![]() |
|||
| Home > Vogelgesundheit > Sonstige Krankheiten > Gehirnerschütterung | |||
|
Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen! Leider ereignen sich beim Freiflug oder sogar im Käfig oder in der Voliere zum Beispiel bei nächtlicher Flatterei gelegentlich Unfälle, bei denen sich Vögel schwere Verletzungen zuziehen können. Erschrickt ein Vogel während seines Freiflugs, kann es geschehen, dass er ungebremst gegen ein ihm ansonsten bestens vertrautes Hindernis fliegt. So mancher Vogel hat besonders großes Pech, bricht sich das Genick und ist auf der Stelle tot. Weitaus häufiger ziehen sich die gefiederten Unfallopfer bei einer heftigen Kollision jedoch eine mehr oder minder schwere Gehirnerschütterung zu.
Symptome
Bei einer mittelschweren Gehirnerschütterung fällt der Vogel nach der Kollision zu Boden, bleibt jedoch bei Bewusstsein. Fliegen kann er meist nicht mehr und er windet sich unter Umständen in Krämpfen oder taumelt. Plötzliche Lähmungen infolge einer Gehirnblutung oder unkontrollierte Zuckungen der Gliedmaßen können ebenfalls auftreten. Oft verdrehen Tiere, die an einer Gehirnerschütterung leiden, den Kopf extrem in eine Richtung oder lassen die Flügel schlaff hängen. Eine leichte Gehirnerschütterung geht mit Koordinations- und Flugstörungen einher. Ferner hat der Vogel große Schwierigkeiten, sein Gleichgewicht zu halten. Übergibt sich ein Vogel nach einer Kollision, ist dies ebenfalls ein mögliches Anzeichen für eine Gehirnerschütterung. Vögel, die sich eine Gehirnerschütterung zugezogen haben, sind meist lichtempfindlich, schlafen viel und fallen leicht von der Stange. Sie haben kaum Appetit und wirken stark angeschlagen, plustern ihr Gefieder enorm auf und suchen instinktiv Ruhe.
Weitere Vorgehensweise
Je nachdem, wie stabil der Zustand Ihres Vogels ist, wird man Ihnen dazu raten, ihn in die Praxis zu bringen oder selbst erste Hilfe zu leisten, um den Gesundheitszustand des Patienten zu stabilisieren. Manche Tierärzte führen bei einem Verdacht auf eine starke Gehirnerschütterung einen Hausbesuch durch.
Sicherer Transport zum Tierarzt
Behandlung
Zusätzlich zu den vom Arzt verordneten Medikamenten können Sie naturheilkundliche Mittel einsetzen, um Ihrem Vogel zu helfen. Nach einem schweren Unfall kann der Einsatz von Traumeel-Tropfen sinnvoll sein; diese sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Einem zahmen Vogel sollte man alle halbe Stunde einen mit ein wenig Wasser vermischten Tropfen einflößen, sofern sein Gesundheitszustand dies erlaubt. Ist er zu sehr angeschlagen, sollte man ihn keinem unnötigen Stress aussetzen und die Traumeel-Tropfen ins Trinkwasser geben. Achtung, manche Vögel können nach einer Kopfverletzung kaum schlucken. Zwingen Sie Ihren Vogel dann nicht dazu, Tropfen zu schlucken, weil sie in die Luftröhre laufen und so zum Erstickungstod führen könnten! Auch Bach-Blüten sollen hilfreich sein, betonen Naturheilkundler; Schulmediziner glauben hingegen nicht an eine Wirkung. Bei Gehirnerschütterungen kommen in der Naturheilkunde Rescue-Tropfen zum Einsatz. Einen Tropfen dieses Präparats soll man auf die Kopfmitte des Vogels geben, damit er den Schock besser übersteht.
Besondere Ernährung
Um den allgemeinen Zustand des Vogels zu stärken, können Sie dem Trinkwasser Traubenzucker oder Honig zusetzen (1 Esslöffel Honig auf 1 Liter Wasser), sofern das Tier nicht an einer Pilzinfektion, am Going-Light-Syndrom oder einer chronischen Nierenerkrankung leidet. Da der Vogel durch das ständige Hochwürgen des Nahrungsbreis viel Flüssigkeit verliert, sollte ihm stets genügend Trinkwasser zur Verfügung stehen.
Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
|||
|
Sämtliche Inhalte und Abbildungen auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Bilder-, Video-, Tondatei- und Textdiebstahl werden rechtlich verfolgt. |
|||