Mit dem Kauf von Wellensittichen und des für die artgerechte Unterbringung
nötigen Zubehörs ist es nicht getan - Haustiere verursachen zeitlebens
Unterhaltskosten. Verglichen mit dem finanziellen Aufwand für die
Haltung von Katzen oder Hunden ist die Pflege von Wellensittichen sicherlich
kein "teurer Spaß". Dennoch sollte man die regelmäßig
anfallenden Kosten nicht unterschätzen, die bei der Ziervogelhaltung
auftreten. Die folgenden Auflistung soll Ihnen dabei helfen,
die Höhe der zu erwartenden Kosten zumindest grob abschätzen zu
können.
Regelmäßig anstehende Ausgaben
- Körnergrundmischung (ab etwa 2 Euro)
- Kolbenhirse, Kräcker und andere Leckerbissen (ab 0,50 Euro)
- Frischkost wie Obst und Gemüse (Kosten extrem variabel)
- Vitamin- und Mineralstoff-Futterzusätze (ab etwa 4 Euro)
- Mineralsteine (ab etwa 1 Euro)
- Grit (ab etwa 1,50 Euro)
- Käfigeinstreu (ab etwa 1 Euro)
- Strom (beispielsweise für Licht oder
Ionisatoren*, Kosten sehr variabel)
- Wasser zum Trinken und zum Reinigen (Kosten variabel)
- Reinigungs- und Desinfektionsmittel (Kosten variabel)
* Diese ausgesprochen nützlichen Geräte sind bei verschiedenen Online-Spezialhändlern
wie FutterKonzept
oder Bird-box.de
erhältlich.
Die in der obigen Aufzählung genannten Posten fallen teils täglich an (Frischkost),
zum Teil mehrmals pro Woche (beispielsweise Käfigeinstreu) oder alle paar Wochen
(zum Beispiel Mineralsteine oder Grit). Für nahezu alle genannten Posten gilt, dass
sie in größeren Mengen gekauft preisgünstiger sind. Wer einen kleinen Vogelschwarm
hält, kann demnach die Körnergrundmischung etwa in 5-kg-Paketen kaufen, die verglichen
mit den im Handel erhältlichen 500-g-Pappcontainern um ein Vielfaches preisgünstiger
sind. Hält man hingegen nur ein Wellensittich-Pärchen, wäre es nicht ratsam, verderbliche
Nahrungsmittel wie Körnermischungen oder Kolbenhirse in größeren Mengen zu kaufen,
auch wenn dadurch die Unterhaltskosten ein wenig höher liegen. Eventuell
finden sich ja andere Vogelhalter mit nur wenigen Tieren, die an einer
Einkaufsgemeinschaft interessiert wären.
Sporadisch oder selten anstehende Ausgaben
- Futterergänzungsmittel (z. B. Mineralstoffe bei Mauserproblemen, ab etwa 5 Euro)
- Sitzstangen und Schaukeln (ab etwa 2 Euro)
- Kletterbaum- und Spielplatzersatzteile (ab 3 Euro)
- Neue Näpfe (ab 2 Euro)
- Neuer Käfig oder neue Voliere (ab etwa 50 Euro)
- artgerechte Beleuchtung, z. B. mit einer Bird Lamp (ab etwa 12 Euro)
Unvorhersehbare Ausgaben
- Tierarztrechnungen
- Medikamente
- Spezialfuttermittel bei krankheitsbedingter Diät
- Benzinkosten für die Fahrt zum vogelkundigen Spezial-Tierarzt
Leider geschieht es immer wieder einmal, dass ein Wellensittich erkrankt. Ein
kranker Vogel sollte so schnell wie möglich zu einem Tierarzt
gebracht werden. Je nachdem, wie schwer
die Erkrankung ist, fallen für die Untersuchung und gegebenenfalls
für nachfolgende Behandlungen teils erhebliche Kosten an. Ein
Besuch beim Tierarzt ist meist nicht für weniger als zehn Euro zu haben.
Muss der Arzt einen Abstrich entnehmen und diesen an ein Labor schicken, um
ihn auf Krankheitserreger untersuchen zu lassen, belaufen sich die Kosten rasch
auf mindestens 25 bis 40 Euro.
Oft benötigen kranke Wellensittiche Medikamente oder spezielle Nahrung
sowie Futterzusätze. All das kostet Geld, das man als
verantwortungsbewusster Vogelhalter in das "Sittich-Budget" unbedingt
einplanen sollte. Es sollte niemals vorkommen, dass man zu wenig Geld
für einen Tierarztbesuch zur Verfügung hat, das wäre grob
fahrlässig und nicht im Sinne einer artgerechten Tierhaltung!
Um bösen finanziellen Überraschungen vorzubeugen, empfiehlt es
sich, eine "Tierarztkasse" einzurichten. Dies kann ein simples Sparschwein
sein, in das man monatlich einen bestimmten, nicht zu knapp bemessenen
Betrag wirft. Oder aber man lässt von seiner Bank ein Unterkonto
einrichten, auf das man per Dauerauftrag regelmäßig
eine angemessen hohe Summe überweist. So ist man auf der sicheren
Seite, falls es zu einem kostspieligen Tierarztbesuch oder einer
langwierigen, teuren Behandlung kommen sollte.
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