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Wellensittiche stammen ursprünglich aus
Australien. Ihre
wilden Verwandten sind Bewohner offener Graslandschaften
und Steppen, in denen die Vögel nahezu den ganzen
Tag direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Mindestens
acht bis neun Stunden täglich ist es in der Heimat der in
Deutschland sehr beliebten Stubenvögel hell, worauf die
Evolution den Organismus der Tiere eingestellt hat. Helligkeit ist deshalb ebenso für in Gefangenschaft
lebende Wellensittiche lebenswichtig. Vögel, die in
einem zu dunklen oder gar fensterlosen Raum gehalten werden,
vegetieren mit der Zeit nur noch vor sich hin und zeigen
schwere gesundheitliche Störungen: Das Gefieder wird
stumpf, Erkrankungen wie
Entzündungen der Verdauungsorgane
oder
Erkältungskrankheiten
häufen sich, da das Immunsystem
zusehends versagt, und sogar Verdauungsstörungen und schwere Hautprobleme wie Ekzeme sind
keine Seltenheit.
Auch Vitaminmangel kann sich aufgrund einer schlechten Ausleuchtung der Vogelstube einstellen. Nur direktes Sonnenlicht mit hoher Lichtintensität - Physiker sprechen hier von Lux - ermöglicht dem Vogelkörper die Bildung der Vorstufe des D-Vitamins, das die Tiere über ihre Nahrung in aller Regel nur in geringen Mengen aufnehmen. Bei in dämmrigen Räumen gehaltenen Wellensittichen stellt sich mit der Zeit akuter Vitamin-D-Mangel ein, der sich beispielsweise durch brüchiges Schnabelhorn und andere Symptome äußert. Außerdem sind ausschließlich im Dämmer- oder Kunstlicht gehaltene Wellensittiche anfällig gegenüber hormonell bedingten Erkrankungen, da die Lichtintensität, der die Tiere täglich ausgesetzt sind, die Hormonproduktion und -ausschüttung maßgeblich beeinflusst. Überdies erleiden vor sich hin "dämmernde" Wellensittiche mit der Zeit Verhaltensauffälligkeiten, da sie sich bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen unwohl fühlen. Federrupfen oder andere schwere psychische Probleme können die Folge von zu wenig Licht sein. Die meisten Wellensittiche werden in Räumen untergebracht, in denen Tageslicht durch mehr oder minder große Fenster fällt. Selbst im Sommer reicht die durch die Scheiben dringende Sonneneinstrahlung in aller Regel nicht aus, um die Vitaminbildung anzuregen. Die Lichtmenge an sich ist dann aber normalerweise trotzdem ausreichend, um die Vögel zumindest wach und fröhlich zu machen. Zu bedenken ist: Gardinen oder dünne Vorhänge können einen Großteil der für die Vögel wichtigen Lichteinstrahlung absorbieren und den positiven Effekt großer Fenster einschränken. Insbesondere während des in Mitteleuropa recht dunklen und trüben Winterhalbjahres fällt selbst durch große, nicht durch Gardinen verhüllte Fensterscheiben erheblich zu wenig Licht, um Wellensittiche auf die Dauer gesund und munter zu erhalten. Der Griff zum Lichtschalter soll Abhilfe schaffen, der Mensch hat sich und damit auch seine Haustiere schließlich von der Sonne unabhängig gemacht. Bedauerlicherweise kann Kunstlicht echtes Tageslicht für Vögel auf die Dauer aber nicht ersetzen. Um im Winter bei bester körperlicher und seelischer Gesundheit zu bleiben, benötigen Wellensittiche etwa acht bis zehn Stunden helles Licht, das durchaus künstlicher Natur sein darf. Es sollte sich bei der Beleuchtungseinheit aber im Idealfall um eine Lampe handeln, die das Spektrum des natürlichen Sonnenlichts abgibt, also neben der für uns sichtbaren Strahlung auch UV-Licht. Dieser Wellenlängenbereich des Spektrums ist für Wellensittiche von großer Bedeutung, da UV-Licht für sie wahrnehmbar ist und ihre Umwelt viel farbenfroher erscheinen lässt. Erst unter Licht mit einem natürlichen UV-Anteil sehen Wellensittiche ihre Artgenossen und Geschlechtspartner in voller Pracht, so dass UV-Licht die Vögel im Auge des arteigenen Betrachters regelrecht sexy macht (siehe entsprechendes Birds-Online-Kapitel). Als ideale Lösung des Beleuchtungsproblems haben sich spezielle Lampen erwiesen, die neben dem für uns Menschen wahrnehmbaren Licht auch die für die Vögel bedeutsame UV-Strahlung abgeben. Eine bewährte Produktgruppe sind die "Arcardia Bird Lamps", die in Deutschland auch als Vogellampen bezeichnet werden, aber nicht mit Tageslichtlampen verwechselt werden sollten. Bird Lamps sind bei speziellen Händlern (siehe unten) in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen erhältlich. Leuchtstoffröhren mit unterschiedlichen Wattzahlen nebst Vorschaltgeräten sind ebenso zu haben wie kompakte Lampen, die wie Energiesparbirnen aussehen. Solche Kompaktlampen sind verglichen mit den Leuchtstoffröhren sogar preisgünstiger. Welche Lampe im Einzelfall zum Einsatz kommen sollte, ist davon abhängig, wie groß das Vogelzimmer oder Freiflugzimmer ist und wo die Lampe positioniert wird, also wie weit sie von den Vögeln entfernt ist. Am besten ist der individuelle Fall also mit einem Fachhändler zu besprechen. Auf keinen Fall sollte man aus Kostengründen eine einfache Leuchtstoffröhre verwenden, denn sie flackert in einer für die Vögel wahrnehmbaren Frequenz. Vogelgehirne und -augen verfügen verglichen mit unseren Fähigkeiten über eine deutlich höhere Bildverarbeitungsrate, siehe auch das Kapitel über die Sinne der Vögel. Deshalb sehen die Tiere Licht von Leuchtstoffröhren nicht als durchgängig hell, sondern als permanent flackernd. Ändern lässt sich dies nur, wenn man die Lampen mit speziellen, teuren Vorschaltgeräten ausstattet, die die Frequenz der Gasentladungen erheblich erhöhen. Das gilt auch für Birdlamps, sie sollten mit einem entsprechenden Vorschaltgerät ausgestattet werden. Wellensittiche, deren Stube mit einer nicht modifizierten Röhren-Birdlamp ausgestattet ist, könnten unter dem Licht unter Umständen leiden. Kompakte Arcadia-Bird-Lampen weisen diesen Flackereffekt übrigens nicht auf. Letztlich muss aber jeder Vogelhalter für sich selbst entscheiden, welche Lampen er im Freiflug- und Aufenthaltszimmer seiner Vögel am besten anbringen kann.
Arcadia Bird Lamps sind bedauerlicherweise bisher nur in
Fachgeschäften verfügbar, da sich in Deutschland die Erkenntnis noch
nicht durchgesetzt hat, dass Vögel aus hellen Erdteilen in
Gefangenschaft viel Licht benötigen, um gesund zu bleiben.
Der Spezialfutterhändler Bird-box.de Detaillierte Informationen in englischer Sprache über diese Lampen finden Sie hier:
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