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  Rana turnt auf einem AstNaturäste sind die beste Wahl, wenn es darum geht, Ziervögeln geeignete Sitzstangen herzustellen. Beim Sammeln der Äste in der Natur sollte man jedoch einige Dinge beachten. Bitte sammeln Sie die Zweige für Ihre Vögel nicht in unmittelbarer Nähe von Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen. Dort gelangen Gifte in das Holz und die Rinde, was für Ihre Tiere ungesund sein kann, wenn sie etwas davon fressen. Dasselbe gilt für die Zweige von Bäumen, die mit Insektiziden oder anderen Chemikalien behandelt worden sind. Außerdem versteht es sich von selbst, dass das Abschneiden von Ästen in einem Naturschutzgebiet verboten ist.

Die folgende Liste geeigneter Holzarten erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In Zukunft sollen hier alle weiteren ungiftigen Hölzer Erwähnung finden. Wenn Ihrer Meinung nach eine Holzart nicht aufgeführt ist, mailen Sie mir bitte.

Geeignete Holzarten

  • Ahorn (Acer spp.)
  • Bambus (Bambuseae) 1
  • Birke (Betula spp.)2
  • Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Eiche (Quercus spp.)2
  • Erle (Alnus spp.)
  • Esche (Fraxinus excelsior)
  • Espe (Populus tremula)
  • Haselstrauch (Corylus avellana)
  • Holunder (Sambucus spp.)3
  • Korkenzieherhasel (Corylus avellana)
  • Korkenzieherweide (Salix spp.)
  • Lärche (Larix spp.)
  • Linde (Tilia spp.)
  • Obstbäume
  • Orient-Buch (Fagus orientalis)
  • Pappel (Populus spp.)
  • Platane (Platanus spp.)
  • Rosenholz, -ranken (Rosa spp.)4
  • Walnuss (Juglans regia)5
  • Weiden (Salix spp.)6, wichtige Anmerkung!
  • Weißdorn (Crataegus spp.)
  • Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
  • Zierkirsche (Prunus spp.)
  • Zitterpappel (Populus tremula)
  • 1) Der Birds-Online-Leser Peter Gallert schrieb hierzu, dass er den Tipp, Bambus als Sitzstangen zu verwenden, von seiner Tierärztin erhalten habe. Sie habe zudem gesagt, dass Bambus praktisch sei, weil man ihn leicht im Garten selbst anpflanzen und ernten könne. Da Bambus sehr glatt ist, sollte man den Käfig nicht ausschließlich mit Bambusstangen bestücken, sondern auch einige andere Naturhölzer verwenden. Vögeln mit Fehlstellungen an den Füßen und/oder Zehen oder fehlenden Krallen sollte man keine Bambusstangen anbieten, weil sie sich an der glatten Oberfläche nicht gut festhalten können. Hinzu kommt, dass eine ausschließliche Bestückung des Käfigs mit Bambusstangen an den Füßen zu ähnlichen punktuellen Belastungen führen kann wie der Gebrauch kommerzieller Holzstangen.

    2) Birken- und Eichenäste enthalten Substanzen wie Gerbsäure, die bei empfindlichen Vögeln zu Schleimhautreizungen führen könnten. Da Wellensittiche und viele andere Vögel die Rinde von Naturästen vor allem im frischen Zustand gern benagen und fressen, sollte man die Äste erst gut trocknen lassen, bevor sie den Tieren angeboten werden. Trockene Rinde ist weitaus weniger attraktiv für die Vögel und wird nur in sehr seltenen Fällen und dann auch nicht so ausgiebig benagt. In aller Regel spielt der Gerbsäuregehalt für die Tiere bei getrockneter Rinde somit kaum eine Rolle, weil sie sie verschmähen.

    3) Die Rinde des Holunders ist für Menschen und Säugetiere schwach giftig. Vögel reagieren hingegen anders auf die in der Rinde enthaltenen Substanzen, sie machen ihnen nichts aus. Deshalb kann man Holunderzweige verwenden, obwohl an vielen Stellen davor gewarnt wird, dass sie schwach giftig sind.

    4) Die Birds-Online-Leserin Janine Koch wies mich darauf hin, dass man auch Rosenholz und -ranken verwenden kann - natürlich nur, nachdem man die Dornen entfernt hat.

