Ihr Start in ihr Leben in meiner Obhut ist nicht gerade optimal verlaufen.
Als ich Marisol an einem Samstag bei einem Züchter abgeholt habe, ist mir
ihre geschwollene Nase aufgefallen. Zu Hause habe ich mir das Ganze genauer
angeschaut und voller Entsetzen festgestellt, dass sich im linken Teil der
Nase große Mengen Eiter befunden haben. Die Nebenhöhlen sind ebenfalls
betroffen gewesen. Nach dem Transport hat für Marisol also erst einmal eine
Notversorgung der Nase auf dem Plan gestanden, die mit Sicherheit nicht
angenehm für sie gewesen ist. Das Ausräumen des Eiters und das Spülen der
Nase sind eine schmerzhafte Prozedur, weshalb ich dem armen Vogelmädchen
erst einmal ein Schmerzmittel eingegeben habe, das ich glücklicherweise noch
im Haus hatte, weil kurz zuvor ein anderes Katharinasittichweibchen ähnliche
Nasenprobleme erlitten hatte.
Direkt
am Montag habe ich Marisol meinem Tierarzt zum Eingangscheck vorgestellt und
dieser hat die Nase gründlich untersucht. Es hat sich herausgestellt, dass
sich Bakterien eingenistet hatten und leider auch Schimmelpilze der Gattung
Mucor. Eine sehr lange Therapie hat ihren Anfang genommen. Wochenlang habe
ich mehrmals täglich die Nase mit einer Desinfektionslösung spülen müssen,
Marisol hat Medikamente eingenommen und mich vermutlich in dieser Zeit
hassen gelernt. Sie hat außerdem in Quarantäne bleiben müssen, bis die
Infektion abgeklungen gewesen ist. In dieser Zeit hat sie mir sehr, sehr
leid getan. Beim Züchter ist sie noch von vielen Artgenossen umgebene
gewesen, dann plötzlich hat sie allein gesessen und hat diese Schmerzen
sowie die unangenehme Behandlung über sich ergehen lassen müssen. Aber es
ist zu ihrem Besten gewesen und ich hoffe, sie wird diese anfänglichen
Strapazen in Zukunft vergessen.
Glücklicherweise hat die Therapie sehr gut angeschlagen und Marisol hat Ende
November 2010 endlich ins Vogelzimmer einziehen können. Erst einmal hat die
zu diesem Zeitpunkt etwa ein halbes Jahr alte Vogeldame das Fliegen wieder
üben müssen. Denn durch die lange Quarantäne ohne Freiflug ist sie ein wenig
untrainiert gewesen.
Doch sie hat dieses Problem sehr schnell gemeistert und sich innerhalb
kurzer Zeit zu einer gewandten Fliegerin entwickelt. Sie ist sehr fröhlich
und singt oft, wobei sie Tonfolgen vorträgt, die ich von den anderen
Katharinasittichen so nicht kenne.
Apropos andere Katharinasittiche - mit dem Anfreunden hat sie sich am Anfang
ein ganz klein wenig schwer getan. Denn nach ihrer langen und einsamen
Quarantänezeit ist Marisol so enthusiastisch auf die Kathi-Truppe
losgegangen, dass sich die meisten Vögel von ihr bedrängt gefühlt haben. Es
hat entsetzte Hiebe gegeben, doch mit der Zeit hat sich die Lage gebessert
und Marisol ist von Tag zu Tag besser in den Kleinschwarm aufgenommen
worden. Mit Pinto hat sie schnell zarte Bande geknüpft, sehr zu seiner
Freude, denn er hatte sie schon während ihrer Quarantänezeit oft durch die
Plexiglas-Bodenluke des
Vogelzimmers
beobachtet. Ihr engster Freund und fester Partner ist dann aber letztlich
doch Smoky geworden. Nach anfänglichen
kleinen Streitigkeiten haben sich die beiden Vögel zu einem Paar
zusammengefunden und sie gehen seitdem sehr freundlich und zärtlich
miteinander um. Glücklicherweise versteht sich Marisol auch mit den
Wellensittichen und Diamanttauben gut.
Hinweis: Über Marisol und ihren Partner Smoky gibt es einen
Erlebnisbericht.

Marisol und Pinto beim Kuscheln
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