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  Home > Nein zur kommerziellen Handaufzucht von Wellensittichen!
     
  Zwei zahme, junge WellensitticheMit dem Verkauf von Vögeln lässt sich Geld verdienen - das gilt vor allem dann, wenn die Tiere bereits auf den Menschen geprägt sind, wenn sie den Besitzer wechseln. Die meisten Menschen, die sich dazu entschließen, sich Vögel ins Haus zu holen, legen Wert darauf, dass die Tiere möglichst schnell zahm werden. Am liebsten wäre es ihnen, wenn sich Wellensittiche jederzeit streicheln und kraulen lassen würden, vielleicht sogar sprechen und dem Halter auf Schritt und Tritt folgen. Vermutlich hat jeder schon einmal gehört, dass es angeblich ein langwieriger Prozess ist, einen älteren Wellensittich zu zähmen. Aus diesem Grunde sind vor allem junge Vögel unter den Käufern begehrt, weil sie sich leichter zu dem "machen" lassen, was sich etliche Kunden wünschen: ein gefiedertes, allzeit gut aufgelegtes Kuscheltier.

So lange junge Wellensittiche im Idealfall aus Naturbruten stammen, also von ihren Eltern aufgezogen wurden und von den Züchtern erst dann abgegeben werden, wenn sie sich selbstständig ernähren können, ist nichts gegen den Verkauf von Jungtieren einzuwenden. Wellensittiche sollten mindestens sechs bis acht Wochen alt sein, wenn sie den Besitzer wechseln. Und sie sollten anschließend natürlich tiergerecht, also auf keinen Fall einzeln gehalten werden, denn im Schwarm gehaltene Vögel können entgegen anders lautender Aussagen sehr zutraulich werden!

Junger WellensittichBedauerlicherweise geht der Trend jedoch zusehends in die Richtung, teils erheblich jüngere Tiere zu verkaufen, weil sie sich angeblich ganz besonders leicht zähmen lassen. So manches schwarze Schaf unter den Züchtern geht sogar so weit, junge Wellensittiche im Alter von nur etwa zwei Wochen von ihren Eltern zu trennen, obwohl hierfür kein zwingender Grund vorliegt, weil die Altvögel ihren Nachwuchs problemlos selbst weiter großziehen könnten. Diese Züchter füttern die Jungtiere dann ca. zwei bis drei Wochen von Hand, um sie auf diese Weise an den Menschen zu gewöhnen. Handelt ein Züchter so, ist dies ganz klar eine Handaufzucht zu kommerziellen Zwecken. Leider geschieht es zudem immer häufiger, dass die Vögel viel zu früh an ihre neuen Besitzer abgegeben werden. Sie können sich oft noch nicht selbstständig ernähren. Landet ein noch nicht futterfestes Tier bei einem unbedarften Vogelhalter, der vielleicht nicht sonderlich viel Haltungserfahrung hat, spitzt sich die Lage rasch zu. Erkennt der Halter die Not des Vogels nicht, verhungert der junge Wellensittich unter Qualen.

Zwar mögen Wellensittiche momentan noch vergleichsweise selten unter den handaufgezogenen Papageienvögeln zu finden sein, weil es meist eher größere Arten wie Amazonen, Kakadus und Co. betrifft, aber nichtsdestotrotz geschieht es bereits, denn die Verbraucher fordern möglichst anhängliche "Kuscheltiere". Erschwerend kommt hinzu, dass Wellensittiche als Allerweltsvögel gelten und es für einen Züchter kaum einen schweren finanziellen Verlust bedeutet, wenn bei der Handaufzucht etwas schief geht. Nur allzu oft wagen sich Laien an das Projekt "Handaufzucht", die zu wenig Erfahrung haben, weshalb die Sterberate unter den jungen Wellensittichen erschreckend hoch ist.

Zwei junge KatharinasitticheVöllig anders ist es hingegen zu bewerten, wenn junge Vögel vom Menschen aufgezogen werden, um ihr Leben zu retten, weil beispielsweise die Eltern erkrankt oder gestorben sind. Auch kann es vorkommen, dass die Eltern die Fütterung eingestellt haben, bevor sich der Nachwuchs selbstständig ernähren kann. Gegen eine Handaufzucht als lebensrettende Maßnahme ist in solchen Situationen rein gar nichts einzuwenden, ebenso ist die Handaufzucht durch Experten nicht zu verurteilen, wenn sie der Arterhaltungszucht dient. Bei kommerziellen Handaufzuchten von Wellensittichen spielen diese Dinge jedoch keine Rolle, es geht nur darum, die Vögel an den Menschen zu gewöhnen, gefügig zu machen und oft deutlich mehr Geld damit zu verdienen, als der Verkauf von Wellensittichen aus Naturbruten einbringen würde.

