange zu halten und sich auf dem Käfigboden in eine Ecke kauert, siehe Foto in diesem Absatz.
Vom Energiebündel zum Dauerschläfer
Plötzliche Zutraulichkeit
Fühlt sich ein Vogel, der niemals schlechte Erfahrungen mit Menschen gesammelt hat und ihnen vertraut, aufgrund einer Erkrankung unwohl, so sucht er oft ihre Nähe, um in seinem geschwächten Zustand Schutz und Wärme zu erhalten. Obwohl man als Vogelhalter dazu neigt, solche plötzlich auftretenden Vertrauensbeweise auf den ersten Blick als rührend und niedlich zu empfinden, sollte man sie unbedingt hinterfragen und den Vogel sehr aufmerksam beobachten. Gegebenenfalls könnte dies sein Leben retten, sofern man eine Krankheit im Anfangsstadium entdeckt.
Ist der dick, Mann!
Auffälligkeiten in der Körperhaltung
Plustert ein Vogel aufgrund körperlichen Unwohlseins sein Gefieder stark auf, so zeigen sich bestimmte Merkmale in seiner Silhouette. Betrachtet man diese, so fallen Wölbungen und Kanten an typischen Stellen auf. Bei gesunden Vögeln ist die Körperform hingegen rund und harmonisch. Die folgenden beiden Fotos desselben Vogels verdeutlichen diese Unterschiede:
Das rechte Foto ist mit einigen Markierungen versehen, die jene Bereiche anzeigen, auf die man vermehrt achten sollte. In dieser Abbildung wirkt die Silhouette des Vogels "unrund" und sie weist an mehreren Stellen Kanten auf. Dort sind die Federn so extrem weit aufgestellt, dass sich Zwischenräume im Gefieder gebildet haben. Besonders deutlich ist dies am Kopf des Vogels zu erkennen, er ist außerdem zwischen die Schultern gezogen (vgl. aufrechte Kopfhaltung beim ersten Foto), was typisch für körperliches Unwohlsein ist. Die Flügel ragen kantig aus der Silhouette, siehe Pfeil. Im Bereich des Bauches bildet das Gefieder einen Buckel (siehe Pfeil am Rücken). Noch stärker ist die Wölbung im Bereich des Kropfes (1) ausgeprägt. Aber auch an jener Stelle, an der das gelbe Nackengefieder an das grüne Rückengefieder grenzt (2), ist in der Silhouette ebenfalls eine Kante zu sehen. Die beiden Abbildungen unter diesen Zeilen zeigen noch einmal denselben Vogel aus einer anderen Perspektive. Links ist er gesund, rechts leidet er an einer beginnenden Erkrankung:
Zittrig und kalt
Je nachdem, woran ein Vogel leidet, atmet er schwer und die Schwanzfedern wippen bei jedem Atemzug sichtbar auf und ab. Beobachten Sie dies bei einem Vogel, könnte eine (beginnende) Infektion der Atemwege die Ursache für die Symptome sein. Aber auch Tiere, die unter Schmerzen leiden, zeigen mitunter diese gepresste, angestrengte Atmung.
Ab zum Tierarzt!
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