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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Federling bei vierfacher Vergrößerung Zur Gruppe der Ektoparasiten, also zu den außen am Vogelkörper ansässigen Parasiten, gehören die Federlinge. Diese flügellosen Insekten leben im Gefieder ihrer Wirtstiere und ernähren sich von den Federn. Es kommen mehrere verschiedene Federling-Arten vor, die jeweils bevorzugte Vogelgruppen befallen. Sämtliche Federlinge führen nahezu denselben Lebenswandel, weshalb sie in diesem Kapitel zusammenfassend beschrieben werden. Das Foto rechts zeigt einen Federling, der auf einer Ringeltaube gelebt hat. Das Foto ist bei einer vierfachen Vergrößerung durch ein Mikroskop entstanden.

Aufgrund ihrer Körpergröße, die bis zu drei Millimeter beträgt, kann man Federlinge mit dem bloßen Auge erkennen, sofern man sie zu Gesicht bekommt. Die meisten Arten sind dunkel gefärbt, haben sechs Beine und einen länglichen, schlanken Rumpf. Sie sind sehr lichtscheu und huschen bei Lichteinstrahlung unter das Gefieder, wenn man beispielsweise die Schwungfedern eines betroffenen Vogels auseinander schiebt.

Da Federlinge ständig im Gefieder von Vögeln leben, pflanzen sie sich dort auch fort. Sie kleben ihre Eier, die sogenannten Nissen, in Reihen an die Federäste. In ein bis zwei Wochen entwickeln sich aus den Eiern die Larven, die sich innerhalb von rund fünf Wochen zu erwachsenen Federlingen wandeln.

Woran erkennt man einen Befall mit Federlingen?
Bei einem stärkeren Befall mit Federlingen sehen die Federn zerrupft und abgenagt aus, weil sich viele Federlinge davon ernährt haben. Betroffene Vögel leiden an Juckreiz und damit verbunden an Schlafmangel. Aufgrund ihrer Scheu vor Licht sind erwachsene Federlinge nur schwer zu entdecken, weil sie sich sehr rasch unter den Federn verbergen, sobald man diese zur Seite bläst oder auseinander fächert.

Erheblich leichter lassen sich die Nissen (Eier) oder die Larven der Federlinge am Vogel beobachten. An den Unterseiten der einzelnen Federn des Großgefieders (vor allem an den Flügeln) sind bräunliche Verfärbungen sichtbar. An den Spitzen sind die einzelnen Federn angefressen, viele weisen in der Mitte sogar Löcher auf.

Behandlung
Besteht ein Verdacht auf einen Befall mit Federlingen, sollte man einen Vogel-Fachtierarzt kontaktieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen. Grundsätzlich werden Federlinge normalerweise mit Kontaktinsektiziden (Giften) behandelt. Oft kommen Puder zum Einsatz, die den Wirkstoff Pyrethrum enthalten. Diese Puder sind jedoch für die betroffenen Vögel ebenfalls nicht ganz ungefährlich! Die gefiederten Patienten werden mit dem Kontaktgift vor allem an den Federunterseiten der Flügel eingepudert, denn die Federlinge leben überwiegend dort.

Als erheblich schonender hat sich das Besprühen des Gefieders mit dem Präparat Exner Petguard erwiesen. Dieses biologische Antiparasitikum ist im Zoofachhandel erhältlich. Es enthält kein Gift, sondern basiert auf Milchsäure. Sie verklebt die Atmungsöffnungen der Federlinge, was die Parasiten ersticken lässt, ohne dem Vogel zu schaden. Bei sämtlichen Antiparasiten-Präparaten, also auch bei Exner Petguard, ist darauf zu achten, dass sie nicht in die Augen oder auf die Schleimhäute der Vögel gelangen dürfen!

Welche Vogelarten sind häufig betroffen?
Federlinge kommen bei Wellensittichen und bei den meisten anderen Sitticharten sehr selten vor. Sie befallen hauptsächlich Tauben und Wildvögel, können aber vor allem bei Ziervögeln in Erscheinung treten, die in Gartenvolieren gehalten werden und somit Kontakt zu Wildvögeln haben. Da die Übertragung durch Körperkontakt erfolgt, bei dem die Federlinge von einem Wirtstier zum anderen überwechseln, ist eine Ansteckung normalerweise nur auf diesem Wege möglich.

Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum Externer Link von Welli.net.

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