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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen!
Sehr oft ist es leider so, dass Laien Milben "diagnostizieren", wo keine sind. Dass sich ein Vogel vermehrt kratzt, rührt nicht zwangsläufig von einem Milbenbefall her. Häufig steckt eine harmlose Mauser dahinter oder aber der Vogel leidet an einer Hautveränderung. Es ist deshalb wichtig, verdächtige Tiere genau zu beobachten und einem fachkundigen Tierarzt vorzustellen, damit dieser eine sichere Diagnose stellt. Selbst wenn man "nur" wegen einer Mauser vorsorglich zum Tierarzt geht, so hat man später Gewissheit und macht sich nicht ständig Sorgen, ob die Vögel nicht eventuell doch unter einem Befall mit Milben leiden. Wer darüber hinaus die Gewohnheiten der Parasiten kennt, kann oft selbst herausfinden, ob die Sorgen tatsächlich berechtigt sind.
Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae)
Da die Rote Vogelmilbe nachtaktiv ist, kann man sie tagsüber auf dem Vogel nicht nachweisen. Ein von den Milben geplagtes Tier ist nachts extrem unruhig, findet keinen Schlaf und kratzt sich oft. Ob ein Vogel nachts schlecht schläft, erkennt man unter anderem an der Verteilung der Kothäufchen im Käfig, man kann es aber auch hören, wenn man selbst keinen allzu tiefen Schlaf hat, denn der Vogel klettert oft im Käfig umher und kratzt sich ständig. Tagsüber schläft der Vogel viel, wirkt matt und lustlos; zudem juckt seine Haut aufgrund der Einstiche und er kratzt sich überdurchschnittlich häufig. Um die Milben aufzuspüren, hängt man im Verdachtsfall abends am besten ein weißes Tuch über den Käfig und schaut in der Nacht nach, ob man auf diesem Tuch verräterische kleine, rote Punkte wandern sieht.
Eine Therapie im klassischen Sinne existiert für den Vogel selbst nicht. Bei der Beseitigung des Befalls muss gegen die Milben an sich vorgegangen werden. Wichtig ist es somit, den Käfig, das Zubehör und die Umgebung des Käfigs vollständig von Milben zu befreien. Es ist ratsam, betroffene Vögel umgehend in einen Ersatzkäfig umziehen zu lassen, in dem neue Näpfe, Stangen, Schaukeln und gegebenenfalls neues Spielzeug angebracht werden sollten. Diesen Käfig sollten Sie nicht an denselben Ort in Ihrer Wohnung stellen, an der zuvor der mit Milben befallene Käfig platziert war. Das Umfeld ist sehr wahrscheinlich ebenfalls mit Milben verseucht und Sie müssen diese zunächst ausrotten, bevor die Vögel wieder an ihrem alten Platz wohnen können. Reinigen und desinfizieren Sie alles, womit Ihre Vögel in Berührung gekommen sind. Vor allem die Näpfe und den Käfig sollten Sie mit heißem Wasser und einer Bürste bearbeiten. Es empfiehlt sich, die Stangen und Schaukeln wegzuwerfen und nach Möglichkeit den Müllbeutel sofort aus der Wohnung zu bringen. Außerdem müssen Sie ein Kontaktgift anwenden, das Sie beim Tierarzt erhalten. Dieses Gift bringt die Milben um, sobald sie damit in Berührung kommen.
In der Natur gilt die Regel: Fressen und gefressen werden. Auch Rote Vogelmilben unterliegen diesem elementaren Gesetz.
Die Evolution hat Feinde hervorgebracht, die Rote Vogelmilben auch in menschlichen Wohnungen dezimieren können. Es handelt sich hierbei um Raubmilben, die Vögeln und Menschen keinen Schaden zufügen, Blut saugende Milben aber auffressen. Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit für solche Raubmilben finden sich auf der Web-Seite des niederländischen Anbieters Refona Ein weiteres biologisches Mittel nennt sich AgriNova
Nordische Vogelmilbe (Ornithonyssus sylviarum)
Anders als die Rote Vogelmilbe ist dieser Ektoparasit auch am Tage auf dem Vogel zu finden und man kann die Milben als winzige dunkle Punkte auf dem Wirtstier wandern sehen. Befallene Vögel kratzen sich sehr häufig, haben stellenweise kahle Bereiche am Körper, schlafen unruhig und wirken insgesamt matt. In besonders schweren Fällen kann es zu einer Blutarmut kommen. Weil die Nordische Vogelmilbe vor allem Wildvögel befällt, ist sie bei im Haus gehaltenen Ziervögeln nur äußerst selten zu beobachten. Dennoch kann es geschehen, dass man sich diese Parasiten ins Haus holt, wenn beispielsweise Vögel aus einer Außenvolierenhaltung neu einziehen oder wenn Äste aus der Natur entnommen werden. Um die Nordische Vogelmilbe loszuwerden, bedarf es einer anderen Behandlungsstrategie als bei der Roten Vogelmilbe. Entweder werden die Vögel mit Insektiziden behandelt, also beispielsweise mit bestimmten Pulvern, oder mit dem weiter oben erwähnten Exner Petguard besprüht. Alternativ kann man sie mit einem Kontaktgift wie Ivomec, Stronghold oder Frontline behandeln.
Auch das weiter oben erwähnte Präparat AgriNova
Gefahr für Menschen
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