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  Typische Hyperkeratose Die Wachshaut der Vögel, wie die Haut auf der Nase in der Fachsprache genannt wird, kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen ihre Oberflächenstruktur verändern. Eine bei Wellensittichen vergleichsweise oft auftretende Veränderung der Wachshaut ist die Hyperkeratose, die vor allem bei geschlechtsreifen Weibchen zu beobachten ist. Hierbei handelt es sich vereinfacht gesagt um ein übermäßig starkes Wachstum der Hornhaut an der Nase, siehe Foto rechts. Sofern die Nasenlöcher durch die Hyperkeratose nicht verschlossen werden, ist diese Veränderung der Haut für die betroffenen Tiere nicht besonders gefährlich. Dennoch sollte eine starke Hyperkeratose von einem fachkundigen Tierarzt begutachtet werden; gegebenenfalls muss er sie mit einer aufweichenden Substanz behandeln und dann die überschüssige Haut entfernen. Es ist zudem wichtig, die Ursache abzuklären, wenn sich häufiger eine Hyperkeratose der Wachshaut bildet.

WachshauttumorAuch Tumoren, siehe Foto rechts, können sich an der Wachshaut bilden. Sie sind meist daran zu erkennen, dass ihre Oberfläche weniger trocken und schuppig wirkt, als es bei einer Hyperkeratose der Fall ist. Für einen medizinischen Laien ist es jedoch ausgesprochen schwierig, einen Tumor von einem übermäßigen Wachstum der Wachshaut zu unterscheiden. Deshalb sollte der Tierhalter grundsätzlich einen auf die Behandlung von Vögeln spezialisierten Tierarzt zu Rate ziehen, wenn ein Verdacht auf einen Tumor oder eine Hyperkeratose vorliegt.

Wellensittich mit NasenblutenVor allem durch Kollisionsunfälle, aber auch durch Rangeleien unter Artgenossen oder aufgrund von Infektionskrankheiten der oberen Atemwege (Erkältungskrankheiten) kann es zu Nasenbluten kommen. Das Foto rechts zeigt einen Wellensittich, der aus dem rechten Nasenloch blutet. Was zu tun ist, wenn ein Vogel unter Nasenbluten leidet, ist im Kapitel über Verletzungen beschrieben. Ferner kann es vorkommen, dass sich die Wachshaut wölbt und sich in ihrer unmittelbaren Nähe eine Hautveränderung zeigt. Dies kann aus mehreren Gründen geschehen. Unter der Wachshaut kann sich beispielsweise ein Tumor bilden oder aber ein Eiterherd, wie der Erfahrungsbericht von Jana Westenveld im Kapitel über Geschwüre und Abszesse verdeutlicht.

Zugewachsenes Nasenloch Unterschiedliche Erkrankungen oder Störungen im natürlichen Wachstum der Wachshaut können dazu führen, dass die Nasenlöcher immer wieder innerhalb kürzester Zeit zuwachsen, ohne dass eine Hyperkeratose vorliegt. Je mehr die Nasenlöcher geschlossen sind, desto schlechter kann der betroffene Vogel atmen. Anders als wir Menschen können Vögel nur bedingt durch den geöffneten Schnabel Luft holen, sie sind auf eine freie Nasenatmung angewiesen, um überleben zu können. Wachsen die Nasenlöcher wieder und wieder zu, muss ein Tierarzt Abhilfe schaffen, bevor der Vogel keine Luft mehr bekommt. Außerdem ist es dringend erforderlich, nach der Ursache für das wiederholte Verschließen der Atemöffnungen zu suchen. Oft liegen organische oder hormonelle Probleme vor, eine sichere Diagnose kann meist nur ein Vogel-Facharzt stellen.

Wachshautveränderung durch GrabmilbenEine weitere, sehr häufig zu beobachtende Veränderung der Wachshaut der Wellensittiche tritt infolge eines Befalls mit Parasiten auf, den sogenannten Grab- oder Räudemilben. Diese winzigen Insekten sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Im Frühstadium eines Befalls bilden sich auf der Wachshaut zarte Krusten, die den Anschein erwecken, als würde sich die Haut dort stellenweise lösen. Auch der Schnabel kann betroffen sein, siehe Foto rechts. Ein Befall mit Grabmilben sollte von einem Tierarzt betrachtet und unbedingt behandelt werden. Bleibt der Befall unbehandelt, kann dies in schweren Fällen dazu führen, dass die Wachshaut von den Milben vollständig zerstört wird. Sie wächst nicht mehr nach, die empfindliche Nase, die durch die Wachshaut normalerweise geschützt wird, liegt dann zeitlebens frei!