InkakakaduLeider existiert kein Gesetz, das diese Art der Handaufzucht von Wellensittichen und anderen Vögeln, die aus rein kommerziellen Interessen betrieben wird, verbietet und somit die wehrlosen Jungtiere schützen würde. Jeder Züchter, und sei er noch so unerfahren, kann theoretisch versuchen, seine Vögel von Hand aufzuziehen. Zwar mag die Handaufzucht ein schönes Erlebnis darstellen, aber man darf sich nichts vormachen: Sie ist ein "harter Job", bei dem nach Möglichkeit keine Fehler unterlaufen sollten, denn diese führen nur allzu leicht zum Tod der jungen Vögel!

Bedauerlicherweise fehlt bei vielen Menschen das Verständnis für die Tragweite dessen, welches Leid den Vögeln angetan wird. Abgesehen davon, dass sie vom Menschen ernährt werden, kann das ständige Hantieren mit den Jungtieren, um sie gefügig zu machen, deren seelische Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Eine falsche Futterzusammensetzung kann zudem zu schweren körperlichen Erkrankungen wie Rachitis oder Organschwächen führen. Aber diese schwarzen Schafe aus den Reihen der Züchter verschwenden an diese Negativaspekte nur selten einen Gedanken. Diesen Menschen scheint nur wichtig zu sein, die Ware Wellensittich möglichst schnell an den Menschen zu gewöhnen.

Federrupfer-NymphensittichWeil immer häufiger von Hand aufgezogene Wellensittiche zum Kauf angeboten werden und die Dunkelziffer der Jungtiere, die aufgrund der Unkenntnis ihrer Züchter ihr Leben gelassen haben, kaum abzuschätzen ist, beschäftigt sich diese Rubrik von Birds Online mit der kommerziellen Handaufzucht sowie dem Verkauf noch nicht futterfester Jungtiere. Da sich durch das Aufziehen der Wellensittiche von Hand auch Jahre später noch massive Probleme wie etwa das Federrupfen (siehe beim Nymphensittich auf dem Foto rechts) ergeben können, die generell für Papageienvögel gelten, ist es sinnvoll, den Themenkomplex auf alle Krummschnäbel bezogen zu betrachten, zumal kommerzielle Handaufzuchten bei Großpapageien derzeit noch sehr viel häufiger zu finden sind als bei Wellensittichen. Zwar werden Großpapageien meist sorgfältiger behandelt, weil sie "kostbarer" sind (= mehr Gewinn bringen). Dennoch wagen auch in Bezug auf diese Vögel beispielsweise zusehends mehr Laien eine Handaufzucht aus kommerziellen Gründen.

Weil das Thema so komplex ist und man allein nur schwer all das erreichen kann, was man sich vorgenommen hat, habe ich mich der Arbeitsgemeinschaft Naturbrut (AGNB) Externer Link angeschlossen. Hierbei handelt es sich um eine Gemeinschaft von Vogelfreunden, die gleichzeitig Inhaber von Internetseiten über Papageienvögel sind und die gemeinsam Aufklärungsarbeit über die Nachteile kommerzieller Handaufzuchten leisten.

Die Wellensittiche nehmen innerhalb der Gruppe der von Hand aufgezogenen Papageienvögel sicherlich eine Sonderstellung ein, weil die typischen Probleme bei ihnen ein wenig anders gelagert sind als bei den Großpapageien. Dennoch ist es mir wichtig, mich an der Arbeitsgemeinschaft zu beteiligen, um dem Elend, das nicht futterfeste junge Wellensittiche zu erleiden haben, entgegenzuwirken. Dies sind die Logos einiger Partnerseiten aus der Arbeitsgemeinschaft:

www.naturbrut.info   www.katharinasittiche.de   www.ruegengeier.de

www.kakaduwelt.de   www.nymphensittichseite.de

www.kakaduwelt.de Externer Link | www.katharinasittiche.de Externer Link | www.zahme-papageien.de Externer Link
www.handaufzucht.info Externer Link | www.NymphensittichSeite.de Externer Link | www.welliworld.de Externer Link
www.nymphensittiche-und-mehr.de Externer Link | www.papageien-toskana.de Externer Link

 
 
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