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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen! Tierhalter, die voller Sorge mit ihren kranken Vögeln einen Tierarzt aufsuchen, sind oft sehr nervös und stellen erst dann, wenn sie wieder zu Hause sind fest, dass sie nicht genau nachgefragt haben, wie das Medikament zu verabreichen ist. Zahlreiche verunsichere Tierhalter wenden sich in solchen Fällen an die Nutzer eines der vielen Internet-Foren über Vögel. Das ist jedoch nicht empfehlenswert, weil Menschen, die den Tierhaltern helfen möchten, nur raten können, wie das Medikament verabreicht werden sollte. Schließlich waren sie nicht anwesend, als der Tierarzt die Therapie festgelegt hat. Nur der behandelnde Tierarzt kann eine verlässliche Auskunft darüber geben, wie oft ein Medikament zum Einsatz kommen soll und wie es zu verabreichen ist. Wenn Sie also vergessen haben, wie das Medikament verabreicht werden soll, dann rufen Sie den Tierarzt an, er wird Ihnen sicher schnell die gewünschte Auskunft geben können. Der Tierarzt ist der einzige Mensch, der die Diagnose und die Krankengeschichte des Vogels genau kennt, weshalb Spekulationen hilfsbereiter Vogelhalter in Internet-Foren in diesem Zusammenhang normalerweise kaum weiterhelfen. Verabreichung in den
Schnabel Hält man den Vogel sicher in der Hand, ist es jedoch trotzdem nicht unbedingt leicht, ihm das Medikament in den Schnabel zu geben. Meist werden Spritzen als Hilfsmittel verwendet, aber wenn der Vogel den Schnabel nicht öffnet, steht so mancher Vogelhalter vor einem Problem. Die folgende Foto-Anleitung soll als Leitfaden dienen, wie man einen Vogel auf sanfte Weise dazu bringen kann, ein Medikament zu schlucken.
Mitunter gelingt es nicht, den Schnabel seitlich mit der Spritze zu öffnen. Dann ist es ratsam, das Medikament sehr langsam von der Seite durch den winzigen Schnabelspalt einzuträufeln, weil die Vögel dann keine andere Wahl haben, als die Flüssigkeit abzuschlucken, siehe Abbildung 3.
Auch die Spritzen selbst bergen einige Risiken. Manche Spritzen klemmen oder sind äußerst schwergängig, so dass man zunächst nichts herausdrückt und sich dann urplötzlich der gesamte Inhalt über den Kopf des Vogels ergießt. Das sollte auf keinen Fall geschehen, denn abgesehen davon, dass es für das Tier unangenehm ist, wäre so das Medikament auf einen Schlag leer. Testen Sie vor der eigentlichen Verabreichung des Medikaments, ob die Spritze klemmt und lockern Sie sie gegebenenfalls, indem Sie ein wenig Luft ansaugen und diese wieder herausdrücken. Liegt die Öffnung der Spritze im Schnabel auf der Zunge, darf die Flüssigkeit nur sehr langsam eingegeben werden. Sie sollte nicht als Strahl in den Hals schießen, weil sie von der Rachenwand abprallen könnte. In einem solchen Fall würde sie in die Nase aufsteigen und dem Vogel Atemprobleme bescheren. Sollte es dennoch einmal geschehen, dass der Vogel das Medikament durch den Rachen in die Nase bekommt, tritt die Flüssigkeit beim Atmen aus den Nasenlöchern hervor. Tupfen Sie sie rasch mit einem Tuch ab, damit der Vogel wieder besser atmen kann. Auch seitlich des Schnabels im Gefieder klebende Reste des Medikaments sollten sofort abgetupft werden, am besten mit einem leicht angefeuchteten Tuch. So können die Federn auf die Dauer nicht allzu sehr verkleben. Zugegeben, das klingt alles recht kompliziert. Aber mit ein wenig Übung klappt es ganz bestimmt. Sicherheitshalber sollten Sie es sich einmal vom Tierarzt zeigen lassen, damit Sie zu Hause die Eingabe des Medikaments fachkundig vornehmen können. Verabreichung
über das Trinkwasser Verordnet der Tierarzt eine Medikamentengabe über das Trinkwasser, so legt er auch die Dosis fest. Oft sagt er, man solle beispielsweise täglich fünf Tropfen ins Trinkwasser geben. Diese Angabe ist recht ungenau, denn entscheidend für den Therapieerfolg ist, wie groß die Trinkwassermenge ist, in die das Medikament gegeben wird. Manche Tierhalter verwenden kleine Trinknäpfe, deren Fassungsvermögen bei etwa 20 Millilitern liegt, andere wiederum verwenden Trinkwasserfontänen, also Spender, die bis zu 100 Milliliter fassen. Es spielt in den meisten Fällen sehr wohl eine Rolle, ob fünf Tropfen eines Medikaments auf 20 oder 100 Milliliter Wasser gegeben werden. Die zuletzt genannte Verdünnung könnt viel zu hoch sein, um einen Therapieerfolg zu gewährleisten. Fragen Sie deshalb den Tierarzt unbedingt danach, welche Menge des Medikaments auf welche Trinkwassermenge gegeben werden soll. Eine sehr einfache Methode der Abmessung des Trinkwassers sind markierte Fontänen (Spender), die eine Skala enthalten, anhand derer Milliliter-Angaben ablesbar sind, siehe Foto unten.
Im Fachhandel werden diese praktischen Spender oder Fontänen jedoch leider nur selten angeboten. Besonders gravierend ist das jedoch nicht, denn mit ein paar simplen Handgriffen lassen sich handelsübliche Trinkwasserspender in perfekte "Krankenpflege-Hilfsmittel" umwandeln. Eine bebilderte Anleitung soll Ihnen dabei helfen, selbst einen solchen Trinknapf für die Medikamentenverabreichung herzustellen.
Verabreichung
über das Futter Manche Medikamente werden von den Vögeln leichter angenommen, wenn man sie über Feuchtfutter wie Keimfutter oder Quellfutter beziehungsweise Frischkost (Äpfel, Salatblätter, etc.) streut. Jedoch vertragen nicht alle Medikamente eine Anfeuchtung, deshalb muss auch dieser Aspekt mit dem behandelnden Tierarzt abgeklärt werden. Auf gar keinen Fall sollte man Medikamente, die in Pulver- oder Pastenform vorliegen, ohne vorherige Absprache mit dem Tierarzt ins Trinkwasser geben! Als Beispiel soll das Präparat Bird Bene-bac dienen, das zur Wiederherstellung einer gesunden Darmflora eingesetzt wird. Es ist als Paste oder als Pulver erhältlich, beides sollte man nicht ins Trinkwasser geben, weil dies die Keimbildung fördert und zu schwersten Folgeerkrankungen führen kann. Denn unter anderem deshalb, weil das Präparat Zucker enthält, würde das Trinkwasser einen idealen Nährboden für krank machende Bakterien bilden, die sich darin rasend schnell vermehren würden. Verabreichung von Salben
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