![]() |
|||
| Home > Vogelgesundheit > Sonstige Krankheiten > Luftsack-Erkrankungen | |||
|
Achtung: Das Lesen dieses Birds-Online-Kapitels sollte niemals den Gang zum Tierarzt ersetzen! Das Atmungssystem der Vögel ist sehr viel komplizierter als das der Menschen, denn sie verfügen neben den Lungen über sogenannte Luftsäcke. In der medizinischen Fachsprache werden die Luftsäcke als Sacci pneumatici bezeichnet. Sie sind Anhänge der Lunge, die im Prinzip wie Blasebälge funktionieren und die Luft durch Druck bewegen. Innerhalb der Luftsäcke wird die Luft nur umgewälzt, aber es findet kein Gasaustausch statt. Das heißt: Der Vogelkörper nimmt über die Luftsäcke keinen Sauerstoff auf, dies geschieht in der Lunge. Durch die pumpende Funktion unterstützen die Luftsäcke dennoch maßgeblich die Atmung und somit den Gasaustausch im Vogelkörper. Außerdem sind sie bei zahlreichen Vogelarten für die Lauterzeugung mit verantwortlich, denn besonders hochfrequentes Ausatmen erzeugt bei ihnen im Stimmkopf, der sogenannten Syrinx, den arttypischen Gesang. Die dritte wichtige Funktion der Luftsäcke im Vogelkörper ist die der Temperaturregelung. Über die Wände der Luftsäcke kann Flüssigkeit verdunsten, was zu einer Abkühlung des Vogelkörpers führt (siehe Kapitel über das Hecheln). Die Luftsäcke sind filigrane Gebilde innerhalb des Vogelkörpers. Hauchdünne, durchsichtige Häutchen bilden ihre Wände. Weil der Vogelkörper generell sehr kompakt und leicht gebaut ist, sind die Luftsäcke an einigen Stellen nach außen nur durch eine dünne Gewebeschicht und die darüber liegende Haut sowie das Gefieder geschützt. Das Foto unter diesen Zeilen zeigt den gesunden Halsluftsack eines Sittichs, wie man ihm vom Nacken aus unter den Federn sehen kann.
Unter bestimmten Bedingungen können die Luftsäcke Schaden nehmen. In diesem Kapitel werden die bei Wellensittichen und anderen Vögeln gelegentlich auftretenden Erkrankungen der Luftsäcke vorgestellt. Die Abbildung unter diesen Zeilen zeigt schematisch die ungefähre Position der Luftsäcke und der Lunge im Körper eines Wellensittichs:
Luftsackentzündung
Luftsackriss
Ein Tierarzt muss den betroffenen Vogel untersuchen und gegebenenfalls den geschwollenen Luftsack punktieren (anstechen), damit die Luft entweichen kann. Zwar ist diese Prozedur für den Vogel nicht angenehm, aber die Punktierung dauert nicht lang und bringt sofortige Linderung, denn der geblähte Luftsack verursacht dem Vogel ein unangenehmes Druckgefühl. Besonders häufig treten Luftsackrisse auf, wenn ein Vogel von einer Katze gefangen wurde. Sowohl die spitzen Zähne als auch die Krallen können die Luftsäcke verletzen. Im Falle einer Verletzung, die dem Vogel durch eine Katze zugefügt wurde, muss unbedingt ein Antibiotikum wie Baytril verabreicht werden, weil der Speichel der Katzen gefährliche Krankheitserreger enthält. Die sogenannten Pasteurellen gelangen durch die kleinsten Risse und Wunden in den Körper des Vogels und können binnen 48 Stunden zum Tod durch eine schwere innere Infektion, wenn die Infektion unbehandelt bleibt.
Luftsackmilben
Wie kann man die Heilung unterstützen?
Können Spätfolgen auftreten?
Linktipp: Möchten Sie sich mit mir und anderen Vogelexperten sowie mit Wellensittichhaltern über Vogelkrankheiten austauschen? Dann besuchen Sie das Krankheiten-Forum |
|||
|
Sämtliche Inhalte und Abbildungen auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Bilder-, Video-, Tondatei- und Textdiebstahl werden rechtlich verfolgt. |
|||