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Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang
zum Tierarzt ersetzen!
Unter bestimmten Umständen kann es geschehen, dass sich ein Vogel am Auge verletzt. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Folgen solcher Verletzungen, bei denen der Augapfel oder die Hornhaut zu Schaden gekommen
ist. Falls Sie Informationen zu Verletzungen der Augenlider suchen, finden Sie diese im entsprechenden Kapitel in der Unterrubrik über Erkrankungen der Haut. Auch über Nickhautverletzungen finden Sie in der genannten Unterrubrik weitere Informationen.
Das Auge eines Vogels besteht wie das des Menschen aus mehreren Teilen und
es ist vereinfacht formuliert kugelförmig. Der größte Teil des Augapfels liegt beim Vogel innerhalb des Schädels. Jener Bereich, der von außen sichtbar ist, stellt nur einen kleinen Teil des Auges dar. Betrachtet man einen Vogel aus nächster Nähe, erkennt man deutlich eine Wölbung des Auges. Hierbei handelt es sich um die Hornhaut, die bei einem gesunden Vogel klar und ungetrübt ist und auf der sich helle Bereiche aus der Umgebung spiegeln, siehe Foto rechts.
Direkt hinter der Hornhaut
ist die vordere Augenkammer, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Diese Flüssigkeit bezeichnet man als Kammerwasser. Hinter der Kammer befinden sich die Iris und die Pupille. Bei den meisten Wellensittichen ist die Iris weiß gefärbt, bei einigen Vögeln ist sie hingegen dunkel; die Pupille ist entweder schwarz, rot oder pflaumenfarben, was vom
Farbschlag abhängt.
Auge 1 ist ein schwarzes Auge mit weißem Irisring. Auge 2 gehört einem erwachsenen Vogel mit dunklem Irisring. Unverkennbar ist das rote Auge eines
Lutinos, siehe Auge 3. Auge 4 gehört zu einem
Plumeye-Falben, es ist pflaumenfarben.
Hinter der Pupille und der Iris liegt eine weitere kleine Kammer, die sogenannte hintere Augenkammer.
Sie ist ebenfalls mit Flüssigkeit gefüllt.
Als nächstes folgt die Linse und hinter ihr befindet sich der Glaskörper. Um sich den Aufbau des Auges besser vorstellen zu können, ist es eventuell hilfreich, die schematische Darstellung des menschlichen
Sehorgans auf der folgenden Webseite zu betrachten: Beschreibung bei Wikipedia.de .
Auslaufendes Kammerwasser
Da das Auge zu großen Teilen aus Flüssigkeit besteht beziehungsweise innerhalb verschiedener Kammern klare Flüssigkeit enthält, kann es gravierende Folgen haben, wenn die Lederhaut, die das Auge umgibt, verletzt wird. Reißt diese oder wird sie durch einen spitzen Gegenstand durchstochen, kommt es zu einem Flüssigkeitsverlust. Dieser ist daran zu erkennen, dass der Vogel das betroffene Auge meist geschlossen hält und es dabei sehr feucht ist. Das umliegende Gefieder ist nass und verfärbt sich mit der Zeit, weil sich eine gelblich-bräunliche Kruste darauf bildet, siehe Foto rechts.
Eine solche Verletzung muss so schnell wie möglich von einem fachkundigen Tierarzt behandelt werden! Leider erkennen nicht alle Tierärzte den Ernst der Lage, weshalb es sinnvoll ist, einen
vogelkundigen Tierarzt oder einen Tier-Augenarzt aufzusuchen. Nur so lässt sich das verletzte Auge eventuell noch retten. Bleibt die Verletzung unbehandelt, trocknet das Auge
aus und der Vogel erblindet zwangsläufig. Einen Erfahrungsbericht über das Auslaufen von Kammerwasser aus dem Auge ihres Wellensittichs Ricky hat Jenny Goerke verfasst.
Hornhautverletzungen
Die Hornhaut eines Vogels kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen zu Schaden kommen. Fremdkörper, die sich unter die Lider schieben, können die Hornhaut zerkratzen und so zu einer schmerzhaften Entzündung des Auges führen.
Wird die Hornhautverletzung nicht erkannt und hält der behandelnde Arzt das Problem beispielsweise für eine Bindehautentzündung, wird der Vogel zeitlebens unter einer mehr oder minder starken Sehbehinderung zu leiden haben. Es ist deshalb wichtig, bei einer irgendwie gearteten Augenerkrankung unbedingt zu überprüfen, ob die Hornhaut durch einen Fremdkörper beschädigt
worden ist.
Hierfür können Tierärzte spezielle Tropfen in die Augen geben, die dazu
führen, dass Hornhautverletzungen fluoreszieren, also unter bestimmtem
Licht aufleuchten und somit nachweisbar sind.
Eine weitere häufige Verletzungsursache ist heißer Dampf. Obwohl man Vögel nicht in die Küche lassen sollte, fliegen dennoch zahllose Stubenvögel dort
umher - leider oft auch dann, wenn gekocht wird. Wenn ein Vogel durch heißen Wasserdampf fliegt oder diesem anderweitig ausgesetzt wird, kann dies unter anderem zu einer Verbrennung der Hornhaut führen. Eine verbrannte Hornhaut trübt sich und löst sich im schlimmsten Fall vom Auge ab. Achtung, wenn nicht umgehend Gegenmaßnahmen von einem fachkundigen Tierarzt eingeleitet werden, kann der betroffene Vogel vollständig erblinden!
Hausmittel anzuwenden, ist nicht anzuraten. Es muss grundsätzlich ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.
Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum von .
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