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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!
Beim "Liebesrupfen" ist dagegen oft sexuelle Frustration, weil beispielsweise der Bruttrieb nicht ausgelebt werden kann, obwohl die nötigen Voraussetzungen in Sachen Nahrung und Tageslichtlänge gegeben wären. In einem solchen Fall hilft es, die Tiere entweder brüten zu lassen, was nur mit einer behördlichen Zuchtgenehmigung erlaubt ist. Oder aber die Tageslänge wird reduziert. Nymphensittiche sollten mindestens zwölf Stunden Nachtschlaf bekommen, dann kühlen sie hormonell meist ein wenig ab. Für Wellensittiche, Katharinasittiche und die meisten anderen Krummschnäbel gilt dasselbe. Außerdem sollte die Ernährung weniger öl- und eiweißreich sein. Sonnenblumenkerne und Hanf lösen bei den genannten Vogelarten häufig enorme Brutlust aus. Diese Körner sollten in der täglich gereichten Saatenmischung besser nicht enthalten sein. Auch andere Gründe sind für das Rupfen des Partners denkbar. Tiere, die permanent unter Stress stehen, weil sie sich beispielsweise in ihrer Umgebung nicht sicher fühlen, können den Partner als "Ventil" nutzen. Vögel, die zu wenig erholsamen Schlaf erhalten, können ebenfalls zu Aggressionen neigen und beim Kraulen plötzlich zu rupfen beginnen. Die "Liebesglatze" ist nur dann harmlos, wenn lediglich eine kleine Hautpartie federlos ist und die Glatze nicht über Monate bestehen bleibt. Sobald der Kopf weitestgehend kahl gerupft oder die Haut gar blutig gebissen wird, müssen die Partner vorübergehend getrennt werden. Gemeinsam mit einem Spezialisten für Papageienverhalten muss dann nach der Ursache für das Rupfen gesucht werden, denn im schlimmsten Fall kann der rupfende Partner irgendwann in eine Art "Blutrausch" geraten und seinen Gefährten tot beißen. Tritt eine vermeintliche "Liebesglatze" auf und bleibt sie über Monate bestehen, sollte man das betroffene Tier sehr genau beobachten. Zeigen sich an anderen Körperstellen ebenfalls Lücken im Federkleid, könnte eine Krankheit vorliegen. Durch einen fachkundigen Tierarzt sollte dann abgeklärt werden, ob gegebenenfalls eine Viruserkrankung wie PBFD oder die Französische Mauser (Polyoma) die Gefiederlücken verursacht. In seltenen Fällen können zudem Hautekzeme oder Parasiten wie Federmilben für Fehlstellen im Gefieder verantwortlich sein. Auch ein Testosteronmangel (Testosteron = männliches Geschlechtshormon) kann in einigen Fällen der Grund dafür sein, wenn ein männlicher Vogel einen kahlen Hinterkopf hat. Insbesondere bei Nymphensittichen ist dies oft der Grund für die Glatze.
Wenn Wellensittiche zu ruppig miteinander umgehen...
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