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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!
Typische Symptome des fortgeschrittenen Going-Light-Syndroms
Welche Ursache steckt hinter der Krankheit?
Erst im Jahr 2004 wurden sie gründlich untersucht und man erkannte, dass es sich um eine bis dahin nicht beschriebene Spezies handelt. Man benannte sie um, sie tragen nun den wissenschaftlichen Namen Macrorhabdus ornithogaster. Im Englischen werden sie als "Avian Gastric Yeast" (AGY) bezeichnet. Oft erleiden Vögel, die an einem Befall mit Megabakterien leiden, zusätzlich eine bakterielle Sekundärinfektion, so dass durchaus Bakterien und Pilze ein für den Vogel verheerendes Krankheitsbild verursachen können. Hat sich der Erreger Macrorhabdus ornithogaster im Körper eines Vogels angesiedelt, wird von einer so genannten Megabakteriose gesprochen. Die Fachwelt rückt allerdings zunehmend vom alten Namen der Krankheitserreger ab, weshalb die Erkrankung inzwischen auch häufig als Macrorhabdiose bezeichnet wird. Bisher haben die Forscher noch nicht sicher ergründen können, ob allein die Anwesenheit der Megabakterien im Körper eines Vogels für den Ausbruch der Krankheit namens GLS verantwortlich ist oder ob weitere Faktoren wie beispielsweise eine bakterielle Sekundärinfektion eine entscheidende Rolle spielen. Die Angaben in der Literatur sowie die Erfahrungsberichte von Vogelhaltern sind in diesem Punkt leider recht widersprüchlich.
Megabakterienbefall = GLS?
Muss sich ein Vogel häufig übergeben und behält er sein Futter nicht bei sich, so ist er nicht zwangsläufig am Going-Light-Syndrom erkrankt. Eine anderweitige Erkrankung des Kropfes könnte ebenso hinter den Beschwerden stecken. Befinden sich unverdaute Körner im Kot, könnte eine schwere Darmentzündung vorliegen, folglich sind auch für dieses Symptom nicht zwingend Megabakterien verantwortlich. Es ist deshalb sinnvoll, einen Vogel, bei dem der Verdacht besteht, er könnte am GLS erkrankt sein, umgehend von einem Tierarzt gründlich untersuchen zu lassen. Spezielle Ernährung bei einer Megabakteriose oder bei GLS
Unterstützende Maßnahmen bei
der Behandlung des GLS
"Die erste Behandlung in der Klinik war zwar erfolgreich, aber nach 9 Wochen erneut leichter Befall. Zweite Behandlung, wieder nach bereits 5 Wochen leichter Befall. Eine weitere Behandlung war für den sehr munter wirkenden Vogel wegen der Nebenwirkungen zu früh. Da habe ich mir in meiner Not ein Kräuterbuch geschnappt und bin auf Thymian gestoßen, dem eine fungizide (Anm. d. Red.: pilztötende) Wirkung nachgesagt wird. Ab da gab's für Pierrot täglich in den Brei 1/2 Teelöffel Thymiantee (2 kleine Teelöffel Kräuter pro 250 ml Wasser). Bei den regelmäßigen Kotproben nahm der Befall ab und verschwand dann nach 9 und 12 Wochen endgültig. Zusätzlich, um eine Verschleimung im Drüsenmagen zu lösen, in der sich Megabakterien verstecken könnten, habe ich noch 1/2 Teelöffel Anis gemörsert und mit dem Thymian gekocht. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht zu viel Brei verfüttert. Sonst gibt's Probleme mit (Fett-)Leber und Nieren (Eiweiß). Da ich Pierrot aber regelmäßig wog und beobachtete (und Notizen machte), konnte ich schnell aus meinen (zu?) gut gemeinten Methoden lernen. Wahrscheinlich ersetzt Thymian nicht eine vorhergehende Behandlung mit einem Antimykotikum, aber es scheint doch eine enorme Wirkung zu haben. Mein Brei bestand übrigens aus einer "Erbse" Magerquark (war wohl etwas viel Eiweiß mit der Zeit) und "Kinder-Getreidebrei mit Zwieback" ohne Zucker, dazu die Tropfen Thymian-Anistee. Gefüttert habe ich fingerspitzenweise mit viel Geduld. Auch heute gibt's es immer wieder mal etwas Brei mit Thymiantee, aber nicht mehr täglich." Frau Buckermann möchte Sie darauf hinweisen, dass es sich bei ihrem Kräuterbrei nicht um das Rezept gegen das Going-Light-Syndrom handelt. Ferner merkt sie an: "Wichtig sind die richtigen Dosierungen, vielleicht kann ein Zuviel andere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Schnell kann Gutes ins Gegenteil schlagen. Es sollte langsam mit wenigen schwach konzentrierten Teetropfen begonnen werden. Ich habe täglich beobachtet und "dokumentiert", vor allem die Beschaffenheit des Kots, Pierrots Wohlbefinden, sein Gewicht ... Die Ernährung darf auch nicht einseitig mit Brei erfolgen, viel Obst und gelegentlich etwas hart gekochtes Eigelb und vor allem gekeimtes Futter gab es auch. Und dann darf man auch nicht gut gemeint zuviel füttern; mein Wellensittich hat sehr gut zugenommen - und plötzlich war's zuviel. Dann hieß es abspecken, bevor die Organe verfetten. Besonders durch allmählich zunehmende Bewegung; hungern darf er nicht, sonst schwächt er ab."
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