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  FederbalgzysteIn der Haut des Vogels befinden sich röhrenförmige Einsenkungen, die sogenannten Federbälge. Bildet sich eine Feder, wächst dort anfangs ein hohler, oben geschlossener Stab aus verhornenden Hautzellen; diese Zellen werden als Keratozyten bezeichnet. Während dieser frühen Entwicklungsphase liegen die Federäste noch innerhalb des Hohlstabes, sie treten erst später daraus hervor, wenn die Feder weiter gewachsen ist. Sie entfalten sich dann an beiden Seiten und bilden schließlich die ineinander verhakten Federäste, die verschiedene Farben haben können und je nach Art der Feder eher fest (Schwungfeder) oder weich (Körperfeder, Konturfeder, Dunen) sind.

Wellensittich mit FederbalgzysteDiese Federbälge, aus denen die Federn sprießen, können sich aufgrund unterschiedlicher Ursachen entzünden:

  • Stoffwechselstörung (meist aufgrund von Fehlernährung)
  • Nährstoffmangel
  • Trauma des Federfollikels (Stoßverletzungen, offene Wunden, etc.)
  • Virusinfektion (Circoviren, also PBFD)
  • bakterielle Infektion
  • Pilzinfektion der Haut
  • angeborener genetischer Defekt (kommt eher selten vor)

Durch eine dieser Ursachen - oder in einigen Fällen durch mehrere, die gemeinsam wirken - schiebt sich die Feder während des Wachstums nicht normal aus der Haut, sondern wächst unter der Haut innerhalb einer Kapsel weiter. Dabei erreicht sie aber meist nicht ihre volle Größe, sondern bleibt recht klein.

Mit der Zeit zersetzt sich die Feder in dieser Kapsel. Gelangen beispielsweise Krankheitserreger in den Hohlraum, kann es zu einer Entzündung kommen, das heißt, es bildet sich eine Federbalgzyste. Das Wort Zyste bedeutet hierbei: "Eine Zyste (alt: Kyste, Cyste) ist ein durch eine Kapsel abgeschlossener Gewebehohlraum, der aus mehreren Kammern bestehen kann und einen flüssigen Inhalt besitzt." (Quelle: Wikipedia.de Externer Link)

Mehrere FederbalgzystenSehr häufig bilden sich Federbalgzysten im Bereich der Schwungfedern (an den Flügeln) und der Schwanzfedern, mitunter aber auch am Körper, wie es auf dem nebenstehenden Foto zu sehen ist. Sie treten als blasenartige Beulen oder Verdickungen der Haut in Erscheinung, die oft gelblich gefärbt sind. Häufig stören Federbalgzysten einen davon betroffenen Vogel zunächst nicht, werden jedoch mit der Zeit zusehends größer und beginnen dann zu jucken oder zu schmerzen. Die Gefahr besteht, dass der Vogel die Zyste aufbeißt oder -kratzt beziehungsweise durch einen Unfall (zum Beispiel durch Anstoßen) zum Platzen bringt. Hierbei kann es zu heftigen Blutungen kommen! Deshalb sollte man eine Federbalgzyste so früh wie möglich vom Tierarzt behandeln lassen.

Behandlung
Inhalt einer FederbalgzysteDer Tierarzt sticht oder schneidet die Federbalgzyste auf, was in der medizinischen Fachsprache als "Eröffnen" bezeichnet wird; anschließend entleert er sie. Der Inhalt besteht normalerweise aus Blut, Eiter und einer mehr oder minder stark zersetzten Feder, die als solche kaum noch zu erkennen ist, siehe Foto rechts. Damit sich keine neue Federbalgzyste an derselben Stelle bildet, wird in aller Regel die gesamte Kapsel nebst Federfollikel chirurgisch entfernt.

Für den betroffenen Vogel ist dieser Eingriff nicht angenehm, aber er ist erforderlich, weil eine unbehandelte Zyste im schlimmsten Fall zum Verbluten des Vogels oder zur Entstehung einer Blutvergiftung führen kann! Eine Nachbehandlung der geöffneten und leer geräumten Zyste ist meist nicht nötig und die Heilung dauert normalerweise nicht länger als ein bis zwei Wochen.

Wie häufig treten Federbalgzysten auf?
Federbalgzysten bilden sich für gewöhnlich nur gelegentlich und in Einzelfällen, selten treten sie an einem Vogel an mehreren Stellen gleichzeitig auf. Viele Tiere leiden im Laufe ihres gesamten Lebens nie an Federbalgzysten, andere häufiger. Dies geschieht vor allem bei solchen Vögeln, die an einer Gefiederstörung wie PBFD leiden. Bei dieser Krankheit gehören Federbalgzysten zu den typischen Begleit- beziehungsweise Sekundärerkrankungen.

Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum Externer Link von Welli.net.

 
 
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