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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Bei Vögeln können unterschiedliche Erreger das Gehirn und damit das zentrale Nervensystem schädigen. Infolge einer Infektion mit solchen krank machenden Keimen kommt es zu einer sogenannten Enzephalitis, also einer Gehirnentzündung. Aus der Gruppe der Bakterien sind es unter anderem Staphylokokken, Klebsiellen, Mykobakterien oder Listerien sowi E. coli, die bei Vögeln zu einer Enzephalitis führen können. Auch Chlamydien, die zur Papageienkrankheit führen, können das Gehirn in Mitleidenschaft ziehen. Darüber hinaus können Schimmelpilze (Aspergillose) das Gehirn befallen und sogenannte Glaukome im Nervensystem bilden oder mit ihren Toxinen dort Schaden anrichten. Mitunter gehen Ohrentzündungen (Otitiden) einer Enzephalitis voran.

Symptome
Es kommen bei einer Gehirnentzündung je nach Schweregrad unterschiedliche Symptome vor. Meist sind die betroffenen Vögel allgemein geschwächt. Darüber hinaus zeigen viele aufgrund der Schädigung des zentralen Nervensystems Symptome wie Lähmungen, Verdrehen des Kopfes und starkes Zittern. Manche Tiere halten anfangs kaum merklich permanent den Kopf schief.

Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, können die betroffenen Vögel kaum mehr auf Stangen sitzen, sie kauern auf dem Boden oder stolpern dort gar unbeholfen umher. Viele Tiere können in diesem Stadium nicht mehr selbstständig fressen, zudem sind etliche Patienten sehr licht- und geräuschempfindlich.

Achtung:
Sobald ein Vogel Symptome zeigt, die auf eine Enzephalitis hindeuten könnten, sollte umgehend, also auf dem schnellsten Wege ein fachkundiger Tierarzt aufgesucht werden. Niemals sollte ein Halter selbst eine Diagnosestellung versuchen, zumal es wichtig ist, keine Zeit zu verlieren! Auch Beratungen über Online-Foren helfen nicht weiter, denn niemand kann aus der Ferne eine sichere Diagnose stellen, dafür sind die Symptome meist zu vieldeutig.

 

Diagnose
Anders als bei anderen Erkrankungen ist es für den Tierarzt oft schwierig, den Erreger dingfest zu machen. Denn er kann beispielsweise aus dem Kropf oder der Kloake einen Abstrich entnehmen, aus dem Gehirn eines lebenden Vogels jedoch nicht. Je nach Krankheitserreger können Antikörperbestimmungen über das Blut durchgeführt werden.

Behandlung
Handelt es sich bei den Auslösern der Erkrankung um Bakterien, muss schnellstmöglich ein wirksames Antibiotikum verabreicht werden. Dies geschieht meist per Injektion (Spritze) und muss in den meisten Fällen nach einigen Tagen mindestens einmal wiederholt werden. Manche Ärzte verabreichen zudem weitere Präparate, darunter unter anderem ein Vitamin-B-Komplex, um das angegriffene Nervensystem zu unterstützen. Außerdem ist absolute Ruhe wichtig, die Tiere sollten von ihren Artgenossen getrennt in einem Krankenkäfig an einem ruhigen, abgedunkelten und nicht zu kühlen Ort untergebracht werden.

Achtung:
Es ist wichtig, dass möglichst rasch mit der Therapie begonnen wird, damit keine bleibenden Schäden entstehen. Mit Hausmitteln ist eine Gehirnentzündung nicht therapierbar, betroffene Vögel müssen unbedingt einem fachkundigen Tierarzt vorgestellt werden. Auch von einer rein naturheilkundlichen Behandlung ist in den meisten Fällen unbedingt abzusehen.

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