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Kletterspielzeuge können zum Beispiel aus Naturästen und nicht gebleichtem oder gefärbtem Jutegarn sowie Sisal bestehen. Typische Beispiele hierfür sind Schaukeln oder frei schwingend montierte Äste. Selbstverständlich lassen sich Äste auch mit dem Jutegarn oder Sisal an Gegenständen fixieren. Im Zimmer meiner Vögel habe ich einen großen, mehrfach verzweigten Ast an einem Regal festgebunden. Die Tiere lieben diesen hoch gelegenen Sitzplatz, der sie noch dazu zum Klettern und Hüpfen einlädt. Wer genügend Platz hat, kann im Freiflugzimmer seiner Vögel ein dickes Baumwollseil straff spannen. Meine Tiere turnen für ihr Leben gern auf einem solchen Seil herum, auch dickes Jutegarn oder mehrere miteinander verflochtene Sisalstränge eignet sich dafür, auf diese Weise durch den Raum gespannt zu werden. An solche Seile können allerlei (selbst gebastelte) Spielzeuge gehängt werden, zum Beispiel kleinere Äste, die an zwei Seiten mit Baumwollseilen oder dickem Sisal oder Jutegarn befestigt werden und so eine hervorragende Schaukel abgeben. Wer mag, kann die beiden seitlichen Befestigungen mit bunten Holzklötzen versehen. Solche Holzklötze können im Bastel-Fachhandel gekauft werden. Mit Lebensmittelfarbe lassen sie sich einfärben, damit die Vögel etwas Buntes zum Entdecken und Klettern haben. Auf keinen Fall darf giftige Farbe verwendet werden, denn Wellensittiche und Co. benagen für ihr Leben gern Holz. Spannend wird Kletterspielzeug wie die selbst gemachten Schaukeln vor allem dann, wenn zusätzlich Baumwollfransen zum Benagen vorhanden sind. Auch akustische Unterhaltung mögen die Vögel. Im Zoofachhandel werden allerlei verschiedene Glöckchen angeboten, die an solchen Kletterspielzeugen befestigt werden können.
Spielzeuge zum Entdecken sind so aufgebaut, dass die Tiere eine Aufgabe lösen müssen, um an ihre Belohnung zu gelangen. Was kompliziert klingt, ist sehr einfach herzustellen. Das Pappstück einer leeren Toilettenpapierrolle ist das ideale Ausgangsmaterial. In die Rolle wird ein kleines Stück Kolbenhirse gelegt, dann werden beide Seiten der Röhre mit zusammengeknäultem Papier verschlossen. Dabei sollte das Papier gerade so fest in der Pappröhre stecken, dass es nicht gleich herausfällt, aber es sollte von den Vögeln auch gelockert werden können. Die Rolle kann dann an einen Platz gelegt werden, an dem die Sittiche gern spielen. Schon bald werden sie an dem Papier zerren und sich freuen, wenn sie es geschafft haben, es aus der Pappe zu lösen. Noch mehr Freude wird bei den Vögeln aufkommen, sobald sie die Hirseüberraschung gefunden haben. Achtung, die Pappe von Küchenpapierrollen sollte nicht verwendet werden. Diese Röhren sind so lang, dass manche Wellensittichweibchen sie für Nistgelegenheiten halten.
Dies sind nur einige Anregungen für selbst gebastelte Spielzeuge. Der Fantasie sind an sich kaum Grenzen gesetzt, man kann aus Ästen regelrechte Kletterlabyrinthe basteln. Wichtig ist, dass die Spielzeuge sauber gehalten werden müssen. Sie sollten demnach so konstruiert werden, dass sich alle Bereiche leicht reinigen lassen, denn wenn die Vögel gern auf den Kletterspielzeugen sitzen, koten sie sie oft voll. Auch ist zu bedenken, dass ältere Vögel mit zu stark schwankendem Spielzeug überfordert sein könnten. Für gefiederte Senioren darf das Ganze etwas fester montiert sein. Junge Vögel toben hingegen meist gern herum und finden es toll, wenn alles wackelt und sie ihren Gleichgewichtssinn trainieren können. Wer mag, kann im Zoofachhandel oder über
Online-Händler auch Papageienspielzeug kaufen und dieses in die
selbst gebastelten Spielzeuge integrieren. Es gibt beispielsweise
Kunststoffspielzeuge, die knallbunt sind und sich prima mit Sisal oder
Jutegarn an Schaukeln befestigen lassen. Jeder Halter sollte einige
Spielzeuge ausprobieren, denn man ist mitunter überrascht, welche
Vorlieben die Tiere, die man so gut zu kennen glaubte, plötzlich
entwickeln. Und man sollte nie vergessen: Durch Spielzeuge werden
Vögel geistig trainiert, sie werden dadurch insgesamt
ausgeglichener und oft auch körperlich agiler. |
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