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Bei Wellensittichen und anderen Vögeln kann es zu Verletzungen der Krallen kommen. Die Krallen bestehen aus hartem, ständig nachwachsendem Hornmaterial, das ähnlich wie die Fingernägel des Menschen zu weiten Teilen schmerzunempfindlich ist. Allerdings befindet sich innerhalb jeder Kralle eine Blutbahn, weil das Horngewebe während des Wachstums mit Nährstoffen versorgt werden muss. In einer normal langen Vogelkralle erstreckt sich diese Blutbahn in etwa über die Hälfte bis zu zwei Dritteln der Kralle, siehe nebenstehende schematische Darstellung.
Bricht eine Kralle außerhalb dieses Bereichs ab, wird das Blutgefäß nicht verletzt und der betroffene Vogel blutet nicht. Jedoch kann der Krallensplitter lose an der restlichen Kralle hängen oder das Ende der Kralle ist so uneben, dass der Vogel ständig damit hängen bleibt. Abgebrochene, nicht blutende Krallenenden sollten deshalb vorsichtig glatt gefeilt werden, damit sie nicht zu einer Behinderung für das Tier werden oder gar die Ursache für Zerrungen in den Beinen sind. Denn versucht ein Vogel, sich selbst zu befreien, nachdem er hängen geblieben ist, kann dies leicht die Folge sein.
Mitunter reißen Krallen nicht komplett heraus, sondern hängen noch an einem Stück Haut fest, siehe Foto unten. Der Blutverlust hält sich dann zwar meist in Grenzen, aber der Vogel leidet unter starken Schmerzen, sobald er den Fuß belastet. Es ist schnellstmöglich ein Tierarzt aufzusuchen, der die Kralle vollständig entfernt und die Blutung stoppt.
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