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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!
Erfahrungsbericht von Jasmin Störk, 7. Januar 2009
Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) zählt zur Gruppe der Milben und ernährt sich parasitär vom Blut der Vögel. Sie ist etwa einen Millimeter groß und bewegt sich für die geringe Größe sehr schnell. Den Vögeln ist ein Befall durch Unruhe besonders in der Nacht anzumerken. Sie befällt die Vögel nur nachts, am Tage versteckt sich der Parasit in Ritzen und Spalten in Stalldecken, Wänden, Sitzstangen, etc. Hier bilden die Milben rote oder graue Beläge. Nach der Entdeckung haben wir uns mit unserer vogelkundigen Tierärztin in Verbindung gesetzt, um zu erfahren, was man dagegen machen kann. Sie gab uns ein Mittel mit dem Namen Indorex als Fogger, zu Deutsch Vernebler, mit. (Er versprüht innerhalb weniger Minuten den kompletten Inhalt und ist für 60 Quadratmeter geeignet.) Dieses Mittel soll in kleinste Lücken und Spalten eindringen. Für die Gesundheit die reinste Folter!
Vorgehensweise: Wir haben die Küche komplett abgehängt, alle Lebensmittel und alle Pflanzen entfernt. Das war nötig, denn wir haben ja unser Wohnzimmer mit der Küche als einen Raum. Mein Mann hat dann den Fogger auf eine höhere Position in der Nähe des Volierenplatzes gestellt und ihn gestartet. Wir mussten die Wohnung komplett für circa drei Stunden verlassen. Danach ist mein Mann hinein gegangen und hat die Fenster aufgemacht. Da ich Asthmatiker bin, habe ich die Räume noch gemieden und bin erst wieder hinein gegangen, als schon einige Stunden gelüftet worden war. Am nächsten Tag (wir haben die ganze Nacht gelüftet) haben wir die Voliere samt neuer Einrichtung wieder an ihren Platz gestellt. Dann hatten wir circa zwei Monate Ruhe.
Zweiter Anlauf
Die Holzspielplätze haben wir wieder erst anständig mit Wasser abgespült und dann in den Backofen gesteckt. Erst bauten wir die Elemente einzeln auseinander und befreiten sie vom Vogeldreck, an vielen Stellen (hauptsächlich Dach) konnten wir wieder die Nester erkennen und töteten alles, was wir mit dem bloßen Auge erkennen konnten. Wir legten die Elemente dann alle übereinander. Mein Mann sprühte mit einer Atemschutzmaske jedes Teil einzeln von oben nach unten ein. Danach die Wand, die Fußleiste, den Türrahmen bis zum Teppich.
Dritter Anlauf
Ich bestellte es im Internet und meinte es viel zu gut, denn ich bestellte gleich einen Zwei-Kilogramm-Sack. Hiermit würde ich drei Hühnerställe einpudern können. Als ich die Bestellung aufgab, dachte ich nur daran, wie groß unser Wohnzimmer ist und wie viel wir davon wohl brauchen würden. Das Pulver sieht aus wie Mehl, es ist nur etwas gelblicher. Wirkungsweise: Kurz: Diese kleinen Vampire scheuern sich die Knie auf, bis sie auslaufen, wenn sie auf Beutesuche sind. Für die kleinen Tierchen ist das vielleicht brutal, aber für alle anderen Beteiligten nur gut. Die Produktbeschreibung hörte sich für meine Begriffe auf jeden Fall viel versprechend an, obwohl wir ja schon allem gegenüber misstrauisch waren. Mein letzter Gedanke war nur noch: Wenn das nicht klappt, muss ein Kammerjäger her, egal wie viel der kostet!
Als uns das Mittel geschickt worden war, verging auch schon wieder Woche für Woche, in der wir es zeitlich nicht hinbekamen, das Präparat anzuwenden. So einen Käfig auseinanderzubauen. ist ja nicht mal eben in fünf Minuten getan. Mich ärgerte es schon richtig, dass wir keine Zeit dafür fanden, also bastelte ich schon mal die Plexiglasscheiben ab und puderte die Wand, die Fußleiste, den Teppich, den Türrahmen und die Schraublöcher damit ein. Ich nahm eine kleine Spritze und pustete den Puder in die Lücken der Voliere, wo ich das letzte Mal die Nester gefunden hatte. Am Anfang benutze ich noch einen Mundschutz, aber man merkt das Zeug gar nicht. Ich hatte immer Angst, die Vögel damit zu treffen, aber es ein absolutes biologisches Mittel. Ich war froh, dass ich diesen Teil schon mal geschafft hatte. Ich ließ den Puder unter der Voliere liegen und saugte es nicht mit auf. Nach circa drei Wochen, als wir dann endlich ein Wochenende Zeit fanden, bauten wir die komplette Voliere wieder auseinander und schrubbten jedes einzelne Element ab. Außerdem hatte ich ein Glas mit heißem Wasser bereit stehen, in das ich alle Schrauben legte. Da schwammen gleich ein paar gekillte Milben hoch. Durch die Einpuderung waren schon viele Blutflecke auf der Voliere zu sehen. Da wo die Elemente zusammengeschraubt waren, hatten sich bereits einige Viecher den Tod geholt. Ich freute mich über diesen Erfolg.
Es waren auch schon wieder einige Nester da, aber längst nicht mehr so viel wie beim ersten Mal. Einige waren schon ausgestorben oder vertrocknet. Der Erfolg war bereits sichtbar. Während des Abschrubbens kann man schön säuberlich die Viecher mit der groben Duschbrause aus den Ritzen spülen. Im Wasser sterben sie übrigens. Man erwischt sie aber nicht alle. Alle Sitzstangen und Klettergerüste sowie die neue Korkröhre wurden geschrubbt und gebacken.
Die Wand, vor der die große Voliere steht, habe ich noch einmal komplett abgewischt und dann erneut eingepudert, ebenso die Fußleisten, den Türrahmen und den Teppich. Wir schraubten die Scheiben an die Wand und stellten die Voliere mit komplett eingepudertem Inhalt wieder an ihren Platz. Die Wellis waren froh, dass sie nun wieder in ihre Voliere konnten. Ich bin noch eine ganze Zeit davor stehen geblieben, weil ich wissen wollte, wie die Wellis auf das Pulver reagieren. Immerhin konnte man auf allem eine leichte Staubschicht erkennen. Aber sie bemerkten nichts. Einige scheuern sich ja auch mal den Kopf an der Stange, aber ich registrierte keine besonderen Verhaltensaufälligkeiten. Vier Wochen nach der Behandlung ist keine Milbe mehr zu entdecken. Man konnte damals manchmal nicht mal mehr ins Bett gehen, weil man wusste wie unruhig die Wellis schlafen mussten. Heute gehe ich beruhigter ins Bett, und wenn ich nachts mal zur Toilette muss, dann sind sie alle ruhig. Ich bin richtig froh, dass wir es geschafft haben, die Milben loszuwerden.
Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich anderen Betroffenen die Angst nehmen. Es gibt doch noch ein Mittel, das hilft, und das ist meiner Erfahrung nach AgriNova. Der einzige Nachteil daran ist, dass man einige verstaubte Möbelteile wie Teppiche hat. Aber wenn man das Ergebnis kennt, ist es einem das auch wert.
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