    5) Walnusszweige enthalten recht viel Gerbsäure. Man sollte deshalb nur wenige Zeige reichen, wenn man Vögel mit einem sehr stark ausgeprägten Nagetrieb pflegt. Nehmen sie zu viel Gerbsäure auf, kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen.

    6) Es gibt viele verschiedene Weidenarten, relativ häufig wird für Sitzstangen das Geäst der Trauerweide und das der Korbweide verwendet. Weitere Weidenarten finden Sie bei Wikipedia.de Externer Link.

    Achtung: Im Frühling enthält die Rinde junger Weidenzweige einen vergleichsweise hohen Anteil der Substanz Salicin. Diese bildet den Grundstoff der Salicylsäure, die in beispielsweise in dem Präparat Aspirin zum Einsatz kommt. Benagen Vögel die Salicin-haltige Rinde sehr ausgiebig und schlucken sie viel davon ab, kann es geschehen, dass sie sich daran vergiften. Deshalb sollten im Frühjahr Weidenzweige nur ohne Rinde gereicht werden!

    Welche Laubbäume sollten nicht verwendet werden?
    Die in Deutschland weit verbreitete Rotbuche (Fagus sylvatica) gilt als schwach giftig. Wie sich ihr Gift auf Vögel möglicherweise auswirkt, ist unklar. Ulmen (Ulmus spp.) sind in Deutschland und anderen Teilen Mitteleuropas durch eine Baumkrankheit von der Ausrottung bedroht. Zweige dieser Bäume sollten deshalb in Hinblick auf die Gefährdungslage dieser Bäume nicht verwendet werden, siehe auch der Wikipedia-Text über das Ulmensterben Externer Link.

    Nadelbäume - ja oder nein?
    Immer wieder erreichen mich Anfragen, ob man den Vögeln auch Äste von Nadelbäumen anbieten kann. Diese Frage zu beantworten, ist nicht leicht. Im Internet gibt es Quellenangaben, die völlig gegenseitige Sichtweisen vertreten. Einige dieser Quellen besagen, dass das aus den Nadelgehölzen austretende Harz das Gefieder der Vögel verkleben könnte. Viele Vogelhalter, darunter sogar renommierte Parks wie der Loro Parque auf Teneriffa, statten ihre Volieren aber mit Nadelbaumzweigen aus, darunter etwa Kiefernzweige.

    Andere Quellen berichten gar, einige Nadelgehölze wären giftig. Letzteres mag in Bezug auf den Menschen stimmen, zum Beispiel im Fall der Eibe und des Lebensbaums (Thuja sp.). Es sind aber bereits mehrfach Vögel dabei beobachtet worden, wie sie die Beeren mit den giftigen Samen des Lebensbaums gefressen haben, ohne dass ihnen dies geschadet hätte. Offenbar wirkt das Gift anders auf die Vögel als auf den Menschen, erforscht ist dies jedoch nicht.

    Da bislang zahlreiche Beobachtungen vorliegen, die darauf schließen lassen, dass die Verwendung von Nadelbaum-Zweigen den Tieren keinen Schaden zufügt, kann ich nicht pauschal davon abraten, den Käfig oder die Voliere von Ziervögeln damit auszustatten. Dennoch liegen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, dass die Zweige wirklich völlig ungiftig sind, weshalb ein gewisses, wenn auch offenbar sehr kleines Restrisiko bleibt. Jeder Tierhalter sollte deshalb für sich selbst entscheiden, ob er Nadelbaumgehölze verwenden möchte oder nicht.

    Äste mit oder ohne Blätter anbieten?
    Viele Vögel lieben es, sich im Grün von Blättern zu verstecken oder diese frischen Pflanzenteile zu benagen. Auch Knospen stehen hoch im Kurs vieler Sittich- und Papageienarten, sie dienen ihnen sogar als Nahrung (zum Beispiel den wild in Deutschland lebenden Halsbandsittichen und Amazonen, siehe Link Externer Link). Es ist deshalb zum Beispiel bei Obstbäumen, Weiden oder Hasel nicht nötig, die Blätter zu entfernen, bevor die Äste den Vögeln gereicht werden. Lediglich eine gründliche Reinigung ist sinnvoll.

     
     
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