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  Woodstock - der gelbe Dauerflirter

WoodstockAls eine Vogelhalterin aus Bayern im Jahr 2003 plötzlich einen flugunfähigen Vogel in ihrer Obhut hatte, der zudem vorher sechs Jahre ganz allein bei anderen Menschen gelebt hatte, sollte eine gehandicapte Partnerin als Gesellschaft für Batzi her. Deshalb suchten Silke und ihr Freund ganz bewusst nach einer Vogeldame, die gehandicapt ist und nicht fliegen kann. Um ein solches Weibchen zu finden, kontaktierten sie eine Reihe von Züchtern in ihrer Umgebung. Bei einem Züchter erfuhren sie, dass dieser zwei Männchen abzugeben hat, die nicht fliegen können. Und er berichtete ganz nebenbei, dass andere Züchter ihre flugunfähigen Vögel ja an Schlangenzüchter verkaufen. Nein, die Männchen könnten dort nicht bleiben, entschieden Silke und Pepe, denn sie hatten Angst, dass den Tieren vielleicht auch ein Ende als Schlangenfutter bevorstehen würde. Bei einem anderen Züchter fanden sie dann doch noch ein Weibchen und fuhren mit drei anstellen von nur einem Vogel heim. So kam es, dass Woodstock und sein Kumpel Satyr zusammen mit der Henne Shaira die neuen Freunde von Batzi wurden.

WoodstockDie zwei Bruchpiloten lebten lange Zeit glücklich in Silkes Vogelschwarm und erfreuten sowohl sie als auch die anderen Vögel mit ihrem netten Wesen. Woodstock war schon immer ein echter Draufgänger, der sich den anderen Vögeln buchstäblich an den Hals geworfen hat - so auch Satyrs Freundin Shaira, was dieser nicht besonders lustig fand. Aber Woodstock ist und bleibt eben unwiderstehlich. Sein leuchtend gelbes Gefieder und die stolze Körperhaltung unterstreichen seinen Charme noch zusätzlich. Er versteht sich sogar mit anderen Männchen prächtig, er ist nämlich ebenso umgänglich wie sanftmütig.

WoodstockEnde 2006 musste Woodstock sein altes Zuhause verlassen, weil seine Halterin ihre Vögel nicht mit ins Ausland nehmen konnte, denn es zog sie nach Australien. Sie suchte vor allem für die gehandicapten Vögel artgerechte Plätze und über meine damalige Vereinskollegin Isolde Externer Link kamen wir miteinander in Kontakt und alles Weitere wurde in die Wege geleitet. Am 1. Dezember 2006 zog Woodstock gemeinsam mit Satyr bei mir ein. Nach einer Untersuchung und einigen Tagen Quarantäne durften die von ihren Behinderungen abgesehen kerngesunden Wellimänner bald ins Vogelzimmer einziehen, wo sie sich schnell einlebten und mit den anderen Vögeln anfreundeten. Sogar die Katharinasittiche, die neuen Wellensittichen gegenüber mitunter ein wenig kritisch sind, mochten ihn auf Anhieb.

WoodstockWeshalb Woodstock nicht fliegen kann, konnte nicht abschließend geklärt werden. In Frage käme eine Schulterverletzung, aber auch ein alter Flügelbruch. Er kann nicht einmal gleiten, sondern hat keine Kraft in den Flügeln. Dafür kann er jedoch umso geschickter klettern und schnell laufen. Wenn es ihm trotzdem einmal zu langsam geht, dann zieht er beim Rennen die Flügel nach vorn und geht in ein merkwürdiges Hüpfen über, das ihn wie ein knallgelbes Känguru aussehen lässt und das ich bisher bei keinem anderen Vogel gesehen habe.

Woodstock und sein bester Freund JohnIm Mai 2008 hat sich Woodstock bis über beide Ohren "verliebt" - in seinen Schwarmgefährten John. Die beiden Herren waren viele Monate ein Herz und eine Seele. Es war wunderschön, sie glücklich miteinander singen und kuscheln zu sehen. Jeden Abend setzten sie sich gemeinsam auf eine Schaukel und schliefen Schulter an Schulter mit direktem Körperkontakt. Als John im Dezember 2008 an Altersschwäche starb, saß er auf dem Boden. Woodstock hat sich ganz eng an ihn geschmiegt und seinem dahinscheidenden Freund Wärme gegeben bis zum Schluss.

Fralie und ihr Mann WoodstockVon diesem Tag an hat er es lange Zeit vorgezogen, Single zu bleiben - zumindest für eine ganze Weile. Als seine Schwarmgefährtin Fralie nach dem Verlust ihres Mannes sehr traurig gewesen ist, hat er sich ihr immer wieder genähert. Sanft und liebevoll ist er mit ihr umgegangen und hat sie regelrecht getröstet. Damit hat er ihr Herz erobert und vom Sommer 2010 bis zu ihrem Tod im Juli 2011 ist er ihr fester Partner gewesen. Er hat sie mit seiner Anbetung und Zärtlichkeit sehr glücklich gemacht, wie es mir schien. Die beiden Vögel sind ein ganz zauberhaftes Paar gewesen. Seit ihrem Tod fühlt er sich leider ein wenig einsam und ich hoffe, er wird sich beispielsweise mit einer der Single-Vogeldamen Tara oder Indira anfreunden.

Sein Farbschlag nennt sich Kontinentaler Schecke Normal in Hellgrün. Die grünen Flecken in seinem Gefieder beschränken sich überwiegend auf die untere Körperhälfte sowie auf den Rücken. Er ist ein Halbstandard-Sittich, was man an seiner vergleichsweise üppig befiederten Stirnpartie und an den vielen Kehltupfen erkennen kann.

Bedeutung des Namens
WoodstockBei seinem Einzug in sein Zuhause bei Silke und Pepe wurde Woodstock nicht gleich benannt. Erst wollten die beiden Vogelhalter den Charakter ihres Wellensittichs kennen lernen und den Namen entsprechend wählen. Mit der Zeit kristallisierte sich Woodstock heraus. Weshalb, das erklärt Silke so: "Bei Woodstock hat letztendlich doch sein Aussehen den Ausschlag gegeben, obwohl der Name, wie sich später herausstellte, doch zu seinem Charakter passte (Woodstalker). Er war von Anfang an an Batzi interessiert und Batzi erwiderte diese Zuneigung. Tja, war wohl nichts mit unserer Partnerin. Als Woodstock jedoch immer fester mit Batzi verpaart war (so richtig intim waren sie nie, da beide mit ihrer körperlichen Behinderung des 'Aktes' an sich nicht fähig waren: Woodstock ist immer runter gefallen; was jedoch erst einige Zeit später war), hat er Batzi nicht mehr aus den Augen gelassen. Er war ihm immer auf den Fersen, was ihm letztlich den Spitznamen 'Woodstalker' einbrachte."

 
 
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