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  Home > Meine Katharinasittiche > Patricio - das zartbesaitete Sensibelchen
     
  PatricioManchmal laufen die Dinge nicht nach Plan. Um ihren kleinen Katharinasittichschwarm wieder ein wenig zu vergrößern, holten zwei Vogelliebhaber aus der Nähe von Wiesbaden die beiden grünen Vögel Sally und Patty zu sich. Anfangs schmusten die beiden Tiere ständig miteinander und schienen sich sehr zu mögen. Doch mit dieser Harmonie war es nach dem Einzug in den Vogelschwarm rasch vorbei. Sally verliebte sich Hals über Kopf in ein Männchen und die enge Bindung zu Patty war daraufhin nicht nur vergessen, sondern wandelte sich ins Gegenteil: Sally verhielt sich zunehmend aggressiver gegenüber ihrem sehr ruhigen und sensiblen Artgenossen Patty, der trotz des weiblichen Namens ein Männchen ist, wie sich bei mir später herausstellen sollte, und deshalb heißt er inzwischen Patricio. Die Attacken wurden heftiger und die beiden Vogelhalter trennten die Tiere räumlich, was aber kaum etwas brachte. Selbst in seinem separaten Volierenabteil fühlte sich der damals noch genannte Patty bedrängt, weil Sally energisch ans Gitter sprang.

Patricio auf der großen SchaukelSo konnte es nicht weitergehen, der Angegriffene litt unter den Nachstellungen und auch darunter, keinen Anschluss mehr an die anderen Vögel zu haben. In dieser schwierigen Situation wussten sich die beiden Vogelliebhaber nicht mehr anders zu helfen, als die Schwarmzusammensetzung zu ändern. Entweder Sally oder Patty (Patricio) sollten in ein neues Zuhause mit anderen Vögeln ziehen. Von welchem der beiden liebgewonnenen Vögeln sie sich trennen würden, konnten sie selbst nicht entscheiden. Sie überließen es gewissermaßen dem Schicksal und dem neuen Halter, welcher Vogel umziehen sollte.

Gern klettert Patricio auf der Korkrinde herumDas war die Vorgeschichte, von der ich erfuhr, als ich gerade einen freien Platz in meinem Vogelschwarm beim Katharinasittichnetzwerk melden wollte, denn wenige Tage zuvor war leider mein geliebtes Kathi-Männchen Tico gestorben. Es war mir gleich klar, dass ich den verzweifelten Vogelhaltern meine Hilfe anbieten und einen ihrer Vögel aufnehmen wollte. Weil ich so viele Handicap-Vögel habe, die keinen potenziellen Raufbold verkraften würden, fiel meine Wahl auf den ruhigen, sensiblen Patricio. So kam es, dass er sein früheres Zuhause verließ und am 15. Dezember 2016 in mein Vogelzimmer einzog.

Smoky, Marisol, Patricio und Juan - von links nach rechtsGleich zu Beginn schien es zwischen Patricio und Juan eine Verbindung zu geben. Sie näherten sich einander und schauten sich gegenseitig gebannt an. Die anderen vier Katharinasittiche blieben ebenfalls freundlich und gelassen, so dass Patricio insgesamt einen sehr guten Start im neuen Schwarm hatte. Schon am nächsten Tag kuschelte sie sich in die Gruppe. Was mir allerdings das Herz zerriss, war eine Beobachtung, die ich in jener Zeit machte: Patricio wurde von den anderen Vögeln akzeptiert, man saß eng beieinander und dann hielt er Juan den Nacken als Aufforderung zum Kraulen hin. Juan wollte die Einladung gern annehmen und näherte sich Patricio in offenkundig freundlicher Absicht. Kurz bevor er sein Gefieder mit dem Schnabel berühren konnte, zuckte Patricio jedoch vor Juan zurück und begann panisch zu schreien. Juan nahm daraufhin sofort eine typische defensive und beschwichtigende Körperhaltung ein, er konnte natürlich nicht verstehen, weshalb sein Artgenosse so reagiert hatte. Patricio war von den Nachstellungen durch Sally offenbar so verunsichert, dass er sich zwar Nähe wünschte, vor dieser aber in letzter Sekunde doch zurückschreckte.

PattySeit diesem Vorfall gewann Patricio zum Glück Tag für Tag mehr Zuversicht und Vertrauen in die anderen Vögel. Schon bald war die Freundschaft mit Juan so innig, dass das gegenseitige Kraulen zum Normalzustand wurde - das Eis war gebrochen. Auch die anfangs noch sehr offensichtliche Angst, am Futternapf leer auszugehen - Kolbenhirse wurde von Patricio regelrecht abgeschleppt und nur in Verstecken ganz hektisch in sich hinein geschlungen -, ist inzwischen längst Vergangenheit. Patricio hat gelernt, dass ihm keine Gefahr droht und er ist völlig entspannt. Sogar mir gegenüber hat er ein wenig Vertrauen aufgebaut und manchmal steigt er auf die ihm angebotene Hand, aber immer nur rückwärts.

Als Patricio bei mir einzog, war er circa zwei bis drei Jahre alt. Er ist ein grüner und somit wildfarbener Katharinasittich.

 

 
 
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