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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang
zum Tierarzt ersetzen!
Wellensittiche und andere Vögel können sich mit Krankheitserregern wie etwa Bakterien infizieren,
die bei ihnen zu schnupfenähnlichen Symptomen führen. In den Hohlräumen der
Nase sammelt sich Schleim oder in manchen Fällen sogar Eiter an. Entweder fließt
das Sekret von allein ab oder aber es ist dickflüssig und verbleibt in der Nase. Oft vermischt es sich mit dem Staub, den die Vögel einatmen. Auch kleine Futterspelzen können sich im Schleim festsetzen. Dadurch
können Verstopfungen entstehen, die für den betroffenen Vogel nicht nur unangenehm,
sondern sogar lebensbedrohlich werden können. Von diesen Nasenpropfen,
die auch als
Nasensteine bezeichnet werden und die eine fortgeschrittene Stufe
einer chronischen Infektion darstellen, geht eine große Gefahr aus.
Der Grund dafür ist, dass sie die freie Atmung blockieren und zudem einen idealen Nährboden für eine weitere Vermehrung von Bakterien bilden.
Ist die Nase eines Vogels mit Eiter oder anderem Sekret gefüllt, muss dem Tier so rasch wie möglich geholfen werden!
Der Gang zum Tierarzt ist hierbei in den meisten Fällen unerlässlich. Das betroffene Nasenloch muss gereinigt und
eventuell mit einer desinfizierenden Lösung gespült werden. Außerdem
benötigt ein an einer bakteriellen Infektion erkrankter Vogel in aller Regel ein
Antibiotikum, um gesund zu werden. Vögel, die aufgrund einer Infektion mit Viren an
einem Schnupfen leiden, brauchen hingegen normalerweise kein Antibiotikum; virusbedingte Atemwegserkrankungen treten bei Vögeln jedoch höchst selten auf, weshalb bei einem Schnupfen eher von einer bakteriellen Infektion auszugehen ist.
Nach dem Reinigen
ist der Hohlraum in der Nase oft leicht gerötet oder ein wenig blutig. In der
Vergrößerung der Abbildung über diesen Zeilen kann man diese Rötung gut
erkennen.
Sie verschwindet normalerweise innerhalb weniger Stunden von allein. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen Katharinasittiche dar. Diese Vögel sind extrem anfällig für schwere Veränderungen ihrer Nasenlöcher. Leicht setzt sich in der Nase etwas fest und die weiche Wachshaut verändert sich, so dass
die Atmungsöffnung dadurch extrem groß werden kann. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen Katharinasittich, dessen Nase kurz zuvor ausgeräumt worden ist.
Vor allem Vögel, die in der Vergangenheit unter einer schweren Nasenentzündung gelitten haben und deren Nasenlöcher deshalb vergrößert sind, leiden oft darunter, dass sich Fremdkörper festsetzen. Das Foto rechts zeigt einen Katharinasittich, der einst eine schwere Nasenentzündung erlitten hat und dessen Nasenlöcher deshalb stark vergrößert sind. In seinem rechten Nasenloch steckt ein rotes Hirsekorn fest.
Ein solcher Fremdkörper muss schnellstmöglich entfernt werden, weil die Nase des betroffenen Vogels enorme Mengen Schleim produziert. Dadurch soll der Fremdkörper herausgespült werden, was aber nicht immer auf natürlichem Wege gelingt. Trocknet der Schleim ein, bildet er zusammen mit dem Fremdkörper erneut einen Pfropf.
Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt zeigen, wie Sie Ihrem Vogel selbst helfen können. Da man die Fremdkörper meist mit spitzen Gegenständen oder einer Pinzette aus dem vergrößerten Nasenloch schieben muss, ist es sehr wichtig, ruhige Hände zu haben und den Vogel sicher fixieren zu können. Zappelt er, kann man ihn mit einer Pinzette im schlimmsten Fall so schwer verletzen, dass das Tier beispielsweise ein Auge verliert. Beim Hantieren am Vogelkopf ist deshalb immer größte Vorsicht geboten!
Sollte die Nase häufiger verstopft sein und geht damit eine Veränderung des Oberschnabels einher, könnte eine tiefer liegende Entzündung vorliegen, die auf das Wachstumszentrum des Schnabels, also auf den Kieferknochen, drückt. Dadurch entstehen charakteristische Längsrillen und Dellen im Schnabel, siehe Foto rechts.
In einem solchen Fall sollte unbedingt nach der Ursache für die Deformation des Schnabels gesucht werden.
Ähnliche Erkrankungen
Aufgrund einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
kann es ebenfalls dazu kommen, dass Eiter aus der Nase fließt beziehungsweise die
Nasenlöcher verstopft. Der Besuch eines Tierarztes ist hierbei von großer Wichtigkeit.
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