Von Tumoren spricht man bei Wellensittichen und anderen Vögeln, wenn es sich um Wucherungen handelt, die oft relativ schnell zu stattlicher Größe heranwachsen und die normalerweise von sich aus nicht wieder kleiner werden. Vergleichsweise oft bestehen sie aus Fettgewebe und bilden sich im Bauch- und Brustbereich der Vögel. Sie werden dann als Lipome oder Fettgeschwülste bezeichnet. Streng genommen sind Lipome also auch Tumoren. Weil sie aber von vielen Vogelhaltern nicht als solche aufgefasst werden, ist ihnen ein separates Kapitel gewidmet. Auf dieser Seite geht es um Tumoren, die keine Lipome sind. Nicht alle
hier genannten Tumorerkrankungen
betreffen die Haut der Vögel. Obwohl sie jedoch nicht alle außen am Vogelkörper
auftreten, finden sich der besseren Übersicht halber auch Tumoren
der inneren Organe und der Knochen in diesem Kapitel, das zur Rubrik der Erkrankungen der Haut gehört.
Nahezu am und im gesamten Körper eines Vogels können sich
Tumoren bilden. Bei Wellensittichen treten unter anderem die folgenden Tumorarten
mehr oder minder häufig auf:
Die Abbildung oben rechts zeigt die Vogeldame Bella mit einem
Tumor am Flügel. Leider wurde die Wucherung so groß, dass
sich ein Loch im Flügel bildete. Bella hat es bedauerlicherweise nicht
geschafft, ihre schlimme Krankheit zu überstehen.
Nierentumoren
Wie der Name es bereits vermuten lässt, wachsen diese Tumoren
im Innern des Vogelkörpers heran. Sie entstehen aus unkontrolliert wucherndem Nierengewebe. In vielen Fällen
verändert sich die Konsistenz der Kotballen, da die erkrankte
Niere nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet. Die abgesetzten Kotbällchen werden
extrem flüssig, wie es beispielsweise auch bei einer
Niereninfektion der
Fall ist. Es besteht für den Laien eine hohe Verwechslungsgefahr mit
Durchfallerkrankungen!
Aufgrund der Lage der Nieren
im Körper der Vögel führen Nierentumoren ab einer gewissen Größe meist zu
starken Schmerzen, da sie einige Nervenstränge im Bereich der
Wirbelsäule einklemmen. Jene Nervenstränge erstrecken sich bis in die
Beine der Vögel. Abhängig davon, welcher Nervenstrang durch
einen Nierentumor eingeklemmt wird, lahmen die Vögel mit dem
rechten oder linken Bein. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, einen
betroffenen Vogel beim Auftreten einer Lähmung
eines Beines gezielt auf das Vorhandensein eines Nierentumors untersuchen zu lassen.
Tierärzte können
Nierentumoren durch die Haut des Vogels oft ertasten oder gegebenenfalls
auf einem Röntgenbild erkennen. Bedauerlicherweise kann man diese Art von Tumoren
normalerweise nicht durch eine Operation entfernen. Hat sich ein Nierentumor erst
einmal gebildet, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erkrankte
Vogel entweder an akutem Nierenversagen stirbt oder aber bis er so
starke Schmerzen und Lähmungen erleidet, dass man ihn lieber
einschläfern
lassen sollte. Es besteht lediglich die
Möglichkeit, eine Behandlung mit Spinnengift zu versuchen,
was allerdings nicht in sämtlichen Fällen ratsam ist und auch nicht immer zum Erfolg führt. Manche Mediziner raten deshalb von derlei Versuchen grundsätzlich ab. Weitere
Informationen zu dieser Therapieform aus der Naturheilkunde finden Sie
weiter
unten.
Tumoren an den Geschlechtsorganen
Es sind vor allem männliche Vögel, die durch die Bildung
eines Tumors an den im Körper liegenden
Geschlechtsorganen bedroht sind. Sehr viele Wellensittich-Männchen
werden von einem Hodentumor dahingerafft. Sie
scheinen überaus
anfällig für diese Tumorart zu sein. Weshalb das so ist,
hat die Wissenschaft bislang bedauerlicherweise nicht klären
können. Ist ein Vogel-Männchen an einem Hodentumor erkrankt,
können Lähmungen sowohl im rechten als auch im linken Bein, in besonders schlimmen Fällen sogar in beiden Beinen gleichzeitig
auftreten. Eine vollständige Heilung ist nicht zu erreichen, denn
Operationen sind in aller Regel nicht möglich;
eine Behandlung mit Spinnengift kann im Einzelfall in Erwägung
gezogen werden, ist aber nicht unbedingt Erfolg versprechend, siehe weiter
unten.
