Unter dem Begriff Hyperkeratose ist allgemein eine Veränderung der Haut, aber auch des Gefieders zu verstehen. Die Haut wirkt schuppig und verhornt. Von der Hyperkeratose können neben der Körperhaut auch die Nase und der Schnabel eines Vogels betroffen sein. Vor allem weibliche Wellensittiche zeigen gelegentlich eine
übermäßig stark ausgeprägte Verhornung der
Wachshaut
(siehe Abbildung rechts).
Hierbei bilden sich dicke, schorfige Krusten auf der Nase des Tieres.
Die in großen Mengen gebildete Wachshaut
verfärbt sich meist dunkelbraun und steht nicht selten einige Millimeter weit hervor. Oft bildet sich eine solche Hyperkeratose der Wachshaut bei jenen Weibchen, die in Brutstimmung sind. Bei noch nicht geschlechtsreifen Wellensittich-Weibchen zeigt sich hingegen nur äußerst selten eine Hyperkeratose.
In vielen Fällen ist das sich bildende Nasenhorn vergleichsweise
harmlos, da es im Laufe der Zeit von allein abfällt oder irgendwann
nicht mehr weiter wächst und dann lediglich sonderbar aussieht.
Gelegentlich führt ein übermäßiges Wachstum der
Nasenhornhaut jedoch zu einem Verschluss der Atemlöcher, wodurch
für das Tier ernsthafte Probleme entstehen. Betroffene Weibchen
werden immer kurzatmiger und können in Extremfällen aufgrund
einer Hyperkeratose im schlimmsten Fall qualvoll
ersticken.
Eine übermäßige Verhornung entsteht aber nicht ohne Grund. Meist steckt eine organische Ursache dahinter.
Ursache
Die Hyperkeratose der Wachshaut wird bei Wellensittich-Weibchen und auch bei anderen Vögeln mitunter aufgrund der hormonellen Situation des Tieres verursacht. Das allein reicht aber höchstwahrscheinlich nicht zum Entstehen der starken Verhornung aus. Experten gehen davon aus, dass eine Unterversorgung mit Nährstoffen beziehungsweise eine Fehlernährung die eigentlichen Ursachen sind, die eine zu starke Verhornung der Wachshaut und anderer Hautpartien hervorrufen. In vielen Fällen haben die betroffenen Tiere nicht nur eine extrem stark verhornte Wachshaut, sondern auch schuppige, trockene Haut an den Beinen und Füßen sowie eine raue Schnabeloberfläche.
Behandlung
Obwohl die Hyperkeratose der Wachshaut in den meisten Fällen eher unbedenklich ist,
sollte man als verantwortungsbewusster Vogelhalter auf Nummer sicher
gehen und einen erfahrenen Tierarzt zu Rate ziehen. Dieser kann die überschüssige
Wachshaut mit Öl oder einer auflösenden Salbe - hierfür
eignen sich beispielsweise Salicyl- oder Borsalbe - behandeln und später
entfernen. Sollte es sich bei der Wucherung eines Vogels
nicht um eine Hyperkeratose, sondern um eine andere, eventuell
gefährlichere Hautveränderung handeln, ist es ohnehin wichtig,
dass der Tierarzt sie so rasch wie möglich behandelt, sofern dies überhaupt möglich ist.
Die Abbildungen unter diesen Zeilen zeigen einen Vogel vor und nach
einer Behandlung.

Ähnliche Krankheiten
Bei Wellensittich-Weibchen kann es aufgrund ernsthafter Erkrankungen
an den inneren Organen zu starken Verfärbungen der Wachshaut
kommen. Diese gehen normalerweise jedoch nicht mit einer verstärkten
Hornbildung einher. Färbt sich die Wachshaut eines Weibchens
von Dunkelbraun nach Hellblau um und bleibt sie über lange Zeit so, sollte man
einen Tierarzt aufsuchen, da der Vogel mit großer
Wahrscheinlichkeit an einer bisher unentdeckten Krankheit oder an einem Nährstoffmangel leidet, obgleich er
bislang keine weiteren Symptome zeigt. Bei einer weit hervorstehenden Wachshaut könnte es sich
zudem um einen
Tumor im Bereich der Nase
handeln, der ebenfalls behandlungsbedürftig sein dürfte (siehe
Abbildung in diesem Absatz).
Ist die Aufwölbung an der Wachshaut nicht borkig oder krustig
sondern eher schwammartig und zudem hellbraun, dann liegt eventuell ein
Befall mit
Grabmilben
vor. In einem solchen Fall muss ein Tierarzt den Vogel umgehend mit
einem wirksamen Antiparasitenmittel behandeln. Meist ist nicht nur
die Wachshaut mit Milben befallen, sondern vor allem der Schnabel.
Beachten Sie bitte auch das gesonderte Kapitel über
Veränderungen der Wachshaut!
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