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Blutet ein Vogel, muss der Blutverlust möglichst
klein gehalten werden, da die Tiere nur über eine sehr geringe
Menge Blut verfügen. Wellensittiche haben beispielsweise nur rund vier Milliliter Blut in ihrem Körper. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass in der Hausapotheke eines Vogelhalters immer Mittel zum Stoppen von Blutungen vorhanden sind. Zum Stillen kleinerer Blutungen reichen in aller
Regel sterile
Kompressen aus, wie sie sich beispielsweise im Pkw-Verbandskasten finden. Drücken Sie eine solche Kompresse leicht auf die
Wunde und halten Sie den Druck für einige Minuten, um die Blutung
zu stoppen.
Übrigens: Wenn eine Kompresse noch fest verpackt, aber ihr Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist, können Sie sie dennoch zwei bis drei Jahre danach noch verwenden, um mit ihr eine Blutung zu stoppen. Eine sterile Wundkompresse mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum ist normalerweise erheblich sauberer als beispielsweise ein Papiertaschentuch, das viele Menschen als Alternative verwenden würden.
Handelt es sich um eine mittelschwere Blutung, die gestoppt werden muss, eignen sich Blutstiller-Stifte, die man normalerweise beim Menschen bei Schnittwunden nach der Nassrasur einsetzt. Leider verursachen sie ein Brennen auf der Haut, das für Vögel unangenehm ist. Eine weitere, weitestgehend schmerzfreie Möglichkeit ist der Einsatz von Blutstiller-Watte (sogenannte Clauden-Watte). Außerdem können Blutstiller-Tinkturen verwendet werden, fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem solchen Medikament. In Apotheken wird flüssiges Eisen-3-Chlorid verkauft. Achten Sie darauf, dass es nicht mit Schleimhäuten und gesunder Haut in Berührung kommt, denn es kann diese unter Umständen schädigen (verätzen).
Schwere Verletzungen sollten Sie unbedingt von einem Tierarzt anschauen lassen, auch wenn Sie die Blutung selbst stoppen konnten! Allerdings ist es nicht in jedem Fall ratsam, den verwundeten Vogel sofort zum Arzt zu bringen, weil der Vogel durch einen Blutverlust zu sehr geschwächt sein könnte.
Was tun bei extrem starken Blutungen?
Transportiert man einen schwachen, fast ausgebluteten und unter Schock stehenden Vogel zum Tierarzt, stirbt er unter Umständen bereits auf dem Weg zur Praxis des Arztes. Oder aber spätestens im Behandlungszimmer reicht die Aufregung oftmals aus, um seinen Kreislauf zusammenbrechen zu lassen. Ein so schwer verletztes Tier nicht einem Tierarzt vorzustellen, wäre aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz sicher sein Todesurteil. Deshalb muss mitunter trotz der heiklen Situation ein Transport zum Tierarzt durchgeführt werden. Wie schwer verletzte Patienten am sichersten zu transportieren sind, können Sie hier nachlesen.
Hat ein Vogel eine große Menge Blut verloren, ist sein gesamter Flüssigkeitsstoffwechsel gestört. Deshalb ist es wichtig, ihm genügend Flüssigkeit zuzuführen. Mit dem Blut hat er zudem Nährstoffe verloren, die für seinen Zellstoffwechsel und den gesamten Organismus wichtig sind. Dieser Nährstoffmangel muss mittels der dem Tier zugeführten Flüssigkeit behoben werden. Nach einer schweren Blutung sollte dem Vogel deshalb entweder Amynin oder eine in der Apotheke erhältliche Elektrolytlösung über das Trinkwasser oder gegebenenfalls direkt in den Schnabel verabreicht werden, was aber in jedem Fall allein schon aufgrund der Festlegung der Dosierung mit einem Tierarzt besprochen werden muss. Die Verabreichung von Präparaten direkt in den Schnabel kann vor allem bei nicht zahmen Tieren zu Stress führen, der zwar eigentlich vermieden werden sollte. Trotzdem sollte der Elektrolytverlust unbedingt ausgeglichen werden. Eine pauschale Dosierungsanleitung bezüglich der Aufbaupräparate gebe ich an dieser Stelle ganz bewusst nicht, weil eine allgemeingültige Aussage nicht möglich ist. Es ist unbedingt erforderlich, in jedem einzelnen Fall einen fachkundigen Tierarzt zu Rate zu ziehen, und wenn es nur telefonisch ist!
Verletzte Vögel sind meist schwach und sollten deshalb anfangs in einem kleinen Käfig ohne Stangen untergebracht werden, dessen Boden weich ausgepolstert ist. Stangen sollten nicht angebracht werden, damit ein geschwächter Vogel nicht abstürzt, wodurch die Wunde(n) wieder aufreißen könnten.
Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
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