Wird die Wucherung an den Hoden durch ein Ungleichgewicht der Hormone verursacht, ist in der Vergangenheit mitunter eine Hormontherapie versucht worden, die aber nicht unbedingt zu einer Heilung führen muss. Möglich ist es beispielsweise, den erkrankten Vogel im Abstand von zehn Tagen zweimal mit Testosteron (das ist ein männliches Geschlechtshormon) zu behandeln. Das Hormonpräparat wird auf die Haut geträufelt, dem Vogel entstehen durch die Behandlung keine Schmerzen.
Aber eine solche Therapie schlägt nur sehr selten in ganz speziellen Fällen an. Fachkundige Tierärzte können meist beurteilen, ob ein solcher Versuch sinnvoll ist oder nicht. Sich auf den Rat des Arztes zu verlassen, ist deshalb zu empfehlen, sofern dieser ein ausgewiesener Spezialist auf seinem Gebiet ist.
Erkrankt ein Wellensittich-Männchen an einem Hodentumor, wirkt sich dies auf seinen Hormonhaushalt aus und mit der Zeit kann es zu einer Verfärbung der Wachshaut (Nase) kommen. Das "Männchen-Blau" verändert sich zusehends zu einem schmutzigen Braun (siehe Foto rechts), wobei die Nase normalerweise weniger krustig ist als die eines Weibchens. In extremen Fällen
können hiervon betroffene Vögel nach einiger Zeit wie Weibchen in Brutstimmung aussehen, siehe Fotos unter diesen Zeilen. Achtung, einige Vogel-Männchen werden durch einen Hodentumor sehr aggressiv, wobei das angriffslustige Verhalten mitunter phasenweise auftritt.

Zweimal derselbe Vogel: links ohne und rechts mit Hodentumor
Manche Wellensittich-Weibchen erkranken an
Eierstockstumoren. Diese Tumorart tritt bei ihnen allerdings
seltener auf als beispielsweise Nieren- oder Hauttumoren. Dennoch
sollte man einen Vogel, dessen Bauchraum stark anschwillt, unbedingt
auf die Existenz eines Eierstockstumors untersuchen lassen. Hat ein Eierstockstumor eine
bestimmte Größe erreicht, kann er zu
Lähmungen im
linken Bein des betroffenen Vogels führen, das rechte Bein ist bei
dieser Art von Tumoren normalerweise nicht von Lähmungen betroffen. Die
Abbildung in diesem Absatz zeigt ein Wellensittich-Weibchen, in dessen Bauchhöhle
sich ein mehr als haselnussgroßer Tumor am Eierstock
befand. Für den Vogel gab es keine Rettung, eine Operation war
bei diesem Tier unmöglich. Deshalb ist der Sittich kurz nach dem Entstehen des
Fotos eingeschläfert
worden.
Sehr versierte Spezialisten unter den Vogel-Tierärzten können unter Umständen eine Operation versuchen, denn in manchen Fällen kann der gefiederten Patientin dadurch geholfen werden.
Auch bei Wellensittich-Weibchen kann sich aufgrund der tumorbedingten Störung des Hormonhaushaltes die Wachshaut verfärben. Sie verliert ihre braune Färbung und ist später sehr hellblau, fast weiß gefärbt. Das
Foto rechts zeigt ein Weibchen, das an einem Eierstockstumor
im Endstadium litt. Die Wachshaut war nicht mehr braun, sondern
unscheinbar hellblau gefärbt. Achtung, auch andere schwere Krankheiten können dazu führen, dass die Wachshaut eines Wellensittich-Weibchens hellblau wird. Es muss also nicht zwangsläufig ein Eierstockstumor hinter der Farbveränderung stecken!
Lebertumoren
Aus Leberzellen können bei Vögeln Tumoren entstehen. Sie wachsen rasch
und schränken die Funktion des Organs ein. An einer Leberstörung
erkrankte Wellensittiche fühlen sich matt, haben eine schlechte
Verdauung und in vielen Fällen übermäßig
starkes Krallen- sowie Schnabelwachstum. Glücklicherweise steckt
nicht immer ein Lebertumor hinter diesen Beschwerden, sondern mitunter "nur" eine Infektion oder anderweitige Veränderung des Organs. Viele gefiederte Lebertumorpatienten lassen im Endstadium der Erkrankung die Flügel hängen und zeigen zudem die typischen Schnabelveränderungen, siehe Foto rechts. Wucherungen an
der Leber sind normalerweise nicht operabel und somit nicht heilbar.
