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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!

Fast alle Vogelarten können von Parasiten befallen werden, die auf den Federn leben und deshalb ganz allgemein den Namen Federmilben tragen. Unter Wildvögeln ist nahezu jedes zweite Tier betroffen, die meisten jedoch nur in einem so geringen Maß, dass sie keinerlei Krankheitssymptome zeigen. Weil Federmilben unter Vögeln so weit verbreitet sind, können sich prinzipiell auch Wellensittiche und andere Ziervögel sich mit diesen Parasiten infizieren.

Weil die Federn aus mehreren Teilen bestehen und es unter den Federmilben sozusagen Spezialisten für jeden "Lebensraum" gibt, unterteilt man diese Ektoparasiten (außen auf dem Vogel lebende Parasiten) in drei Gruppen:

  • Federmilben (leben meist auf der Unterseite der Federn)
  • Federspulmilben aus der Familie der Syringophilidae (leben in der Federspule)
  • Federbalgmilben aus der Familie der Harpyrhynchidae (befallen den Federbalg)

In aller Welt sind circa 2000 unterschiedliche Federmilben-Arten bekannt. Welche im Detail auf Wellensittichen und anderen Ziervögeln anzutreffen sind, ist für den Halter letztlich unerheblich. Wichtig ist, dass der Befall erkannt und behandelt wird.

Federmilben sind je nach Art zwischen 300 und 1500 Mikrometer groß (1 Mikrometer oder µm = 0,000001 Meter). Es wird vermutet, dass sich diese winzigen Insekten von Haut- und Federteilen ernähren. Manche Federmilbenarten scheinen darüber hinaus das Bürzeldrüsensekret der Wirtsvögel als Nahrung zu verwerten.

Symptome
Betroffene Vögel zeigen unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome. Manche putzen sich vermehrt, andere haben löchriges Gefieder und wieder andere leiden unter einem so starken Befall mit Federbalgmilben, dass sich die Federbälge entzünden. Daraus entwickeln sich eitrige Pusteln und die Federn fallen aus.

Nachweis
Einen starken Befall kann man mit bloßem Auge erkennen. Die Milben sind als winzige dunkle Punkte auf den Federn zu sehen, ihre Eierkolonien als helle Bereiche. Ist der Befall weniger stark, kann man die Parasiten in vielen Fällen mit einer Lupe erkennen. Ein zweifelsfreier Nachweis ist unter einem Mikroskop zu erbringen, hierfür wird eine Feder in Vergrößerung betrachtet.

Inkubationszeit
Hierzu sind keine verlässlichen Details bekannt. Es wird vermutet, dass die Inkubationszeit einige Jahre betragen kann, andere Quellen sprechen von Monaten.

Übertragung
Federmilben werden durch direkten Körperkontakt von einem Tier auf das andere übertragen.

Behandlung
Sämtliche Federmilbenarten, die auf Wellensittichen und anderen Ziervögeln vorkommen, reagieren empfindlich auf die gängigen Medikamente, die gegen äußere Parasiten zum Einsatz kommen. Gute Erfolge wurden beispielsweise mit Ivomec im Spot-on-Verfahren erzielt. Kennzeichnend hierfür ist, dass das für die Milben giftige Präparat in den Nacken des infizierten Vogels geträufelt wird. Es dringt in die Haut ein, verteilt sich im Körper und vergiftet so die Milben, wenn sie Feder- und Hautschüppchen fressen.

Führen Sie niemals Behandlungen mit Mitteln aus dem Zoofachhandel auf eigene Faust durch, wenn Sie vermuten, ein Vogel könnte an einem Befall mit Federmilben leiden. Es muss stets eine genaue Untersuchung durch einen fachkundigen Tierarzt erfolgen, bevor eine Therapie begonnen wird. Alles andere könnte für den betroffenen Vogel tödliche Folgen haben, weil auch frei verkäufliche Antiparasitika Nebenwirkungen aufweisen!

Was kann man sonst noch tun?
Man sollte nicht in Panik geraten, denn für den Menschen sind Federmilben ungefährlich. Es wird zwar diskutiert, dass sehr empfindliche Personen gegen die Ausscheidungen der Federmilben auf die Dauer eine Allergie entwickeln könnten (ähnlich wie bei der Hausstaubmilben-Allergie), was aber bisher nicht zweifelsfrei von den Medizinern nachgewiesen werden konnte.

Käfig und Zubehör sowie die Umgebung eines erkrankten Vogels müssen nicht desinfiziert werden. Die Milben überleben nur auf dem Wirtstier, so dass es nicht notwendig ist, Stangen, Näpfe und dergleichen wegzuwerfen, um die Infektionskette zu durchbrechen. Wichtig ist jedoch, innerhalb eines Vogelschwarms sämtliche Tiere zu behandeln, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sich die Milben auf alle Vögel ausgebreitet haben. Nur so lässt sich der gefürchtete Pingpong-Effekt einer sich ständig wiederholenden Ansteckung untereinander ausschließen!

Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum Externer Link von Welli.net.

 
 
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