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Was
Punto in seiner "Kindheit und Jugend" erlebt hat, ist für immer sein
Geheimnis geblieben. Etwa im Jahr 1998 ist er gemeinsam mit seinem Freund
Pinto bei der Vogelzüchterin und
-händlerin
Heike Mundt
abgegeben worden. Als gehandicaptes Vogelduo mit fehlenden Zehen und
Krallen haben ihre Chancen auf eine Vermittlung etwas schlechter gestanden
als für kerngesunde Vögel. Doch sie hatten Glück, denn die vogelerfahrene
Familie
Niemann
hat gezielt nach gehandicapten Katharinasittichen als Gesellschaft für
einen gebrechlichen und ebenfalls körperlich eingeschränkten
Katharinasittich namens Pancho gesucht. So sind sie zu Familienmitgliedern
im Haus der Niemanns geworden.
Rund
zwölf Jahre haben sie dort gelebt und ihr Zuhause mit dem ebenfalls grün
gefärbten Pancho sowie einigen anderen Papageien geteilt. Ihr engster
Freund ist dabei aber immer Pancho gewesen: "Das Trio war unschlagbar,
alles wurde gemeinsam gemacht", weiß Hildegard Niemann zu berichten.
Zwischenzeitlich hatte noch ein weiterer gehandicapter Katharinasittich
mit den drei Vögeln zusammengelebt, doch er ist recht bald an
Altersschwäche gestorben.
Dieses Schicksal hat auch Pancho Anfang 2010 ereilt. Punto und
Pinto haben dadurch nicht nur ihren besten Freund verloren, sondern auch
eine Menge Antrieb. Ihnen haben ganz offenkundig andere Katharinasittiche
gefehlt. Aus dem Grund hat sich die Familie Niemann dazu entschlossen, die
beiden Vögel in ein Zuhause zu geben, in dem sie trotz ihrer Behinderungen
gut zurecht kommen würden und in dem sie mit anderen Katharinasittichen
zusammenleben könnten. Am 28. August 2010 sind die beiden grünen Gesellen
bei mir eingezogen, denn mein
Vogelzimmer
ist auf die Bedürfnisse gehandicapter Vögel ausgelegt.
Punto,
dessen Name aus dem Spanischen stammt und auf Deutsch "Punkt" bedeutet,
war ein freundlicher, aber Menschen gegenüber zurückhaltender älterer
Herr. Sein genaues Alter war zwar nicht bekannt. An seinen gelben Federn
im Gesicht ließ sich jedoch ablesen, dass er bereits recht betagt war, als
er bei mir eingezogen ist. In
meinem Vogelzimmer hat er sich auf Anhieb wohl gefühlt und sofort mit den
anderen Katharinasittichen gut verstanden. Obwohl er ihre Gesellschaft
ganz offensichtlich schätzte, war Pinto bis zu seinem Tod sein allerbester
Freund und die beiden Vögel kuschelten oft miteinander.
Leider ist es Punto nicht vergönnt gewesen, lang in meinem Vogelzimmer zu
leben. Der kleine Kerl, dessen Gesundheit angeschlagen gewesen ist, hat
jedoch nicht leiden müssen. In den Morgenstunden des 19. September 2010
hat sein Herz im Schlaf aufgehört zu schlagen. Der freundliche alte
Vogelmann ist an seine Freunde gekuschelt im Schlaf gestorben.

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