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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!
Die Blutversorgung ist das A und O für das Federwachstum, denn mit dem Blut gelangen Nährstoffe in die Zellen, die für die Federbildung zuständig sind. Junge Federn sind folglich stark durchblutet, damit sie rasch wachsen können. Man spricht in diesem Wachstumsstadium von einem sogenannten Blutkiel. Ist die Feder schließlich ausgewachsen, ist ihr unterer Schaft hohl und nicht mehr mit Blutgefäßen gefüllt, denn diese haben sich dann vollständig zurückgebildet.
Knickt ein durchbluteter Federkiel ab und steckt ein Teil noch in der Haut, muss dieser umgehend von einem fachkundigen Menschen, also zum Beispiel von einem Tierarzt, gezogen werden. Die Blutung lässt sich anders nur schwer stoppen. Wird ein Blutkielfragment von einem Arzt kontrolliert aus der Haut gezogen, lässt sich die kleine Wunde erheblich leichter behandeln als der abgebrochene beziehungsweise verletzte Blutkiel, der sich selbst überlassen bleibt.
Zwar wird in vielen Internet-Foren behauptet, ein Blutkiel könne vom Halter selbst gezogen werden. Dies sollten aber nur geübte Halter befolgen, denn es kann zu verschiedenen Komplikationen kommen: Wer beim Ziehen falsch ansetzt, kann ein großes Stück Haut rausreißen und den Vogel so in Lebensgefahr bringen. Außerdem muss beherzt gezogen werden, um nicht die Wachstumszone in der Haut für immer zu beschädigen. Geschieht dies, wächst an der entsprechenden Stelle nie mehr eine Feder nach. Blutkiele müssen mit einem kurzen, kräftigen Ruck gezogen werden. Die Finger eignen sich nicht zum Ziehen eines Blutkiels! Besser sind Pinzetten oder kleine Kombizangen geeignet. Ist gerade kein Tierarzt erreichbar, der einen verletzten Blutkiel ziehen könnte, und traut man sich einen solchen Eingriff selbst nicht zu, so muss man zumindest schnellstmöglich die Blutung stoppen, um den Vogel vor dem Verbluten zu bewahren. Als Faustregel gilt hierbei, dass man die Blutung etwa zehn Minuten lang mit einer sterilen Wundkompresse mit Druck behandeln muss. Dies hat man sich im übertragenen Sinne wie das Anlegen eines Druckverbandes beim Menschen vorzustellen. Allerdings darf man nicht so stark pressen, dass man dem betroffenen Vogel die angrenzenden Knochen bricht. Fingerspitzengefühl ist gefragt! Gängige Blutstiller sind übrigens meist wenig hilfreich im Einsatz gegen Blutkielverletzungen!
Was ist zu tun, wenn die Blutung gestoppt ist?
Spezialfall: Blutkielverletzungen über der Nase
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