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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang
zum Tierarzt ersetzen!
Genau wie wir Menschen können Vögel an einer Entzündung
der Nasennebenhöhlen erkranken. Grob vereinfacht gesagt, liegen
die Nasennebenhöhlen bei Vögeln auf einer gedachten Linie
zwischen Schnabelwinkel und dem hinteren Augenwinkel, siehe Abbildung
rechts. In der medizinischen Fachsprache heißt die
Nasennebenhöhle eines Vogels "Sinus infraorbitalis", woraus sich
der Begriff Sinusitis ableitet, den die Tierärzte
im Falle einer Entzündung dieser Körperregion verwenden.
Leidet ein Vogel an einer solchen Entzündung, so äußert
sie sich nicht unbedingt durch Schleimabsonderung über die Nase,
wie sie bei einem normalen Schnupfen üblich ist. Innerhalb der
Nasennebenhöhle befinden sich Schleimhäute, die je nach Grad
der Entzündung mehr oder minder stark anschwellen. Der Bereich
unterhalb des Auges kann dadurch so enorm anschwellen, dass der Glaskörper
von unten her eingedrückt wird, was zu quälenden Schmerzen
führt.
Außerdem röten sich meist die Augenlider, siehe Abbildung rechts.
Da Vögel mit Schwellungen im Bereich der Augen diese heftigen
Schmerzen erleiden, müssen umgehend von einem Tierarzt mit einem
Antibiotikum behandelt werden! Dies ist allein schon deshalb erforderlich,
damit die Infektion nicht weiter voranschreitet, siehe weiter unten.
Der Vogel auf dem Foto neben diesen Zeilen litt an einer einseitigen
Entzündung, mit der eine mittelmäßig starke Schwellung
einherging. Diese Schwellung bereitete dem Tier jedoch dennoch
Schmerzen, obwohl die Entzündung vergleichsweise "harmlos" wirkte. Bleibt eine
Sinusitis in diesem Stadium unbehandelt, kann sie gewaltige
Ausmaße annehmen und verheerende Folgen für
das betroffene Tier haben.
Häufig sammelt sich im Verlauf einer anfangs unbehandelten
Nasennebenhöhlenentzündung sehr viel Eiter in den Hohlräumen
unterhalb der Augen an (siehe Foto neben diese Zeilen). Der Eiter ist durch die geschwollene,
straff gespannte Haut sichtbar. Je nachdem, wie stark die Eiterbildung
ist, reicht es nicht aus, den erkrankten Vogel mit einem Antibiotikum zu
behandeln. Der Tierarzt muss den Eiter mit Hilfe einer Spritze entfernen (die Nebenhöhlen punktieren)
oder in besonders schweren Fällen die Haut aufschneiden
und die Nasennebenhöhle ausräumen. Das klingt zwar schrecklich,
ist für den Vogel aber eventuell der einzige Weg, der zur Genesung führt.
Zusätzlich muss der erkrankte Vogel mit einem Antibiotikum
therapiert werden.
Achtung:
Eine Schmerztherapie ist im Falle einer
Nasennebenhöhlenentzündung sinnvoll. Sprechen Sie Ihren
Tierarzt darauf an.
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Reinigen einer vereiterten Nase
Mitunter ist die Nase eines Vogels so stark verschleimt und vereitert, dass das Tier kaum atmen kann. Leider kann es sich selbst nicht die Nase schnäuzen, weshalb der Vogelhalter helfend eingreifen sollte. Bestens bewährt haben sich Papiertaschentücher, die zu Nasenreinigern umfunktioniert wurden. Man schneidet ein Papiertaschentuch hierfür in etwa einen Zentimeter breite Streifen, die zwei bis drei Zentimeter lang sind. Anschließend rollt man ein Ende eines kleinen Streifens zwischen den Fingern, bis sich eine kleine Spitze gebildet hat, siehe Foto rechts. Man kann nun die Spitze eines Nasenreinigers vorsichtig in ein Nasenloch einführen, das Papiertaschentuch saugt dann den Eiter und Schleim auf.
Achtung, man darf nicht zu fest drücken oder den Nasenreiniger zu weit einführen!
Das Reinigen der Nase ist wichtig und sollte auch als ergänzende
Maßnahme zu einer antibiotischen Therapie durchgeführt werden. Denn
verbleibt Sekret in der Nase und verhärtet es, können sich daraus
Nasensteine bilden, die zu massiven Problemen führen und später oft nur
noch operativ entfernt werden können. Über Nasensteine informiert ein
separates
Kapitel dieses Internetauftritts.
Ähnliche Erkrankungen
Liegt eine starke Schwellung unterhalb eines Auges vor und ist hierbei
das Lid nicht betroffen, könnte es sich bei der Erkrankung um eine
Augenentzündung
handeln. Bitte lesen Sie zudem auch die Kapitel über
Gerstenkörner und
Augentumoren.
Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum von .
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