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Die
Haut der Vögel wird fast am gesamten Körper von Federn
bedeckt. Somit ist sie vor direkten Blicken verborgen. Dennoch
können verschiedene Faktoren dazu führen, dass sich Bakterien
auf und in der Haut vermehren und zu Entzündungen führen,
auch wenn dies nicht immer sofort sichtbar ist. Wie die Haut des
Menschen, ist die Vogelhaut ein empfindliches Organ. Ein für das
bloße Auge unsichtbarer Schutzmantel aus körpereigenen
Stoffen, darunter Säuren, schützt die Haut vor Angriffen von
Krankheitserregern. Ist diese Schutzhülle zu schwach, ist die Haut
Krankheitserregern wie Bakterien und Pilzen schutzlos ausgeliefert.
Tierärzte sprechen in Zusammenhang mit Hautentzündungen
häufig von einer sogenannten Dermatitis.
Dieser Wellensittich leidet an
einer Hautinfektion mit Acinetobacter iwoffi
Ursachen
Hautentzündungen sind für Vögel
lästig, aber das Problem geht meist noch viel tiefer. Denn
ohne eine vorangehende Ursache entstehen Hautentzündungen in
aller Regel nicht. Der Halter muss gemeinsam mit einem erfahrenen Tierarzt
abklären, wie es zu der Hautinfektion kommen konnte. Einige
typische Auslöser sind:
Dies sind einige besonders häufig vorkommende
Ursachen, jedoch sind weitere Auslöser denkbar. Die
Aufzählung ist demnach nicht vollständig, sondern
soll nur als Anhaltspunkt dienen.
Weil die Schutzbarriere der Haut durch die genannten
Auslöser geschwächt wird, können sich
Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze festsetzen und
übermäßig stark vermehren. Zu den bei
Vögeln auftretenden Krankheitserregern, die Hautinfektionen
auslösen, können Hefepilze wie Candida sp. sowie
Bakterien wie Staphylokokken oder Acinetobacter sp. Ein umfangreiches
Kapitel über bakterielle Hauterkrankungen, die sogenannte Dermatitis, finden Sie ebenfalls in dieser Rubrik.
Symptome
Hautentzündungen äußern sich meist durch
Rötungen der betroffenen Hautpartien. Nicht immer ist die Haut
geschwollen, doch auch dies ist mitunter zu beobachten. Häufig
schuppt die Haut und wird trocken, oder aber es können sich
nässende Stellen bilden. In einigen Fällen sind zudem
kleine eitrige Bereiche vorhanden. Zu Beginn der Erkrankung
verursachen Hautentzündungen oft Juckreiz, der dann rasch in
Schmerz übergeht. Betroffene Vögel berühren
die erkrankte Körperpartie häufig mit dem Schnabel
oder beginnen damit, das Gefieder rund um die infizierte Hautstelle
auszureißen. In extremen Fällen beißen sie
sich selbst blutig, um den Juckreiz oder Schmerz zu lindern. Insgesamt
wirken die erkrankten Tiere unruhig, schlafen nachts schlecht und
zeigen deshalb ein schlechtes Allgemeinbefinden.
Diagnose
Bei einem Verdacht auf eine Hautentzündung sollten Vogelhalter
möglichst rasch einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann die Haut
durch Betrachten - oft mit einer Lupe - in Augenschein nehmen. Meist
wird eine Probe entnommen und an ein Labor geschickt, um
herauszufinden, welcher Krankheitserreger die Entzündung
hervorruft. Diese Untersuchung ist zwar nicht ganz billig, aber
notwendig. Denn wenn beispielsweise bei einem Vogel Pilze die
Hautentzündung hervorrufen und er wegen einer reinen
Verdachtsdiagnose gegen Bakterien behandelt wird, bringt die Therapie
keinen Erfolg. Es ist deshalb immer im Sinne der Tiere, eine
umfangreiche Untersuchung zur genauen Abklärung des jeweils
vorhandenen Krankheitserregers durchführen zu lassen. Durch
bloßes "Hinschauen" ist die genaue Bestimmung des Erregers
meist nicht möglich!
