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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!
Jungtiere wachsen innerhalb weniger Wochen auf die Größe der Altvögel heran, zumindest was ihren Körper angeht. Anfangs sind sie nackt und nach einigen Lebenstagen beginnen sämtliche Federn zu sprießen. Stürzt ein Jungvogel oder prallt er gegen einen harten Gegenstand, so kann es geschehen, dass großflächig am Körper mehrere nebeneinander liegende Blutkiele verletzt werden. Die dabei entstehende Blutung kann so stark sein, dass der junge Vogel innerhalb weniger Minuten verblutet. Auch wenn Jungvögel ein wenig älter sind und das Nest verlassen haben, sind sie noch immer stärker gefährdet als geschlechtsreife Altvögel. Das Gefieder junger Vögel ist mitunter erst nach Monaten vollständig gebildet. Bei vielen Jungtieren ist es so, dass sich innerhalb des Großgefieders, also an den Flügeln und am Schwanz, noch Lücken befinden. Diese Lücken, in denen Federn fehlen, erschweren es den Vögeln, sicher zu navigieren, so dass sie bei ihren Flugübungen leichter gegen Hindernisse prallen als erfahrene, voll befiederte Altvögel. Durch solche Unfälle können Blutkiele verletzt werden. Eine weitere "schwierige Zeit" stellt die Phase der Jugendmauser dar. Wenn junge Vögel ihr erstes Gefieder ablegen, dann geschieht dies meist "im großen Stil". Das heißt, sie mausern oft relativ stark und es wachsen enorm viele Federn gleichzeitig nach. Stoßen sie während dieser Zeit gegen ein Hindernis, kann es leicht zu schweren Blutungen gleich mehrerer Federkiele kommen.
Ein Fallbeispiel
"Ich bemerkte, dass beide Wellis sehr still herumsaßen, dann fielen mir kleine dunkle Flecken im Sand auf. Ich betrachtete die beiden genauer und stellte fest, dass das Schwanzgefieder von Galadriel voller bereits angetrocknetem Blut war. Es sah nicht wie eine Verletzung aus und ich befürchtete schon innere Blutungen. Was auch immer es war, es schien bereits aufgehört zu haben und so unterstützte ich die Vögel nur in ihrer schon selbst vorgenommenen Ruhigstellung und brachte die kleine Patientin am nächsten Tag zum Tierarzt. Dieser blies das Gefieder zur Seite und es kam eine kreisrunde Wunde zum Vorschein, die man sich etwa wie den Einstich einer sehr breiten Injektionsnadel vorstellen kann. Nachdem ich über die Ursache, also eine nachwachsende Schwanzfeder, die Blutgefäße verletzt hatte, aufgeklärt war, suchte ich zu Hause später gründlich den Käfigboden ab und fand bald eine mehrere Zentimeter lange Schwanzfeder, deren Kiel vollständig mit Blut gefüllt war. Zu erwähnen sei übrigens noch Folgendes: Da ich es sofort für äußerst unwahrscheinlich gehalten hatte, dass Bilbo seine Freundin verletzt hatte, hatte ich die beiden in einem Käfig belassen. Der Tierarzt bestätigte mir, dass das, soweit die Tiere sich gut vertragen, im Falle einer Blutkiel-Verletzung nicht schädlich ist. Bis heute ist glücklicherweise nichts weiter passiert und auch die tief im Gefieder sitzenden Blutreste lösen sich durch regelmäßiges Duschen langsam heraus. Hierzu noch ein tierärztlicher Rat: Den Welli allenfalls oberflächlich säubern, nicht das ganze Gefieder durchwaschen."
Erste Hilfe im Notfall
Anders als bei Blessuren der Haut hilft gegen stark blutende Blutkiel-Verletzungen meist kein Blutstiller, der beispielsweise mit Hilfe eines Wattestäbchens punktuell aufgetragen wird. Sinnvoller ist es, mit einem sauberen Tuch die Blutung einige Minuten lang abzudrücken - allerdings nicht so fest, dass man dem betroffenen Vogel die Knochen bricht. Gegen die zusätzliche Verwendung eines blutstillenden Mittels ist nichts einzuwenden. Wie man Blutungen mit solchen Mitteln stillt, ist im entsprechenden Kapitel ausführlich beschrieben. Die Vogelhalterin erhielt über die üblicherweise bekannten Hinweise hinaus noch einen weiteren Rat ihres Tierarztes. Handelsübliches Sprühpflaster soll konzentriert auf ein Wattestäbchen gebracht und dann auf die Wunde gestrichen werden. Damit soll man Blutkiel-Verletzungen laut Aussage des Arztes rasch dazu bringen, nicht mehr zu bluten. Ist die akute Blutung einer Blutkiel-Verletzung gestillt, sollte man sicherheitshalber einen Tierarzt aufsuchen, um jegliches Risiko zu vermeiden. Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
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