Knochentumoren
Wucherungen an den Knochen treten bei einem gesunden Skelett normalerweise
praktisch nicht auf. Bricht sich ein Vogel beispielsweise einen Flügel oder
ein Bein und wird dieser
Knochenbruch nicht
rasch vom Tierarzt behandelt, können seine Enden schief verwachsen.
Ist dies der Fall, kann es später zu einem unkontrollierten
Wachstum der Knochensubstanz an einer der Bruchkanten kommen. Das Foto
in diesem Absatz zeigt einen solchen Knochentumor im Frühstadium.
Er bildete sich an einem schief verheilten Flügelknochen.
Da der Tumor rasch wuchs und sich die Haut darüber zusehends spannte,
wurde er operativ entfernt. Bei der Operation musste dem
Vogel ein Teil seines Flügels
amputiert werden. Glücklicherweise
ist nicht grundsätzlich eine Amputation nötig, um
Knochentumoren zu entfernen. Eine Operation ist aber in aller Regel
dennoch unumgänglich.
Mitunter können Knochentumoren sehr aggressiv sein und das Knochenmaterial regelrecht zersetzen. Im betroffenen Körperteil fühlen die Tiere dann sehr starke Schmerzen und schonen sie. Das Foto rechts zeigt das Bein eines Wellensittichs, in dem sich ein Knochentumor auszubreiten begonnen hat. Weil sich der Knochen bereits aufzulösen begonnen hat, konnte der Vogel das Bein nicht mehr belasten und zog es hoch zum Körper. Leider war es nicht mehr möglich, das Leben des Vogels zu retten, er musste aufgrund seiner sehr starken Schmerzen eingeschläfert werden.
Flügeltumoren
An den Flügeln kann eine Art von Tumoren in Erscheinung treten, die besonders
fatal ist. In der nebenstehenden Abbildung ist ein solcher Tumor zu sehen, der
direkt am Flügelansatz, also im Schultergelenk, gewachsen ist. Eine Operation
ist normalerweise nicht möglich, so dass man das betroffene Tier nicht wie bei anderen Knochentumoren
beispielsweise durch eine Teilamputation des Flügels retten könnte.
Tumoren, die im Schultergelenk wachsen, verursachen den betroffenen Vögeln in aller Regel sehr
große Schmerzen, weshalb es sinnvoll ist, sie durch einen Tierarzt von ihrem
Leiden erlösen zu lassen.
Befindet sich ein Flügeltumor hingegen eher im Bereich der Flügelspitze,
so kann eine Operation durchaus Erfolg bringen. Oft ist allerdings ein
Entfernen des Tumors nicht möglich, ohne einen Teil des Flügels ebenfalls
abzutrennen. Eine solche Teilamputation verkraften Vögel meist recht gut.
Einige Krankheiten wie die Xanthomatose,
das EMA-Syndrom oder
bestimmte Ekzeme sehen
Flügeltumoren recht ähnlich. Nur ein auf die Behandlung von Vögeln spezialisierter Fach-Tierarzt kann eine
sichere Diagnose stellen, was sehr wichtig ist, um dem erkrankten Vogel schnellstmöglich helfen zu können.
Hauttumoren
Am gesamten Vogelkörper können Hauttumoren wachsen, die
aus verändertem, wild wucherndem Gewebe bestehen. In den meisten
Fällen ist es vergleichsweise leicht, sie operativ zu entfernen.
Fast alle Vögel überleben diese Eingriffe, nur einige wenige
Tiere erleiden einen Kreislaufzusammenbruch bis hin zum Herzstillstand
oder einem Schockzustand aufgrund der Narkose.
Dieses Risiko besteht bei Vögeln leider aber grundsätzlich bei einem operativen Eingriff, der eine Vollnarkose erfordert.
Der unten rechts abgebildete Wellensittich stellt einen
schwierigen Spezialfall dar. Eine Operation wird unter Vollnarkose
durchgeführt, bei der den Vögeln eine Atemmaske über den Kopf gestülpt wird, durch die sie das Narkosegas einatmen. Der Tierarzt, der den oben gezeigten Vogel betreut hat, war nicht dazu in der Lage, eine andere Narkoseform zu wählen, weshalb er den Sittich nicht operieren konnte.
Es gibt jedoch prinzipiell die Möglichkeit, einen solchen Patienten zu narkotisieren, ohne die Maske über den Kopf zu stülpen. Es wird ein kleiner Schnitt im Bereich des Rückens angefertigt. Durch die Öffnung in der Haut wird dann ein kleines Röhrchen in einen Luftsack, also einen Teil des Atmungssystems, eingeführt.
