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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen! Hin und wieder ist es dringend erforderlich, dass ein Vogel von einem Tierarzt untersucht werden muss. Nur wenige Tiermediziner führen Hausbesuche durch, zumal diese meist recht kostspielig sind und sich nicht jeder Vogelhalter diesen "Luxus" leisten kann. Deshalb müssen kranke Vögel in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik gebracht werden, und das nach Möglichkeit so, dass sie wenig Stress erleiden und sich während des Transports einigermaßen wohl fühlen. In diesem Kapitel finden Sie eine Beschreibung wichtiger Aspekte, die es bei einem Transport eines kranken Vogels zu beachten gilt.
Worin sollte der Vogel transportiert werden?
Achtung: Sollte der Vogel so schwer krank sein, dass er womöglich beim Tierarzt oder in der Klinik bleiben muss, um einige Tage stationär behandelt zu werden, sollte der Käfig nicht zu klein sein. In einer Transportbox sollte ein Vogel niemals mehr als höchstens zwei, drei Stunden verbringen müssen. Für eine stationäre Unterbringung sind Transportboxen völlig ungeeignet! Denken Sie auch daran, Näpfe und ein wenig Futter mitzunehmen, um den Vogel und den Käfig falls erforderlich in der Praxis lassen zu können.
Vertragen kranke Vögel überhaupt einen Transport?
Je nachdem, wie ängstlich der gefiederte Patient ist, kann beispielsweise eine Autofahrt viel Stress für ihn bedeuten. Man sollte aber immer bedenken, dass eine unbehandelte Erkrankung weit mehr Stress für den Körper des Vogels bedeutet und oftmals zum Tode führt! Der Transport zum Tierarzt ist deshalb normalerweise das kleinere Übel für den Vogel.
Die Fahrt zum Tierarzt
Der Käfig oder die Box sollte im Auto mit einem leichten Tuch bedeckt werden, damit die am Fenster vorüber rasende Landschaft das Tier nicht unnötig erschreckt. Durchzug ist im Auto unbedingt zu vermeiden; auch laute, hektische Musik kann sich äußerst negativ auf den zu transportierenden kranken Vogel auswirken. Beruhigende Musik, zum Beispiel Klassik, die nicht zu laut sein sollte, wirkt hingegen in aller Regel positiv auf den gefiederten Patienten. Die Temperatur im Auto sollte bei etwa 20 Grad Celsius liegen, damit der Vogel nicht auskühlt oder überhitzt. Im Sommer sollte man direkte Sonneneinstrahlung auf den Transportkäfig oder die -box unbedingt vermeiden, es droht sonst unter Umständen ein Hitzschlag. Oft befindet sich die nächstgelegene Praxis eines vogelkundigen Tierarztes nicht in allernächster Nähe und längere Fahrtzeiten sind deshalb nicht zu umgehen. Kranke Vögel sollten immer auf dem schnellsten Wege zum Tierarzt gebracht werden, sie vertragen im Einzelfall aber sogar Fahrtzeiten von ein bis zwei Stunden pro Strecke. Um zu einem wirklich fachkundigen Arzt zu gelangen, sollte man die Fahrtzeit also in Kauf nehmen, denn vor allem bei komplizierten Erkrankungen kann erfahrungsgemäß nur ein Facharzt helfen. Weitere Tipps zum Thema "Autofahrten" finden Sie hier.
Transport ohne Auto
Sollte dies nicht möglich sein, wäre eine Fahrt mit einem Taxi eine gute, wenn auch ungleich teurere Alternative. Beim Anfordern des Fahrzeugs muss unbedingt erwähnt werden, dass ein krankes Tier zu transportieren ist, denn nicht jeder Taxifahrer ist dazu bereit, Vögel zu befördern. Die Gründe hierfür sind vielfältig, es kann beispielsweise beim Fahrer eine schwere Allergie vorliegen. Deshalb ist eine vorherige Absprache mit dem Taxiunternehmen ratsam, denn so ist man vor bösen Überraschungen sicher. Ein Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nur über kurze Strecken ratsam, denn diese Beförderungsmethode verursacht beim Vogel normalerweise weitaus mehr Stress als eine Fahrt mit einem Auto. In öffentlichen Verkehrsmitteln ist es oft zugig oder laut, was für einen kranken Vogel eine Tortur darstellen kann. Der Käfig oder die Transportbox sollten in ein Tuch eingewickelt werden, um den Vogel vor ungewohnten Anblicken zu schützen, die ihn erschrecken könnten. Wer das Glück hat, ganz in der Nähe einer Tierarztpraxis oder -klinik zu wohnen, kann selbstverständlich auch zu Fuß gehen. Hierbei sollte man den Käfig ebenfalls mit einem Tuch bedecken, damit der Vogel unterwegs keine Angst hat, wenn beispielsweise ein Transporter oder Lkw an ihm vorbeifährt. Freilich sollte bei schlechtem Wetter ein Regenschutz nicht fehlen.
Transport im Winter
Je nach Größe des Transportkäfigs, kann man das Körnerkissen natürlich auch auf dessen Boden legen, so dass die warme Luft nach oben steigt und den Vogel wärmt. Sollte der Vogel direkt auf dem Kissen sitzen, weil er beispielsweise zu schwach ist, um sich auf einer Stange halten zu können, darf es nicht zu heiß sein, damit sich das Tier nicht verbrennt! Vor der Heimfahrt kann man das Kissen gegebenenfalls vor Ort in der Praxis noch einmal erwärmen, falls ein Mikrowellenherd zur Verfügung steht und der Arzt die Benutzung erlaubt. Fragen kostet nichts, und die meisten Ärzte haben Verständnis dafür, dass man die gefiederten Patienten im Winter möglichst warm nach Hause transportieren möchte.
Transport heikler oder blutender Patienten
Blutet ein Vogel, so sollte der Boden des Käfigs oder der Box auf keinen Fall mit Sand bedeckt sein, weil dieser die Wunde verschmutzen könnte. Auch saugende Materialien wie Küchenpapier oder Baumwolltücher können für das erkrankte Tier eine Gefahr darstellen, da sie aufgrund ihrer saugenden Wirkung den Blutverlust unter Umständen erhöhen könnten. Doch sie sind im Vergleich zu Vogelsand oder anderer Einstreu eindeutig das geringere Übel. Blutet ein Vogel an den Füßen, weil er sich beispielsweise eine Quetschwunde zugezogen hat, schmerzen die Wunden sehr. Es ist für den Patienten sehr wichtig, dass er weich sitzt und nicht auf harten Stangen stehen muss. Deshalb gilt auch hier: Keine Stangen in die Transportbox einbringen und den Vogel auf dem gepolsterten Boden sitzen lassen. Leidet Ihr Vogel unter starken Atembeschwerten und ist er entkräftet, sollte er ebenfalls auf dem gepolsterten Boden der Transportbox untergebracht werden. Achten Sie darauf, dass es am Gitter Querverstrebungen (waagerechte Stangen) gibt, in die er seinen Schnabel einhängen kann. Vögel tun dies, um ihre Luftröhre durchzustrecken und bei Atemnot besser Luft holen zu können. Krampfende Vögel, die unkontrollierte Bewegungen ausführen, stellen eine Gefahr für sich selbst dar. Sie sollten in einem gepolsterten Pappkarton transportiert werden. Keinesfalls darf es Gitterstäbe oder Strukturen geben, an denen sie emporklettern können, denn falls sie dies gerade tun und dann erneut krampfen, können sehr schwere Verletzungen die Folge sein. Der Karton sollte unbedingt Luftlöcher oder -schlitze aufweisen! Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
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