Verletzung der WachshautVor allem durch Kollisionsunfälle kann es zu Verletzungen der Wachshaut kommen, also beispielsweise kleine Platzwunden oder Prellungen, aus denen sich Blutergüsse bilden. Auch kann die oberste Hautschicht stellenweise absplittern, ohne dass eine Blutung daraus entsteht. Das Foto rechts zeigt einen Katharinasittich, dessen Wachshaut bei einer Kollision verletzt wurde und stellenweise abgesplittert ist. Deutlich ist zu sehen, dass dadurch eine Blutung entstanden ist. Am oberen Ende hing das gesplitterte Stück noch fest, so dass die Wunde lediglich desinfiziert wurde und dann von allein heilen musste. Solche abgesplitterten Wachshautfragmente können durchaus wieder anwachsen. Bei dem gezeigten Katharinasittich war dies glücklicherweise der Fall.

Defekte WachshautLeider kommt es jedoch auch vor, dass die abgebrochenen Stücke nicht wieder anwachsen oder zum Beispiel durch eine Nasenentzündung beziehungsweise einen schweren Befall mit Grabmilben ein Teil der Wachshaut vollständig zerstört wird. Bedauerlicherweise regeneriert sich die Wachshaut dann normalerweise nicht mehr, zurück bleibt ein mehr oder minder stark vergrößertes Nasenloch. Die Nase muss vom Vogelhalter ständig kontrolliert und gepflegt werden (siehe unten).

Raue Wachshaut eines sehr alten WellensittichsZuletzt sei noch angemerkt, dass die Wachshaut "lebt", das heißt, sie wird - wie sämtliche Haut - regelmäßig vom Körper erneuert. Es kann geschehen, dass sich mitunter die obere Schicht in kleinen Stücken ablöst, was auch bei Menschen beispielsweise an den Händen oder Füßen mitunter zu beobachten ist. Geschieht dies hin und wieder, besteht kein Grund zur Sorge. Allerdings kann ein häufiges Ablösen der oberen Schicht der Wachshaut auf einen Nährstoffmangel hindeuten, der nach Möglichkeit rasch durch eine ausgewogene Ernährung behoben werden sollte. Eventuell ist das Auftragen einer hautpflegenden Substanz sinnvoll, dies muss mit einem fachkundigen Tierarzt besprochen werden und sollte nicht in Eigenregie erfolgen. Vor allem bei sehr alten Vögeln ist eine raue Wachshaut keine Seltenheit. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen fast 19 Jahre alten Wellensittich, dessen Wachshaut rau ist und ständige Pflege benötigt. Der Vogel leidet nicht an einem Befall mit Milben.

Vergrößerte Nasenlöcher erfordern viel Pflege
Körnchen in einem vergrößerten NasenlochWenn ein Vogel aufgrund einer Wachshautverletzung oder einer schweren Nasenentzündung ein vergrößertes Nasenloch aufweist, so muss der Halter ständig kontrollieren, ob sich Fremdkörper in der Nase festgesetzt haben. Ist dies geschehen, müssen sie von einem Tierarzt oder vom Tierhalter schnellstmöglich entfernt werden, denn einerseits besteht Erstickungsgefahr und andererseits können sich durch die mechanische Reizung der empfindlichen Schleimhaut innerhalb kürzester Zeit schmerzhafte Entzündungen bilden. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen Katharinasittich, in dessen vergrößertem Nasenloch sich ein Hirsekorn befindet.

Nasenreiniger für VögelNormalerweise versuchen die Schleimhäute den Fremdkörper auf natürlichem Wege abzustoßen, indem sie sehr viel Schleim produzieren. Entfernt man den Fremdkörper, so bleibt möglicherweise Schleim in der Nase zurück und behindert den Vogel bei der Atmung. Da Vögel ihre Nase nicht schnäuzen können, muss der Halter vorsichtig nachhelfen. Ich schneide hierfür Papiertaschentücher in einen Zentimeter breite Streifen, die etwa zwei bis drei Zentimeter lang sind. Dann rolle ich ein Ende eines solchen Streifens so lange zwischen den Fingern, bis sich eine feine Spitze gebildet hat, siehe Foto rechts. Diese Nasenreiniger führe ich vorsichtig in den vorderen Bereich des vergrößerten Nasenlochs ein und lasse den Schleim vom Zellstoff aufsaugen.

Achtung, man darf nicht zu fest drücken oder den Nasenreiniger zu weit in die Nase einführen! Es ist unbedingt darauf zu achten, mit dem Nasenreiniger keine Fremdkörper oder Schleim tief in die Nase zu schieben.

Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum Externer Link von Welli.net.

 
 
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