Über dieses Röhrchen strömt das Narkosegas in den Vogel. Der Kopf des betäubten Tieres ist völlig frei und der behandelnde Arzt kann dort eine Operation durchführen.
Schnabeltumoren
Am Schnabel eines Vogels kann ebenfalls ein Tumor entstehen, was allerdings nur selten der Fall ist. Wenn es zur Bildung eines Schnabeltumors kommt, dann wächst dieser oft zu einem klumpigen, meist dunkelrot gefärbten Gebilde heran. Manche Tumoren bringen das Schnabelhorn dazu, zu zerbrechen und der betroffene Vogel kann keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Andere Schnabeltumoren führen zu verstärktem Schnabelhornwachstum, so dass regelmäßig ein Tierarzt aufgesucht werden sollte, um den Schnabel zu kürzen. In sehr vielen Fällen wächst der Schnabel eines an einem solchen Tumor erkrankten Vogels schief.
Für gewöhnlich sind Schnabeltumoren nicht operabel, das heißt, sie können nicht vom Tierarzt chirurgisch entfernt werden. Therapieversuche mit Spinnengift (Tarantula bzw. Theranekron, siehe unten) sollen in einigen Fällen zu einer Verkleinerung des Tumors geführt haben, Verlass ist auf eine solche Therapie aber nicht grundsätzlich. Manche Schnabeltumoren
trocknen mit der Zeit aus und fallen von allein ab, wobei eine mehr oder minder starke Blutung am Schnabel entsteht.
Weshalb sich Schnabeltumoren bilden, ist bisher nicht besonders intensiv erforscht worden. Einige Experten vermuten einen Zusammenhang mit der Viruserkrankung PBFD,
der bislang allerdings keineswegs bewiesen ist.
Kloakentumoren
Treten Tumoren im Bereich der
Kloake,
also an der am hinteren Körperende liegenden Ausscheidungsöffnung
der Vögel auf, können die entstehenden Schwellungen zu Problemen beim Absetzen
des Kotes führen. Mitunter ragen die Schwellungen nicht nur nach außen, sondern
auch nach innen, so dass der Darm dadurch eingeengt wird. Außerdem liegen manche Tumoren so
ungünstig, dass sie in den Bereich des Rückens wachsen und dort
in der Nähe der Wirbelsäule Nervenstränge abklemmen. Dies führt dazu,
dass die betroffenen Vögel ihre Beine nicht mehr richtig bewegen können.
Die Abbildung in diesem Absatz zeigt
den Wellensittich Doc, der an einem solchen Tumor litt. Sein rechtes Bein steht
zur Seite, weil bereits die erwähnten Nervenschädigungen eingetreten sind. Leider
hat Katrin , die das Foto zur Verfügung
gestellt hat, den Kampf um Docs Leben verloren. Unterhalb dieser
Zeilen ist ein Foto zu sehen, das ein Wellensittich-Weibchen zeigt, in
dessen Kloakenbereich sich ein Tumor gebildet hat.
Ähnliche Erkrankungen
Bei geschlechtsreifen Vogelweibchen kann es
geschehen, dass sich ein Ei heranbildet, ohne dass es im Legedarm weit genug wandert, um
gelegt zu werden. Solche Eier bleiben im Legedarm, verwachsen mit dem umliegenden Gewebe
und führen nach einiger Zeit zu
schwersten Entzündungen der gesamten Bauchhöhle.
Verwachsene Eier müssen so rasch wie möglich von einem fachkundigen Tierarzt
heraus operiert werden. Je eher die Operation erfolgt, desto höher sind die Überlebenschancen
des betroffenen Vogels. Ist die Bauchhöhle erst einmal entzündet, besteht für
das erkrankte Weibchen kaum noch Hoffnung.
Es ist daher unbedingt erforderlich, so schnell
wie möglich zu handeln, wenn sich bei einem geschlechtsreifen Weibchen binnen weniger
Tage eine Beule am Unterbauch zeigt, das Tier jedoch kein Ei ablegt und ganz offensichtlich
nicht unter einer typischen Legenot
leidet.
Die Abbildung oben rechts zeigt das Wellensittich-Weibchen Conchita, dessen Bauchhöhle infolge
zweier verwachsener Eier stark entzündet war. Der Vogel war aus schlechten Haltungsbedingungen
befreit und umgehend zu einem Tierarzt gebracht worden. Bedauerlicherweise hat Conchita
nach ihrer Befreiung nicht einmal mehr lange genug gelebt, um mit Hilfe eines Antibiotikums
auf die rettende Operation vorbereitet zu werden.
