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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen! Immer wieder erreichen mich E-Mails verstörter Vogelhalter, in denen es um plötzliche Todesfälle bei ihren Vögeln geht. Tiere, bei denen sich zuvor keinerlei Anzeichen einer Krankheit gezeigt hatten, verstarben rasch und meist ohne erkennbaren Grund, also ohne vorherigen Unfall und dergleichen (zum Beispiel durch einen Genickbruch). Es versteht sich von selbst, dass kein Lebewesen ohne Grund aus dem Leben scheidet. Bei Wellensittichen und anderen Ziervögeln kann eine Reihe von Ursachen als Erklärung für das jähe Ende herangezogen werden. Die in diesem Kapitel aufgeführten Gründe treten vergleichsweise häufig auf, aber die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Außer den hier genannten Ursachen können noch etliche weitere für den plötzlichen Tod eines Vogels verantwortlich sein.
Herzfehler
Der plötzliche Herztod stellt sich rasch ein und ist in den meisten Fällen schmerzlos für den betroffenen Vogel. Es besteht keine Möglichkeit, einem Jungvogel einen Herzfehler bereits beim Kauf mit dem bloßen Auge anzusehen. Um einen Herzfehler nachzuweisen, müsste man das Tier mit einem Stethoskop abhören und zudem seine Herzgeräusche zu deuten wissen. Ältere Vögel sterben übrigens seltener an Herzfehlern als Jungtiere. Sie erleiden hingegen mit größerer Wahrscheinlichkeit einen für das Herz tödlichen Schock, was vor allem für hochbetagte oder durch eine chronische Krankheit geschwächte Tiere gilt. Die Symptome ähnlich denen eines Herzfehlers. Ohne jede Vorwarnung sackt der betroffene Vogel in sich zusammen und stirbt innerhalb weniger Sekunden. Oft hat er nicht einmal Zeit, aufzuschreien, so plötzlich ereilt ihn der Tod. Wie beim Menschen ist eine tödliche Erkrankung des Herzens auch für Vögel leider häufig sehr schmerzhaft. Man kann bedauerlicherweise nichts mehr zur Rettung des Lebens seines Tieres tun, auch wenn man gleich erkennt, was geschehen ist. Weitere Informationen über Herzerkrankungen finden Sie im entsprechenden Kapitel in der Unterrubrik über sonstige Krankheiten.
Kopfverletzung mit Hirnblutung
Irgendwann beginnt ein Blutgerinnsel, das sich in Folge eines solchen Kollisionsunfalls gebildet hat, zu wandern. Für den Vogelhalter ist der Grund hierfür nur selten erkennbar. Es reicht prinzipiell eine winzige körperliche Anstrengung aus, um ein Blutgerinnsel aus seiner festen Position zu lösen. Bei seiner Wanderung verstopft ein solches Gerinnsel meist rasch eine lebenswichtige Blutbahn im Gehirn. Aufgrund der mangelnden Durchblutung des Gehirns tritt der Tod nach wenigen Sekunden ein. Zwischen dem Unfall und dem Tod durch das Blutgerinnsel können mehrere Wochen oder gar Monate liegen. Die Symptome gleichen denen, die beim Schlaganfall eines Menschen zu beobachten sind. Der betroffene Vogel taumelt kurz, zeigt plötzliche, meist halbseitige Lähmungen, schreit eventuell erschrocken auf, und dann ist es auch schon vorbei. Der Tod tritt schnell und meist schmerzlos ein. Für den Halter besteht keine Möglichkeit, einen Vogel nach einem Aufprall untersuchen zu lassen, um eventuell vorhandene Blutgerinnsel aufzuspüren. Selbst wenn man diese nachweisen könnte, so gäbe es meines Wissens keine Möglichkeit, sie medikamentös zu behandeln und ein plötzliches Ableben des Vogels ganz sicher zu vermeiden. Glücklicherweise ereignen sich derlei Gehirnblutungen selten. Und wenn sie auftreten, so bedeuten sie nicht zwangsläufig ein Todesurteil für das betroffene Tier, wie die Geschichte meines Vogels Himalia zeigt, bei dem sich kein Gerinnsel im Kopf gebildet hat. Weitere Informationen über Kollisionsunfälle finden Sie im entsprechenden Kapitel in der Unterrubrik über sonstige Erkrankungen.
Innere Verletzungen
Normalerweise tritt der Tod sehr schnell nach dem Unfall ein, da ein verunglückter Vogel an dem Blut erstickt, das in seine Lunge läuft. In solchen Fällen sieht man mitunter aufgeschäumtes Blut aus dem Schnabel des frisch verstorbenen Vogels sickern. Eine innere Verletzung kann jedoch auch ohne äußere Spuren vorliegen, dann ergießt sich das Blut nur innerhalb des Körpers aus einer Wunde. Besonders tückisch sind jene Fälle, in denen die Vögel innerlich zunächst kaum bluten, weil sich das Blut in eine Körperhöhle ergießt und einen Gegendruck zur Wunde ausübt. Die Vögel verbluten also nicht sofort, spüren aber Schmerzen aufgrund ihrer Verletzungen. Nicht alle Tiere zeigen, dass sie an Schmerzen leiden, denn das Verschleiern körperlicher Gebrechen ist ihnen angeboren. Eine ungünstige Bewegung innerhalb der nächsten Stunden oder Tage kann dazu führen, dass ein fast verheilter Riss im Körperinnern aufreißt und stark zu bluten beginnt. Dann reicht oft der Druck des bereits in eine Körperhöhle gelaufenen Blutes nicht mehr aus, um die Blutung zu stoppen. Ist die zweite Verletzung schwerer als die erste, führt sie mit großer Wahrscheinlichkeit binnen weniger Minuten zum Tode. Leider ist diese Todesursache meist mit großen Schmerzen für den betroffenen Vogel verbunden. Als Vogelhalter hat man bedauerlicherweise praktisch keine Möglichkeit, innere Verletzungen zu erkennen und das Tier für eine ausreichend lange Zeit ruhig zu stellen, um ungünstige und dadurch tödliche Bewegungen vollständig zu unterbinden.
Vergiftungen
Besonders gefährlich sind sogenannte Inhalationsvergiftungen. Hierbei atmen Vögel die toxischen Substanzen ein und sterben meist binnen weniger Minuten. Ein typischer Auslöser für solche Vergiftungen sind die Ausdünstungen stark erhitzter Antihaftbeschichtungen, wie sie beispielsweise auf der Oberfläche von Bratpfannen zu finden sind. So wurde mir mehr als einmal von völlig aufgelösten Vogelhaltern berichtet, dass ganze Vogelschwärme von bis zu zehn Tieren innerhalb weniger Minuten gestorben sind, als die Leute Freunde zum Raclette-Abend eingeladen hatten und nichts Böses ahnend ihr Essen in den beschichteten Pfännchen brieten. Weitere Informationen über Vergiftungen finden Sie im entsprechenden Kapitel in der Unterrubrik über sonstige Krankheiten. Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
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