Behandlung
Ist abgestorbenes (nekrotisches) Gewebe vorhanden, muss dieses vom
Tierarzt umgehend entfernt werden, um eine weitere Verschlimmerung des
Gesundheitszustandes des Patienten zu verhindern. Dann erst sollte die
gesäuberte erkrankte Hautpartie behandelt werden. Hierbei lautet
die wichtigste Regel: Der Tierarzt legt fest, wie die Behandlung
abzulaufen hat. Denn anders als die Haut des Menschen, reagiert die
Haut der Vögel äußerst empfindlich auf eine Reihe von
Salben. Tierhalter
sollten niemals in Eigenregie Präparate aus ihrer
Medikamentensammlung anwenden. So kann beispielsweise durch das
Auftragen einer Kortisonsalbe unter Umständen ein noch viel
größerer Hautschaden bei Vögeln verursacht werden. Deshalb ist von Behandlungsversuchen ohne Absprache mit einem fachkundigen Tierarzt dringend abzuraten.
Je nachdem, welche Körperpartie betroffen ist, setzen
Tierärzte entweder Salben oder Tinkturen zur Behandlung ein.
Mitunter müssen die erkrankten Vögel
zusätzlich oral mit Medikamenten versorgt werden, also
beispielsweise über das Trinkwasser oder per Eingabe in den
Schnabel. Beim Auftragen von Salben oder Tinkturen muss unbedingt
darauf geachtet werden, dass das Gefieder nicht verklebt. Anderenfalls
kann dies für den betroffenen Vogel zum Problem werden.
Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Manche
Hautentzündungen heilen innerhalb weniger Tage ab, andere erst
nach Wochen oder Monaten. Falls der betroffene Vogel die juckenden und
brennenden Körperstellen mit dem Schnabel traktiert, ist es
mitunter sinnvoll, ihm einen Kragen (eine Halskrause) anlegen zu lassen. Dieser soll ihn davor bewahren, sich selbst größere Wunden zuzufügen, die schlecht heilen.
Ist die Haut eines Vogels allgemein trocken und
schuppig, kann es helfen, ihn mit einem pflegenden Spray zu behandeln.
Ob weitere Pflegesubstanzen für die Haut verwendet werden
können, ist jedoch in jedem Fall mit dem Tierarzt abzusprechen. Sehr gut geeignet dafür ist das Produkt "AVIx Soother Spray".
Es enthält pflegende Substanzen, die auf die Vogelhaut
abgestimmt sind und dem Gefieder nicht schaden. Erhältlich ist
es über Spezialhändler, zum Beispiel im Shop des
Papageienparks Bochum , im Shop
von Dr. Carlo Manderscheid oder direkt im Hersteller-Shop
von Avifood .
Ähnliche
Erkrankungen
Für
den Laien ist es kaum möglich, eine sichere Diagnose zu
stellen, denn es gibt etliche Hauterkrankungen, die einer
Hautentzündung ähneln oder die spezielle Formen einer solchen
Krankheit darstellen.
Chronische Hautekzeme
können Hautentzündungen sehr ähnlich sehen.
Auch Federbalgzysten, siehe Foto rechts, können anfangs an eitrige Hautentzündungen erinnern.
Ferner kann das EMA-Syndrom
im Anfangsstadium mit einer Hautentzündung verwechselt werden.
Bestimmte Geschwüre oder Abszesse
können in der Entstehungsphase ebenfalls Entzündungen
der Haut ähneln. Bestimmte Parasiten wie Federmilben führen in einigen Fällen zu Juckreiz und Hautschädigungen. Aufgrund der
Verwechslungsmöglichkeiten ist es wichtig, einen erfahrenen
Tierarzt zu Rate zu ziehen, um dem erkrankten Tier möglichst
effizient zu helfen.
Linktipp:
Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit
Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann
besuchen Sie das Krankheiten-Forum
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