Darüber hinaus könnte beim Auftreten einer Schwellung des Bauches ein Bauchdeckenbruch (Hernie) oder aber eine Bauchwassersucht (Aszites) vorliegen. Beides führt zu starken Umfangsvermehrungen im Bereich des Unterbauchs, die vergleichsweise plötzlich auftreten.
Augentumoren
Meist beginnt der Leidensweg eines Vogels, der an einem Augentumor erkrankt, mit
anfangs unmerklich geschwollenen Augenpartien und -lidern, siehe Foto rechts. Der Zustand verschlechtert sich schleichend, es kann Tage oder Wochen dauern, bis dem Tierhalter auffällt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ein Tierarzt, der nicht auf
die Behandlung von Vögeln oder auf Augenheilkunde spezialisiert ist, diagnostiziert in einem solchen Fall sehr wahrscheinlich
eine Erkrankung, die ähnliche Symptome hervorruft, darunter ein
Gerstenkorn, eine
Bindehautentzündung oder eine
Entzündung der Nasennebenhöhlen
(Sinusitis).
Meist werden dann Augentropfen oder -salben verabreicht, die dem betroffenen Tier nicht helfen. Deshalb ist es
wichtig, einen Vogel, der an einer Schwellung im Augenbereich leidet, entweder von einem
auf die Behandlung von Vögeln spezialisierten Tiermediziner oder aber von einem Tier-Augenarzt untersuchen zu lassen. Wichtig ist es
in diesem Zusammenhang noch zu erwähnen, dass Augentumoren mitunter auf beiden
Seiten gleichzeitig entstehen, so dass man also nicht einfach davon ausgehen kann, dass es
sich bei einer beidseitigen Schwellung um eine andere Erkrankung handeln müsste.
Augentumoren sind nicht heilbar! Sie erfordern eine aufmerksame
Überwachung, denn wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, verursachen
sie dem betroffenen Vogel entsetzliche Schmerzen, weshalb man ihn durch einen Tierarzt von seinen
Leiden erlösen lassen sollte. Auch wenn es schwer fallen mag, einen Vogel einschläfern
zu lassen, so ist dies doch für ein Tier, das unter starken Schmerzen leidet und
unheilbar krank ist, der weniger qualvolle Weg. Der behandelnde Tierarzt wird Ihnen dabei helfen, den richtigen Zeitpunkt festzulegen.
Behandlungsmöglichkeiten bei Tumoren
Da Tumoren aufgrund des raschen Stoffwechsels der Vögel meist rasend schnell wachsen,
besteht nur wenig Handlungsspielraum. Bemerkt man die ersten Vergrößerungen im
Körperumfang oder sieht man Hautveränderungen, so sollte man den erkrankten Vogel
umgehend einem Tierarzt vorstellen.
Leider existieren nur wenige Behandlungsmöglichkeiten bei Tumoren. Häufig bleibt
keine andere Möglichkeit, als den erkrankten Vogel zu operieren. Unter Vollnarkose
wird das Tumorgewebe entfernt. Mitunter müssen Gliedmaßen, an denen sich das
Tumorgewebe befindet, ebenfalls entfernt werden. Solche (teilweisen) Amputationen führen
zu einer lebenslangen Beeinträchtigung der körperlichen Fähigkeiten, die
von den Vögeln jedoch in aller Regel recht gut verkraftet werden. Einige Tumorarten sind
aber inoperabel, das heißt, man kann sie nicht chirurgisch entfernen. Hier ist eine
"Therapie" durch Wegschneiden nicht möglich.
Vor allem Tierheilpraktiker, aber auch einige Tierärzte wenden zur Behandlung mancher
Tumorarten ein Präparat namens Theranekron an. Hierbei handelt es
sich um ein Spinnengift, weshalb das Präparat aufgrund seines Ursprungs
mitunter auch Tarantula
genannt wird. Das hochverdünnte Tarantelgift wird dem gefiederten Patienten gespritzt.
Schlägt die Therapie an, verkleinert sich der Tumor oder er verkapselt sich, weshalb er
im Gewebe verschiebbar ist. In sehr seltenen Fällen sollen Tumoren unter der Gabe
von Theranekron sogar ganz verschwinden können. Allerdings schlägt die Behandlung
nicht in jedem Fall an und man sollte einen Vogel, der trotz einer Spinnengift-Therapie
nachweislich keinerlei Besserung seines Befindens sowie weiteres Tumorwachstum zeigt, nicht
zu lange seinem Leid überlassen und ihn rechtzeitig von seinen Qualen erlösen.
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