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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Entzündete Nase bei einem Katharinasittich Ist ein Vogel Zugluft oder starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, kann er sich leicht erkälten. Das Tier sitzt dann aufgeplustert und apathisch da und aus seiner Nase tritt flüssiges Sekret aus, sofern es an einem Schnupfen erkrankt ist, siehe unten. Sind auch die unteren Atemwege, also die Lunge und die Luftsäcke, von der Erkrankung betroffen, scheinen die Tiere sogar häufig zu husten. Anatomisch ist es den Vögeln nicht möglich, zu husten, allerdings können sie recht ähnliche, keuchende Atemgeräusche erzeugen. Dieses "Husten" kann bisweilen in Anfällen auftreten, die mehrere Minuten andauern und nach denen der erkrankte Vogel völlig entkräftet am Käfigboden kauert. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen Katharinasittich mit einem starken bakteriellen Schnupfen.

Schwer atmender VogelHäufig fällt erkrankten Vögeln das Atmen schwer, deutlich hörbare Geräusche (siehe Klangbeispiel, wav-Datei, 95 kB) gehen mit einer Infektion der Atemwege einher. Auch auffälliges Schwanzwippen bei jedem Atemzug und sichtbares Pumpen mit dem gesamten Brustkorb sind untrügerische Zeichen für ein gesundheitliches Problem, das die Atemwege betrifft. Das folgende Video verdeutlicht das schwere Atmen und die Atemgeräusche. Es zeigt einen Katharinasittich, der an einer schweren Infektion der oberen Atemwege gelitten hat: Video, avi mit DivX-Kompression Externer Link, 4,07 MB. Um leichter atmen zu können halten sich die meisten Vögel mit den Füßen am Käfiggitter fest und hängen den Schnabel in einen Gitterstab ein, um so ihren Hals gerade zu halten. Dadurch wird die Luftröhre so weit wie möglich gestreckt und das Atmen fällt den erkrankten Tieren in dieser Körperhaltung zumindest ein ganz klein wenig leichter, siehe Abbildung rechts.

Verstopftes NasenlochZeigt Ihr Vogel die oben beschriebenen Symptome einer Atemwegsinfektion inklusive Schleimauswurf, gehen Sie bitte umgehend mit ihm zum Tierarzt, der Ihnen wirksame Medikamente mitgeben wird. Sie können darüber hinaus noch mehr für Ihren gefiederten Patienten tun. Stellen Sie seinen Krankenkäfig an einen warmen, ruhigen und vor allem zugfreien Ort, und bestrahlen Sie den Vogel mit einem wärmenden Infrarot-Dunkelstrahler.

Außerdem ist es in den meisten Fällen gut, das kranke Tier inhalieren zu lassen, allerdings sollte dies immer nur in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt geschehen. Wie man einen Vogel inhalieren lässt und wie man einen Inhalationssud herstellt, wird im Kapitel über die Inhalationstherapie ausführlich beschrieben.

Verschiedene Arten von Schnupfen
Eitriger Schnupfen Die meisten Erkältungen, an denen Menschen erkranken, werden von Viren verursacht. Bei Wellensittichen und anderen Vögeln ist dies nicht so. Bei ihnen hat man es in aller Regel mit einer bakteriellen Infektion zu tun, wenn sie an einem Schnupfen leiden. Eine solche bakterielle Infektion der oberen Atemwege kann als eigenständige Erkrankung oder als zusätzliche Infektion (Sekundärinfektion) auftreten. Bei einem bakteriellen Schnupfen ist das sich bildende Nasensekret nicht immer gleich gefärbt. Es kann zudem in seiner Konsistenz Unterschiede aufweisen. Oft ist es zähflüssig und durchsichtig bzw. klar, aber auch gelbe Ausflüsse kommen vor. Hierbei hat man es meist mit Eiter zu tun, der sich aufgrund der Entzündung der Schleimhäute bildet. In der Abbildung in diesem Absatz ist ein Wellensittich zu sehen, dessen Nase extrem geschwollen ist und aus dessen Nasenlöchern Eiter läuft.

Eitrige Nase Achtung: Anders als der Schnupfen beim Menschen, der nach etwa sieben Tagen bis eineinhalb Wochen von allein abklingt, muss ein Schnupfen bei Ziervögeln grundsätzlich behandelt werden. Erfolgt keine antibiotische Therapie, heilt der Schnupfen nicht ab! Im schlimmsten Fall wird die Nase durch die Entzündung zerfressen, es entstehen riesige Nasenlöcher und der betroffene Vogel leidet während der lang andauernden Infektion unter starken Schmerzen. Das Foto rechts und die beiden Abbildungen unten zeigen einen Katharinasittich, dessen Nase monatelang entzündet war und viel zu spät behandelt wurde. Deutlich sind die enorm vergrößerten Nasenlöcher zu sehen. Der Schaden an der Nase ist nicht mehr reparabel!

Eitrige Nase    Eitrige Nase

Reinigen einer Schnupfennase
Nasenreiniger für Vögel Mitunter ist die Nase eines Vogels so stark verschleimt, dass das Tier kaum atmen kann. Leider kann es sich selbst nicht die Nase schnäuzen, weshalb der Vogelhalter helfend eingreifen sollte. Bestens bewährt haben sich Papiertaschentücher, die zu Nasenreinigern umfunktioniert wurden. Man schneidet ein Papiertaschentuch hierfür in etwa einen Zentimeter breite Streifen, die zwei bis drei Zentimeter lang sind. Anschließend rollt man ein Ende eines kleinen Streifens zwischen den Fingern, bis sich eine kleine Spitze gebildet hat, siehe Foto rechts. Man kann nun die Spitze eines Nasenreinigers vorsichtig in ein Nasenloch einführen, das Papiertaschentuch saugt dann den Schleim auf.

Achtung, man darf nicht zu fest drücken oder den Nasenreiniger zu weit einführen!

Ähnliche Erkrankungen
Sollte Ihr Vogel Schwierigkeiten beim Atmen haben, die vor allem beim Fliegen oder nachts auftreten, und außerdem keinen Schleim aus Nase und Rachen absondern, könnte er an einer Infektion mit Luftsackmilben leiden. Meist treten dann auch laute quietschende Atemgeräusche auf.

Liegt eine starke Schwellung direkt unterhalb eines Auges vor, könnte es sich bei der Erkrankung um eine Nasennebenhöhlenentzündung handeln. Außerdem könnte eine Infektion mit sogenannten Mycoplasmen vorliegen.

Falls einer Ihrer Vögel an einer Erkältung erkrankt, der weniger als ein halbes Jahr bei Ihnen lebt, sollten Sie ihn unbedingt auf einen eventuell vorliegenden Fall der Papageienkrankheit untersuchen lassen. Diese schwere Infektionskrankheit kommt leider immer wieder vor, sie ist hochgradig ansteckend. Die Papageienkrankheit überträgt sich auch auf den Menschen und kann tödlich verlaufen. Keine Sorge, Ihr Vogel wird nicht unbedingt gleich eingeschläfert, sollte er an der Papageienkrankheit leiden! Lesen Sie mehr darüber im Kapitel über diese Infektionskrankheit.

Sonstige Hinweise
Wenn Sie selbst erkältet sind, halten Sie bitte stets Abstand von Ihren Tieren und waschen Sie sich gründlich die Hände, bevor Sie Futternäpfe und dergleichen berühren. Sie könnten die Vögel anstecken, sofern es sich um eine bakterielle Infektion handelt!

Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum Externer Link von Welli.net.

Türkiye Dieses Kapitel auf Türkisch bei muhabbetkusu.org externer Link

 
 
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